Apple Watch : Schon cool, aber irgendwie doch nur ein Gadget!

Was habt ihr erwartet? Natürlich habe ich mir auch eine Apple Watch zugelegt. Hat ein wenig gedauert und ehrlich gesagt, habe ich auch ein kleines bisschen mehr gezahlt, aber jetzt ist sie da und ich habe die ersten +/- 20 Stunden mit der Uhr hinter mir.

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Ich bin Blogger, Apple Fanboy und studierter Medienmensch. Hey, ich sammle limitierte Spielsachen aus Japan. Wie also könnte ich mir Apples neuestes Gadget nicht kaufen? Die ersten knapp 20 Stunden sind jetzt rum, seitdem ich die Uhr neu und eingeschweisst hier herein gebracht habe. Mein Fazit? Naja, geht so.

Fasziniert sein ist irgendwie anders.

Gestern habe ich die Apple Watch Sport in spacegrey und mit schwarzem Armband, die ich bei Kollege Paul Würdig a.k.a. Sido – genau so – bereits am Arm entdecken konnte, abgeholt. Ich hatte Glück. Die Uhr war quasi in der Nachbarschaft über und der Preis war auch noch akzeptabel – darum habe ich meine erste Ablehnung der Uhr gegenüber abgelegt und zugegriffen. Sogar meine Frau war auf meiner Seite, was den Kauf anging. Auch sie wollte das Ding einmal live sehen und wußte, dass ich sie mir sowieso irgendwann kaufen werde. Schließlich werde ich dieses Jahr 40 und die Midlife Crisis naht mit großen Schritten. Nein. Spaß beiseite.

Wie es wirklich war, wollt ihr wissen?

Habe sie am Arm gesehen, fand sie nur in grau mit Schwarz spannend, hatte die Chance und habe zugeschlagen. Was ich jetzt gerade schon ein wenig bereue. Wieso? Weil ich eigentlich eine ziemlich gute Uhr besitze und diese auch niemals gegen dieses Gadget tauschen werde. Meine andere Uhr ist eine hoch exakte Automatikuhr, die ich auch auf keinen Fall im Schrank verstauben lassen möchte. Denn so cool die Apple Watch Sport mit ihren diveren Ziffernblättern, der Möglichekeit Nachrichten zu lesen und zu löschen und der App, die unsere Lampen im Haus an und ausschaltet, auch ist – so richtig bin ich ihrem Charme (noch) nicht erlegen.

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Warum? Das Ding muss immer per Bluetooth Kontakt zum iPhone haben. Dann ist die Uhrzeit korrekt, dann werden die Wetterdaten angezeigt und auch die nächsten Termine.

Und nur dann kann man via Apps auf der Uhr irgendwas tun. Ist das iPhone weg bzw. nicht verbunden … reduzieren sich die Möglichkeiten, die man mit dem Gerät so hat. So habe ich es bis jetzt verstanden – mag sein, dass ich hier noch ein paar Stunden brauche, um das System gänzlich zu verstehen. Auch die Empfehlung, mit der Uhr lieber nicht zu duschen, habe ich bereits zwei Mal völlig ignoriert. Nachdem kürzlich irgendein Super-Sportler über einen Kilometer mit ihr getaucht ist und und sie beim Training im Wasser getragen hat … und auch Phil Schiller das Teil täglich beim Duschen trägt, gehe ich davon aus, dass das nicht ganz ernst gemeint gewesen sein kann.

Am Arm wirkt sie mit 42 mm relativ klein. In den Apple Stores Frankfurt und Hamburg hatte ich sie ja bereits live und auch am Arm gesehen, doch für meine – wirklich nicht dicken – Ärmchen ist sie gerade noch groß genug. Kleiner wäre albern für einen erwachsenen Mann. Komisch, denn eine Rolex Sea Dweller mit 40 mm Durchmesser wirkt an gleicher Stelle um ein Vielfaches größer und presenter. Eine Breitling Avenger Seawolf mit 45 mm – also nur drei Millimetern mehr – wirkt fast doppelt so mächtig. Kann man aber auch irgendwie nicht vergleichen. War nur ein Beispiel.

Eben habe ich dann die Uhr, die ich bisher nur mit dem Strom betrieben habe, den Apple mir mitverkauft hat, erstmals aufgeladen. Ging ähnlich schnell wie bei einem iPhone 6. Aber die Tatsache, dass man maximal einen ganzen Tag aktiv mit dem Ding arbeiten kann, ist ebenso ein Argument, welches man nicht vernachlässigen darf. Ist kein Netz da oder eine Bluetooth-Verbindung zum iPhone oder hat man keine Steckdose am Mann – dann endet der Apple Watch Spaß entweder sofort – oder spätestens nach 12+ Stunden.

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Ok! Genug gemotzt. Ganz Apple – like war die Verpackung der Uhr und das Auspacken dieser mal richtig fein. Und auch das Tragen der Uhr ist schon eine Sache für sich. So leicht und fast unspürbar trug sich selten eine Uhr an meinem Arm.

Die Uhr kommt in einer eigenen Plastikbox und liegt – zusammen mit einem Kabel und einem Ladestecker – in einem Karton, welcher ebenfalls so schön ist, dass man ihn aufheben und seinen Kindern vererben – oder allen Besuchern zeigen möchte. Je nach Geltungsdrang. Das Auspacken der Apple Watch Sport war ein echtes Highlight. Sogar meine Frau, die meine Splins und mein Blogger-sein immer eher neutral positiv und auch des öfteren mal kritisch beäugt, war interessiert und saß mit mir und meinem Sohn vor der eingeschweissten Verpackung. Cupertino hatte alles getan, damit wir uns schon mit eingeschweisstem Produkt wohl fühlten.

Gerade teilte mir die Uhr übrigens NICHT mit, dass ihr Akku bereits zu 100% geladen ist. Nett. Wie erfährt man denn davon, wenn man nicht andauernd auf der Uhr herum drücken kann oder will. Wieder so etwas, dass ich kritisieren möchte.

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Aber vielleicht habe ich es auch gerade einfach noch nicht so richtig drauf, diese Uhr korrekt zu bedienen. Kann also auch an mir liegen. Ich bin mir gerade auch gar nicht mal so sicher, dass ich sie behalten werde. Mal schauen. Die Apple Watch ist ein cooles Gadget und Pharrell Williams sieht mit seiner echt cool aus  – und ich auch – aber ob das reicht, um meine Uhr aus einem Schweizer Traditionsbetrieb in den Schrank zu verbannen? Weiß ich gerade nicht. Hinzu kommt, dass ich ja aktuell nicht laufe oder Sport treibe. Wir haben einen Hund, wie ihr wisst. Mit dem gehe ich natürlich längere Strecken und mit dem Fahrrad fahre ich auch immer häufiger. Aber ob das den Besitz einer Apple Watch Sport rechtfertigt? Oder sollte ich das Sport im Namen einfach ignorieren und die Uhr nutzen, benutzen … ;-)

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Ich könnte sie also auch einfach behalten, sie ab und zu tragen… und mich einfach freuen, dass meine Bank den Kauf abgenickt hat. Mal sehen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie das mit mir und meiner Apple Watch Sport weitergegangen ist.

Eins noch: Diese Uhr hat einen Retail-Preis von erträglichen 449 Euro. Wenn man so eine Uhr will und warten kann – dann sind irgendwann im Spätsommer 449 Euro fällig. Billiger gibt es nur noch die Mädchen-Version mit 38 mm Durchmesser. Wenn man aber bedenkt, dass die anderen Apple Watches alle denselben Chip und dasselbe Innenleben mitbringen und auch dasselbe können (oder auch nicht können) frage ich mich ehrlich und ernsthaft, ob man für ein anderes Material und etwas wertigere/andere Armbänder bis zu 18.000 Euro zahlen muss.

Für mich und 80% der Leser dieser Seite, die ernsthaft den Kauf einer Apple Wach in Erwägung ziehen, wird die coole Apple Watch Sport ausreichen, da sie meines Erachtens am besten aussieht. Aber darüber kann man natürlich herrlich streiten.

Eure Meinugen würden mich in diesem Zusammenhang wirklich interessieren. Also?!

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