Advanced Chemistry ist da! Die Beginner sind zurück! [Keine Review!]

Die Beginner sind zurück! Yep! Gut so! Jan Philipp Eißfeldt (alias Eizi Eiz bzw. Jan Delay oder Eißfeldt), Dennis Lisk (alias Denyo) und Guido Weiß (alias DJ Mad) haben mir gefehlt.

beginner-advanced-chemistry-review-album-hypesrusNicht so sehr menschlich, da wir uns nur selten länger irgendwo getroffen haben oder gar die Zeit hatten, gute Bekannte oder Freunde zu werden. Aber man kennt sich.

Von früher halt, damals… als Torch – der den Jungs mit aktueller Video-Cameo und einleitenden Worten auf „Ahnma“ offenbar die Absolution erteilt zu haben scheint, ihr neues Werk nach der ersten (manche sagen so, ich sage so) deutschen Rap-Crew zu benennen – mit mir im Gepäck (ich war gerade erst nach Hamburg gezogen, um das BREAKBEAT turned LEVEL47 Magazin zu betreuen) in irgendein Loft-Dings marschiert ist, um dort mit Dendemann, Jan und noch ein paar andere Protagonisten der Hamburger Schule, die sich teilweise auch Mongo Clikke nannte, abzuhängen. Das war vor 15 oder 16 Jahren.

Wer Torch kennt, der weiß, dass der Gute sehr fordernd sein kann, wenn es darum geht, irgendwas zu tun. ;-) Also traf ich mich mit ihm in Hamburg und der Rest ist Geschichte. Auch wenn ich mir n bisschen vorkam wie ein Groupie, der Tag war nice. Entspannt, halt. So wie es in Hamburg die ganze Zeit irgendwie immer war.

Es dauerte danach noch ein paar Jahre bis Jan von Eizi Eiz zu Jan Delay wurde, Dennis eigene Wege ging, musikalisch, DJ Mad verstärkt coole Partys in Hamburg veranstaltete und dazu Mixe veröffentlichte.

Es war immer spannend zu sehen, was da so passierte. Aber die Frage, ob die Jungs irgendwann noch einmal zusammenkommen werden, back to their roots quasi… und wieder Musik machen würden, die blieb.

Denn viele Artists wären zufrieden mit dieser Entwicklung gewesen und hätten keinen Bock auf den Spagat oder auch nur den Blick zurück. Vielleicht sogar aus Angst, nicht mehr gefeiert zu werden, nicht mehr cool genug zu sein oder es einfach nicht mehr drauf zu haben.

Aber ich kann euch beruhigen! Der Spagat ist gelungen, cool und drauf sind bzw. haben sie es auch noch. „Advanced Chemistry“ ist ein richtig gutes Album, vielleicht auch oder besonders weil hier Neues mit gutem Alten gemixt wurde. Mag mancher Scheuklappen-Rap-Fan der Alterklasse Ü30 nicht gerne hören, dafür wird es die neue Generation umso lieber tun.

Denn GZUZ und Haftbefehl, Gentleman und Samy Deluxe, Megaloh und Dendemann sind einfach ein cooler Mix an Gästen – ohne aber (und das werfen viele den Dreien ja aktuell vor) künstlich zusammengestellt zu wirken. Wie oft wurde hier gemotzt, dass man GZUZ, Hafti und auch Gentleman nicht unbedingt auf einer Beginner-Platte der alten Zeit bräuchte. Das ist aber nicht mehr „die alte Zeit“, sondern 2016 und genau da gehört „Advanced Chemistry“ hin.

Was denn? Samy und Dende sind aber ok? Ey, Dende – den ich über alles schätze, nicht falsch verstehen – ist jetzt so etwas wie Jan Böhmermanns Rap-Bandleader. Und Samy hat nen Burgerladen und liefert bei „Sing meinen Song“ ab. Geht das denn klar? Aber sicher!

Lieber noch ein Spax, Stieber Twins, Torch, Curse oder STF – Feature? Auch wenn Letzteres wohl eher ein lustiger Insider ist, würde ich mich darüber natürlich auch freuen. Doch der Mix an Gästen gefällt und wirkt durchdacht. Warum? Weil es Eißfeldt immer wieder geschafft hat, besonders als Jan Delay, Genres und Stile zu mixen und mit Persönlichkeiten wie z.B. Stefan Raab, H.P. Baxter, Udo Lindenberg oder eben seinen Homies aus Hamburg, Konzert-Locations zum Brennen zu bringen.

beginner-review-album-advanced-chemistry-ja-delay-hypesrusWillkommen zurück, Beginner!

Das neue Album ist ab heute z.B. bei iTunes, Amazon, über Spotify und im lokalen Handel (auch als Vinyl) zu bekommen.

Und auch wenn man mich dafür vielleicht merkwürdig ankucken wird, aber „Ahnma“ ist für mich aktuell mit eines der Highlights des Albums. Vielleicht auch, weil es der „Comeback-Track“ war und nach seinem Erscheinen das große Gehate und die Lobgesänge losgingen. Und wer dieses Video hier kennt, der versteht mich vielleicht ein bisschen besser.

Ansonsten höre ich Advanced Chemistry jetzt schon seit gut einer Woche als Promo-Stream, seit eben jetzt auch auf Spotify. Was für mich einfacher ist, da das Promo-Ding etwas unhandlich war, auf dem Smartphone und im Auto!

Eigentlich wollte ich jetzt ein paar Titel nennen, die ganz super sind und einige, die ich nicht sooo sehr gut finde. Lasse ich aber, denn ich höre das Album immer wieder von vorne nach hinten durch und finde das Ding stimmig.

Wieso sollte ich jetzt – wie andere Blogs und Magazine vor mir schon – hingehen und so tun, als wär ich irgendeine Instanz? Die meisten, die hier online große Töne spucken, die sind meist nicht bei Hip Hop in die Schule gegangen kennen die Oldschool nur aus dem CD-Regal.

Um so nicht rüber zu kommen, beende ich meinen Monolog hier jetzt mal, drehe „Meine Posse“ auf und freue mich auf euer Feedback.