Apple MacBook Pro – Was ist denn in Cupertino los?

Es ist schon komisch?! Wenn früher ein MacBook Pro [oder ein anderes Produkt]von Apple vorgestellt wurde, haben die Leute applaudiert, gepfiffen, oft direkt bestellt und seine Ankunft danach sehnlichst erwartet.

Heute, Jahre nach dem Tod von Steve Jobs, ist es irgendwie anders.

Apple MacBook Pro 2016 kaufenDie ehemaligen Fans motzen, sind unzufrieden, es gibt seitenlange Abhandlungen, was Apple falsch gemacht hat, falsch machen wird, gerade falsch macht und darüber, dass Tim Cook doof ist.

Nicht menschlich, denn kennen tut ihn ja kaum einer der Besserwisser-Redakteure – aber so halt, als Chef bei Apple, der die Marke in die falsche Richtung zu lenken scheint. Aber ist das so?

Man hat das Gefühl, dass das Unternehmen aus Cupertino, welches jahrelang der Lieferant aller Kreativen war und in Sachen Hardware perfekt irgendwo zwischen leistungsstark, innovativ und sexy rangierte, immer mehr darauf zu achten scheint, dass der normale Konsument glücklich ist. Nicht aber der Pro-User, der so dringend auf neues Material hofft.

Keine Angst, ist habe mich schon vor Jahren von dem Gefühl verabschiedet, ein cooler Pro-User zu sein, der Videos schneidet, Grafiken bearbeitet und Layouts erstellt etc. Mein aktuelles Set-Up an Geräten zeigt, dass man nicht unbedingt das teuerste braucht, um zufrieden – und ein bisschen cool – arbeiten zu können. Aber dazu später mehr.

Der Mac Pro war jahrelang der Kiler unter den Rendering- und Grafikrechnern dieser Welt. Ganze Filmszenen hat das Ding gerechnet und in jede Menge Blockbuster eingebaut. Grafiker haben den silbernen Kasten, den auch ich mal in einer niedrigen Konfiguration besessen habe, geliebt. Man konnte Festplatten nachrüsten, später auch SSDs, viel Ram rein packen und sogar die Grafikkarte austauschen, wenn Radeon gerade mal Lust auf ein Upgrade-Paket für den Mac hatte. Das war cool.

Auch der neue Mac Pro kam am Anfang noch gut an. Mit Preisen bis 12.000 Euro fast so teuer wie ne goldene Apple Watch – merkt ihr was? – ein paar Jahre später, war das Ding richtig leistungsfähig und konnte auch noch hier und da erweitert werden. Optisch war der schwarze kleine Rechner wieder ein Blickfang. Heute – Jahre nach dem letzten Update – ist der Rechner immer noch ein Blickfang und alle, die einen haben, sagen, dass er auch heute noch mehr kann als jeder neue Windows-PC, aber die Aktualisierung steht aus. Schon viel zu lange.

Ich will hier nicht runterbeten was andere schon 100 Mal gesagt haben, aber ein Unternehmen wie Apple, welches irgendwie schon immer für den Pro-User und ambitionierte Nutzer Rechner produziert hat, bevor der iMac, der iPod, das iPad, das iPhone und die Apple Watch kamen, sollte mindestens einmal im Jahr – genau wie bei den meisten Consumer Produkten aus eigenem Haus – die Technik aktualisieren. Warum? Einfach damit man für jeden User das Unternehmen bleibt, was dieser sich wünscht – oder mit dem er „groß geworden“ ist.

Für meinen Sohn ist Apple das Unternehmen mit den schicken Smartphones, den iPads und der Apple Watch, die jetzt auch wasserdicht ist, bei der man die Bänder tauschen kann. Das iPad mini hat er, das iPad Air möchte er, mein iPad Pro darf er ab und zu mal ausleihen.

Apple MacBook Pro 2016 kaufenMeine Frau ist Lehrerin und arbeitet mobil auf einem 2-3 Jahre alten MacBook Pro 13″ Retina in Grundausstattung. Office, Internet, Recherchen, Musik … mal eine App für die Kids! Das war´s. Dafür ist ihr der Rechner gut genug und sie möchte auch nicht wechseln, egal welches Gerät man ihr anbietet. Denn eigentlich wäre sie auch mit einem iPad Air / Pro ausreichend ausgestattet und könnte die gut 2 Kilo an MacBook Pro zuhause lassen.

Ich hingegen habe im praxisorientierten Vorstudium meines Bachelor-Studiums gelernt, mit Apple Geräten zu arbeiten. Ich habe es sofort geliebt, da die Rechner genau das taten, was ich wollte. Schon damals, Ende der 90er, stürzte seltenst ein Gerät ab, auch die Programme liefen durch und machten ihre Arbeit. Ich bekam von meinen Eltern einen grauen G4 und später stockte ich mit eigenem Geld auf einen G5 auf, um die Arbeiten erledigen zu können. Spiele gab es so gut wie keine, dennoch liebte ich das Arbeiten am Mac. Es gab einem das Gefühl, dass man etwas professionelles tut, etwas, das andere nicht tun (können) und das man zu einem elitären Kreis derer gehört, die cool sind. Grafiker, Werbeleute, Medienmenschen, Architekten … so Typen halt. Das war 1998.

Eigentlich totaler Bullshit, so zu denken. Habe ich mir dann auch schnell wieder abgewöhnt. Diese Ausführung soll auch nur zeigen, dass ich in der Firma Apple das Unternehmen sehe, welches für diese coolen Kreativen, die Pro-User und Medienleute Geräte produziert.

iPhone, iPad und Co. kamen oben drauf. Auch der iMac oder gar der Mac mini – welchen ich aktuell in Vollausstattung und mit zwei Monitoren für den besten Rechner aus Cupertino halte und nutze – machen für mich Sinn. Für mich sind es bezahlbare Arbeitsmaschinen, die ich voll ausgerüstet für meinen Arbeit nutze. Videoschnitt? Grafikbearbeitung? Kein Problem! Mein Mac mini braucht dann halt ein paar Sekunden länger, um irgendwas zu berechnen – kostet aber nur die Hälfte eines MacBook Pros und nur ein Viertel eines solide ausgestatteten Mac Pros.

Für meinen Nachbarn oder meinen Vater ist der Mac mini ein günstiger Rechner, da er ihn in Grundausstattung gekauft hat und ebenfalls zufrieden ist.

Dasselbe gilt für Macbook Air oder das neue MacBook. Die Grundausstattung reicht vielen Menschen, da sie sich den Rechner für zuhause holen, damit geil aussehen wollen… und nicht aktiv arbeiten.

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Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema:

Da ich aus der Steve Jobs Zeit komme und vom G3, über den G4 und G5 gekommen bin, den Wechsel zu Intel mitbekommen habe und es wohl in den ganzen Jahren fast kein Apple Device gab, welche sich nicht zumindest ausprobiert habe, bin ich eben derjenige User, der ein gewisses Maß an Leistung will, dazu ein sexy Produkt mit dem dann auch noch gearbeitet und Geld verdient wird.

Seit Anfang 2015 benutze ich das MacBook 12″. Selten zuvor hat es ein Apple Device bei mir länger als zwei Jahre ausgehalten – oder ich es mit ihm. Immer wieder habe ich andere Geräte ausprobiert, meine Art zu arbeiten angepasst oder geändert, um dann 2015 begeistert vom neuen MacBook zuzschlagen. Ein sehr guter Deal bei Cyberport machte mich zum Besitzer eines MacBooks. Den Schritt, einen Mac mini auf dem Schreibtisch und ein kleines Device in der Tasche, habe ich nie bereut. Beide Geräte sind in Sachen Leistung genau das, was ich brauche. Wobei das MacBook schon ein weeeenig schwach auf der Brust ist, mit seinen 1,2 Ghz der ersten Generation

Darum habe ich überlegt, dass ich die neuen MacBook Pro Modelle abwarte und schaue, was Apple bringen wird. Dünner sollten sie werden, das war mir am wichtigsten, direkt vor der Tatsache, dass sie auch gerne leichter werden dürften. Ich war gespannt, freute mich auf die Keynote, auch wenn ein Kauf eigentlich gar nicht zur Debatte stand.

Denn 2000+ Euro wollte ich eigentlich nie wieder zahlen. Wofür, wenn es auch für einige hundert euro weniger geht. Eines vorweg: Mir gefallen die neuen MacBook Pro Modelle. Sogar das ohne Touch Bar und Touch iD käme bei mir in die engere Wahl, da ich das Gerät – so mein aktueller Plan – nicht als einziges Gerät, u.a. am Schreibtisch im Büro, nutzen möchte. Sondern immer nur dann und überall da, wo ich bin, wenn ich nicht im Büro bin.

Da ich aktuell das 12″ MacBook nutze, kenne ich die Situation schon, die andere erst erleben müssen, mit nur zwei oder vier USB-C Steckern, die auch Thunderbolt 3 übertragen, auskommen zu müssen.

Ja, auch ich habe einen Adapter dabei, für den Fall, dass ich mal länger arbeite, eine SD Karte, einen USB-Stick auslesen muss oder einen Monitor anschließen möchte. Das Ding hat 15 Euro gekostet und funktioniert.

Es nimmt keinen großen Platz weg und es ist – mit dem kleinen Netzteil und der Maus – das Einzige, was ich bei mir trage, wenn ich das Haus verlasse. Klar, das ein Pro-User mehr Anschlüsse und vielleicht auch verlässlichere Adapter benötigt … aber dieses Geheule, dass man jetzt arm wird, weil man 25 Adapter kaufen muss, kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe den Adapter in 1,5 Jahren vielleicht 5 Mal benutzt, da heutzutage mit WeTransfer, DropBox, immer schnellerem Internet, … etc. nur noch wenige Menschen mit USB-Sticks oder DVDs herumlaufen oder – außer man ist ein Fotograf – andauernd SD-Karten am Rechner auslesen müssen. Das können viele Kameras auch kabellos.

Ob ich die Touch Bar brauche oder Touch iD … das weiß ich nicht und darum hadere ich auch mit mir, zu entscheiden, ob das neue MacBook Pro in absoluter Grundausstattung für mich ausreichend ist. Wäre es sicher! Mehr als das … aber so wie ich es eben gesagt habe, ist Apple für jeden etwas anderes.

Und da ich immer beim Kauf ein wenig Leistung, genug Ram und Speicher gekauft habe, um längerfristig gut gerüstet zu sein, werde ich wohl abwarten müssen, bis die Geräte im Apple Store zum Ausprobieren verfügbar sind – bevor ich eine Wahl treffe.

Vielleicht ersetze ich ja auch mein 12″ MacBook durch ein gebrauchtes 2016er Modell mit großem Prozessor und freue mich weiterhin, das sich mir jederzeit meine Porter Tasche schnappen kann, ohne dass die Schulter wehtut.

Fotos: Héctor Martínez, Beni Krausz, William Iven via Unsplash