Fußballweltmeisterschaft der Frauen 2019 – Das Finale, Politik und toller Sport

ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ

Schon wieder vorbei und für das erste Mal, dass ich die Fußballweltmeisterschaft der Frauen so interessiert verfolgt habe.

Fussballweltmeisterschaft Frauen Trump Megan Rapinoe
Nicht, weil ich in den Jahren zuvor kein Interesse an gutem Fussball gehabt hätte oder glauben würde, dass Frauen schlechter Fussball spielen als Männer. Absolut nicht. Die Gründe für mein gesteigertes Interesse sind simpel. Zum einen wurde die Fußballweltmeisterschaft der Frauen in diesem Jahr prominenter präsentiert und mehr in den Fokus gerückt. Außerdem war es mal wieder Zeit, mit einer deutschen Mannschaft zu fiebern und sich für sie zu freuen und mit ihr – am Ende – traurig zu sein. Darüber hinaus ist die Trainerin der Deutschen Fussballnationalmannschaft der Frauen, Martina Voss-Tecklenburg, verheiratet mit einem Menschen aus meinem engeren Umfeld, Hermann Tecklenburg. Dieser ist der Chef meines Schwagers und mit unserer Familie über Jahre schon befreundet. Irgendwie. Bringt mich persönlich jetzt nicht groß weiter, da ich Frau Voss-Tecklenburg persönlich gar nicht kenne, aber irgendwie hat man dann doch eher den Drang, das Ganze zu verfolgen, wenn man einen persönlicheren Bezug zu den Protagonisten hat. Das nur als Erklärung.

Leider sind unsere Mädels ja ausgeschieden, was ich echt schade fand. Trotzdem war es eine ordentliche Leistung, die da im Ganzen abgeleifert wurde. Aus der Sicht eines Nicht-Fussballers aus Krefeld-Hüls.

Am Ende standen sich im Finale dann die Niederlande und Die USA gegenüber. Da ich sehr viel Zeit im Jahr in den Niederlanden verbringe und die Menschen dort sehr mag, war ich „oranje“ bei diesem Spiel. Die USA-Girls sind und waren ebenfalls sehr cool, klar! Aber ihr Präsident vermiest mir nahezu täglich die Laune mit seinem Mist und darum musste ich mich entscheiden. Irgendwie. Aber am Ende scheint es doch so zu sein, dass auch die Soccer-Ladies aus den USA wenig Lust auf ihren Präsidenten haben, wie man lesen kann.

Die Nationalspielerinnen der USA haben nämlich die WM in Frankreich zur Protestbühne gegen die eigene Regierung gemacht. Gut so! Megan Rapinoe ist in den letzten Wochen  der Weltmeisterschaft nicht nur wegen ihrer Tore – sondern viel mehr wegen ihrer Haltung – zum positiven Gesicht des Turniers geworden. Ihr öffentlicher Streit mit Donald Trump beherrschte die Schlagzeilen. Denn „Pinoe“ festigte in Frankreich ihren Ruf als Aktivistin, die gegen Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung kämpft. Richtig so!

Kürzlich hatte Megan Rapinoe auch noch angekündigt, dass sie im Falle des Titelgewinns „garantiert nicht in das f***ing Weiße Haus“ kommen werde. Großartig! Sie entschuldige sich später für die verbale Entgleisung, da sie auch als Vorbild fungiert. Dennoch halte sie an ihrem Entschluss fest! Kollegin Ali Krieger stand ihr zur Seite. Die Abwehrspielerin, die mit Ashlyn Harris verlobt ist, also offen lesbisch lebt, sagte: „Ich lehne es ab, einen Mann zu respektieren, der anderen keinen Respekt zollt.“

Wenn jetzt noch einer sagt, dass das kein großartiges Event war, sowohl sportlich … und ein wenig auch politisch – dann weiß ich es auch nicht!

 

Foto: Lizenfrei via Pixabay