Chris Goertz. Thats me.

Ich bin Chris, schon älter, verheirateter Familienvater und Mensch, der zwei Hunden ein Zuhause bietet. Ich lebe mit meiner Frau und unseren Kindern, 16 und 10 Jahre alt, am Rande von Krefeld. Hier bin ich gestrandet, nachdem ich in Köln und München studiert und in Hamburg und Köln gearbeitet habe. Nachdem ich das Multimedia Producer Diplom und mein darauf aufbauendes Bachelor of Arts (Hons.) Studium an der SAE in Köln bzw. München mit Dozenten der Middlesex University, London, aus der ganzen Welt beendet hatte, zog es mich zurück in den Weste der Republik. Köln sollte es sein.

Hier hatte ich in der ersten Hälfte meines Studiums schon gelebt und meine ersten Erfahrungen beim damals hoch innovativen Online-Fernsehsender NBC Giga in Düsseldorf gemacht. Ab Ausgabe 1 war ich zudem festeser Teil des Teams beim neuen JUICE Magazin. Dort war ich für die Recherche und die redaktionelle Aufbereitung der News-Doppelseite verantwortlich. Später, als ich dann eine Zeit lang in München gelebt habe, habe ich auch anderen Content beigesteuert.

Aber erst einmal zurück zu den Wurzeln.

Ich wurde auf dem Land geboren, wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt – und wollte da aber immer irgendwie weg. Nicht, weil ich meine Familie nicht mochte oder keine Freunde gehabt hätte. Auch meine Kindheit war gut und sorgenfrei. Alles gut also. Dennoch wollte da irgendwann einfach nur weg, weil mir das Leben auf dem Land (damals) echt auf den Nerv ging und ich mit „Jeder kennt jeden“ und „Ach, Du bist der Sohn von … ?“ so gar nicht umgehen konnte. Auch fand ich das allwöchentliche 3-Tage-Besäufnis (auch in Kombination mit irgendwelchen Drogen) in einer der lokalen Kneipen, in privaten Wohnungen oder der einzigen Diskothek in der Gegend eher schwierig.

Meine Schullaufbahn war wild. Nach der Grundschule ging es aufs Gymnasium, obwohl alle Lehrer meinten, dass die Realschule die bessere Schulform für mich wäre. Ich war nicht dumm, absolut nicht. Eher das Gegenteil war der Fall. Aber trockene Theorie war und ist noch nie mein Ding gewesen. Ich probiere halt Dinge gerne aus und schaue, ob es funktioniert. Ich erarbeite mir Wissen und nutze es dann an derer Stelle oder beim nächsten Projekt. Aber das hald mir damals eher nicht. Ich war faul und hatte nicht verstanden, dass es der Schule, den Lehrern und allen Mitschülern herzlich egal war, ob ich gute Noten schreibe oder scheitere. Man lernt halt nicht für Andere, sondern nur für sich selbst und sein leben. Etwas, dass ich meinen Kindern immer wieder gerne sage – und es an meinem Beispiel erkläre!

Am Ende landete ich sogar kurz auf der Hauptschule. Von dort habe ich mich dann über die Höhere Handelsschule (BWL) wieder hoch gearbeitet. Ein IHK-Praktikum später hatte ich es dann doch noch zur Fachhochschulreife geschafft – um dann an der SAE in Köln mit dem Grundstudium bzw. dem Multimedia Producer Diplom beginnen zu können. Was ich aus dieser Zeit mitnehme? Wie bereits zuvor gesagt: Erklärt euren Kindern, dass Schule, Ausbildung und Studium ganz alleine für sie wichtig ist und die nächsten zwei Drittel ihres Lebens beeinflussen können. Wer da dicht macht und keine Lust hat oder denkt, dass ihm die eigenen Eltern aus jeder Scheiße raushelfen werden – der wird irgendwann feststellen, daß das ein Trugschluss war oder – wenns schlecht läuft – keine Chance mehr haben, sich selber hochzuarbeiten. Bei mir war es so, dass ich erst spät gemerkt habe, dass ich dabei war, Fehler zu machen. Ich habe es dann doch noch zum Bachelor (Honors) Abschluss an der Middlesex Universität in London – in Kooperation mit der SAE – geschafft.

Nach meinem Studium zog ich von München zurück nach Köln, wie oben schon gschrieben. Hier war ich erst für VIVA digital tätig, einer Tochter des Musikfernsehsenders VIVA, die mir sofort einen Job anboten. Ich kam in das Team als man gerade den Launch der neuen Senderwebseite, viva.tv, vorbereitete. Eine von Pixelpark produzierte Seite, die man damals nur mit einem gebündelten ISDN-Anschluss, also 128 Kbit in der Sekunde Geschwindigkeit, ordentlich aufrufen konnte. Das war schon was. Auf viva.tv wurden eigene Fernsehsendungen ausgestrahlt, die in einem eigenen Studio produziert wurden. Hier war ich der Typ, der sich mit HipHop auskennt, der Videospiele spielte, der viel reiste, der Rap-Musik liebte und keinen Anzug oder gar eine Krawatte besaß. Der perfekte “Fachmann” also, um diese oder jene Fragen zu beantworten oder auch um in New York vom Zulu Nation Anniversary zu berichten. Ich bin meinen Chefs von damals echt dankbar, dass sie mir so viele Chancen gaben.

Als klar wurde, dass man sich mit viva.tv ein wenig übernommen hatte und viele Kids damals die Seite aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten gar nicht ordentlich und flüssig aufrufen konnten, blieb ich noch etwa ein halbes Jahr bei VIVA und pflegte die Sendungsseiten von z.B. Oliver Pocher, der damals gerade bei VIVA gestartet war. Ihm habe ich auch Tickets für die erste Eminem Tour besorgt, als er ohne vor der Halle in Hamburg stand und mich während der Fahrt anrief, ob ich noch etwas für ihn tun könnte.

Als man damit begann das VIVA digital Team zu reduzieren, einfach, weil man zuviel wollte und zu wenig erreicht hatte, half mir einer meiner Chefs dabei, noch vor einer eventuellen Kündigung, einen neuen coolen Job zu finden. Für Peter Gabiel, Visionär, Musiklegende und Gründer der Band „Genesis“, arbeitete ich dann in seinem Unternehmen, welches gerade ein Büro in Köln eröffnet hatte. Dort kümmerte ich mich um neue Partner, denn OD2 war quasi ein Vorläufer von iTunes und wollte Musik online verkaufen. Dafür hatte man ein System entwickelt, das Musik nur für seinen Besitzer nutzbar machte. Eigentlich eine spannende Ideen und eine coole Technik, doch leider übernahm Apple mit iTunes, iPod und (später) dem iPhone kurz darauf die Herrschaft in diesem Bereich. OD2 wurde umstrukturiert und später dann an Sony verkauft, wenn ich mich recht erinnere.

So kam es, dass ich für drei Monate keinen Job hatte. Arbeitslos in Köln. Anfang der 2000er Jahre. Kein Spaß! Darum machte ich mich selbständig. Einfach, weil ich keine Lust mehr hatte auf Arbeitsamt und Co. Es kam, wie es kommen musste.

tbc.

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