iOS vs. Android: Wieso ich das Leben im goldenen Käfig mag

Ich liebe meinen goldenen Käfig!

iOS 11 Apple iPhone X iPhone 8 Apple Watch LTE Keynote AndroidRichtig gelesen. Ich lebe – aus der Sicht vieler Android-User – in einem goldenen Käfig, denn die (bösen) Jungs von Apple und ihre Betriebssysteme iOS bzw. OS X zwingen mich dazu, bevormunden mich weitestgehend und beschneiden meine theoretischen Möglichkeiten mit ihren überteuerten Geräten und der darauf genutzten Software.

Auch werden Apple User gerne mal als unwissend oder desinteressiert betitelt, gleichzeitig erheben sich Android-Fans immer wieder mal zu Cracks auf ihrem Gebiet, die einem – häufig ungefragt und ohne, dass es irgendwen interessiert – erzählen möchten, dass man als Apple User all das ist, was ich oben bereits aufgezählt habe. Sehe ich anders. Ich finde, dass ich sogar ein bisschen schlau bin. Wieso?

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Zusammen mit meinem Kumpel Jens vom Atomlabor und den Freunden von gutefrage, die vor Kurzem eine Befragung zum kommenden iPhone 8 Release gestartet haben, habe ich mir mal ein paar Gedanken darüber gemacht, ob ich wirklich in einem Käfig sitze, abgeschirmt und bevormundet – oder ob ich nicht einfach ein schlauer Fuchs bin. Jens wird auf Atomlabor seine Sicht der Dinge auf Android, dessen Entwicklung und den Status Quo abbilden, ich hier werde wohl wieder mal ne Menge erzählen. Aus meinem Leben und wieso das alles so ist, wie es ist.

iOS 11 Apple iPhone X iPhone 8 Apple Watch LTE Keynote AndroidNaja, ich nutze Computer der Firma Apple seit 1997/1998 etwa. Damals war ich auf dem besten Wege an der Kölner SAE mein Multimedia Producer Diplom, die Vorstufe zu meinem Bachelor (Hons.)-Abschluss, zu machen. In einem eintägigen Kurs, der vor den offiziellen Vorlesungen und Projekten stattfand, wurden uns die Geräte aus Cupertino und ihr Betriebssystem näher gebracht. Denn an der SAE wird seit jeher mit Apple gearbeitet. Weltweit. Damals habe ich mein Herz verloren und seit diesem Tag so gut wie keinen Windows PC mehr angefasst. Aus Prinzip nicht. Den Stress, den mir dieses Betriebssystem bis zu diesem Zeitpunkt bereits gemacht hatte, den wollte ich nicht mehr.

Lediglich meiner jetzigen Frau und ihrer Mutter habe ich früher noch ein paar Mal mit ihren PCs geholfen. Denn: Bei der ersten, also meiner Frau, wollte ich landen und die andere – naja – ist halt ihre Mutter! Da muss man auch schon einmal Kompromisse eingehen.

Ok! Zurück zu Apple. Seit diesen Tagen Ende der 90er Jahre habe ich mir jede Menge Apple Produkte zugelegt. Echt mal. Egal, ob mit Power PC oder Intel-Prozessor, egal ob Desktop- oder Mobilrechner, Tablet oder Smartphone. Ich war angekommen. Dort, wo man mir keinen Stress mehr machte. In einer Welt, in der Computer nur extrem selten abstürzten, in der es keine Viren gab, in der man sich nicht mehr zwingend mit der Hardware seines Rechners oder seines mobilen Devices beschäftigen musste und wo man auch als normaler Mensch zurecht kam. Programme konnten problemlos aus dem App-Store geladen werden, installierten sich, konnten genutzt werden. Fertig. Ich musste mich immer nur so sehr mit dem Gerät selber beschäftigen, wie ich es wollte. Alle Programme liefen problemlos. Das System war aufeinander abgestimmt und ein Rechner mit Apfel funktionierte dann einfach. Man klappte ihn auf, arbeitete weiter, klappte ihn wieder zu. Solide. Zuverlässig.

iOS 11 Apple iPhone X iPhone 8 Apple Watch LTE Keynote AndroidStand ein “Pro” im Namen, konnte man mit den jeweiligen Geräten alles etwas schneller oder besser machen. Diese Geräte waren eben auch teurer und wurden für mich auf Dauer dann die Geräte, mit denen ich auch arbeiten wollte. Glücklicherweise hatte ich mein Hobby zum Beruf gemacht und musste Investitionen nur vor mir rechtfertigen.

Apropos Investition. Damit kommen wir zu dem Thema, welches viele Apple-Gegner, die keine ausgewiesenen Android-Fachleute sind, anführen, um mir zu erzählen, wie doof ich doch bin. Mir wird dann vorgerechnet, wie teuer ein MacBook Pro oder ein Mac Pro sind, wieso sich ein iPhone für min. 800 Euro auf keinen Fall lohnt und wieso Geräte mit Android-Betriebssystem soviel besser sind. Oft, weil sie billiger sind. Klar sind sie das. Aber das ist mir egal. Nicht, weil ich unendliche finanzielle Möglichkeiten habe, sondern weil man Apple Devices viele Jahre lang nutzen kann und ein Rechner oder ein iPhone, welches mir vielleicht nicht mehr ausreicht, meiner Frau locker noch einige Jahre lang beste Dienste leisten kann. Ich gebe Geräte weiter in der Familie, an Freunde oder verkaufe sie auch manchmal. Immer mit einem Wertverlust, der überschaubar ist. Pflegt man sein Eigentum und geht mit ihm respektvoll um, kann man nach ein paar Jahren immer noch gutes Geld zurückbekommen. Selten habe ich ein Android Device nach 2-3 Jahren auf eBay gesehen, für das noch 50% oder mehr gezahlt oder verlangt wurden.

Was ich mit diesem Exkurs in meine Vergangenheit mit Apple bezwecke? Ich wollte euch eigentlich erklären, dass es mir gut tut, in diesem abgeschlossenen System zu agieren. Ich muss nicht in die Tiefen des Betriebssystems abtauchen, irgendwelche Updates aus dem Netz ziehen oder selber Hand anlegen. Ich bin mehr als zufrieden mit dem was mir iOS auf dem iPhone und iPad bietet.

Über die iCloud bin ich auf allen Geräten aktuell. Der Desktop meines Mac Pro sieht genauso aus wie der Desktop meines MacBook Pro. Die gespeicherten Texte, die ich im Büro angefangen habe, kann ich auf jedem der erwähnten Geräte öffnen, verändern oder auch löschen. Meine iCloud ist 2TB groß. Nicht weil ich das will, sondern weil Apple den Speicher irgendwann verdoppelt hat, netterweise. Hier liegen wichtige und weniger wichtige Texte, Grafiken, Plug-Ins und Themes für WordPress etc. Wichtiges habe ich natürlich verschlüsselt gespeichert. Auch liebe ich, dass alle Fotos auf meinem iPhone 7 Plus – dessen Kamera ich einfach liebe – vorhanden sind. Ich kann über 50.000 Fotos sehen, scrollen und – wenn ich ein Bild benötige – öffnen. In voller Größe. Dasselbe gilt für die tausenden Mails Damit meine 128 GB nicht irgendwann zur Neige gehen, analysiert das Betriebssystem den vorhandenen Speicher und lagert die großen Dateien aus. Somit laufe ich nicht Gefahr, dass mein iPhone irgendwann mal voll ist. Auch mag ich, dass alle Apps von Apple miteinander harmonieren. Aktuell wechsel ich von
Spotify zu Apple Music. Nicht, weil ich Spotify nicht gut finde, sondern weil es da irgendein Problem mit der Familienlizenz gibt und ich andauernd mehr zahle, ohne, dass hier jemand etwas davon hat. In iOS kann man eine Familienfreigabe einrichten, man kann dann die bezahlten Apps der anderen Familienmitglieder runterladen, Kindern den Zugriff auf dieses und jenes sperren, Downloads absegnen und auch gemeinsam Apple Music nutzen. Einmal eingerichtet, agiert man als Familie und wenn eine App auf mehrere User einer Familie ausgelegt sind, übernehmen diese direkt die Daten. Den Messenger zwischen Apple Devices oder die Möglichkeit, andere iPhones zu orten, gefällt mir als Familienvater ebenfalls.

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Das sind nur ein paar Beispiele für das, was mich seit 19 Jahren an Apple und seit 10 Jahren am iPhone fasziniert. Und natürlich auch an den anderen Devices, die in der Zwischenzeit auf den Markt kamen. Von Apple Watch und Apple TV fange ich gar nicht mehr an.

Mir ist natürlich bewusst, dass alles was ich hier aufgezählt habe, auch mit einem Android-Device möglich ist. Und das vielleicht sogar noch besser, einfacher und schneller. Auch finde ich so manches neue Gerät auf dem Markt echt ansprechend und interessant. Was Samsung da macht, gefällt mir durchaus. Auch die Devices von Huawei und ihren Tochterunternehmen, Honor z.B., sind optisch ganz nah an dem, was ich mir kaufen würde.

Ich möchte hier gar nicht der Besserwisser sein, der euch sagt wieso iOS und das aktuelle oder kommende iPhone 8 bzw. iPhone X das bessere Gerät ist. Ich möchte nur, dass ihr versteht, wieso für mich dieser goldene Käfig so angenehm ist. Und ja, ich würde mich genau wie die 50% bei der Befragung von gutefrage über die Möglichkeit freuen, mein Device kabellos zu laden. Auch bin ich mir gerade gar nicht mal so sicher, ob ich beim iPhone 8 wieder ein “early adopter” sein und das Gerät sofort haben möchte.

Denn das iPhone 7 Plus, von dem ich immer dachte, es viel zu groß und welches ich nur gekauft habe, weil die Kamera so gut ist, leistet mir bis heute treue Dienste und macht einen Neukauf quasi unnötig. Aber warten wir mal ab, was am 12. September von Apple vorgestellt wird und ob ich nicht doch wieder nervös begeistert vor dem Livestream hocke und überlege, welche drei Sneaker meiner Sammlung ich veräußern müsste, um ein neues Device anschaffen zu können. Es ist so hart.

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Jens vom Atomlabor
sieht das natürlich anders. Hier sein Artikel. Das Leben mit Andoid ist sicher einfacher, oftmals günstiger und auch schnelllebiger. Wer bereits 2003 ein Auge auf die frühe Entwicklung von Android geworfen und schon lange vor dem iPhone mit ersten Devices und Versionen gearbeitet hat, der kennt eben auch mehr von der Materie.

Ich für meinen Teil möchte einfach, dass meine Geräte (miteinander) funktionieren, dass sie gut aussehen und dass ich damit bei meiner Arbeit und in meiner Freizeit gleichermaßen gut agieren kann. Ich habe nichts dagegen, dass Leute interessiert schauen, wenn ich, nur Tage nach dem Release eines Gerätes, dieses bereits bei Terminen dabei habe oder mit mir herum tragen. Ein bisschen hat das Alles auch mit dem Stil von Apple und seinem Mitbegründer, Steve Jobs, zu tun. Dieser verstand es, bis kurz vor seinem Tod, einen Hype zu generieren und eine Begehrlichkeit zu wecken, wie es sonst mehr schaffte. Genau mein Ding!

Die Keynotes waren das Highlight des Jahres. Damals gab es noch keine Streams, man musste die Blogs der anwesenden Journalisten verfolgen, meist zwei gleichzeitig. Das hatte etwas von “bei etwas Besonderem dabei sein” und hat viel damit zu tun, wieso ich heute Apple als meine Marke definiere.

Ich hoffe, ihr lest noch mit und euch interessiert, was ich zu diesem Thema zu sagen hatte. Ich für meinen Teil bin echt zufrieden, so wie es ist. Auch wenn ich mir, genau wie die Befragten bei gutefrage, gar nicht soooo sicher bin, ob es direkt wieder ein neues Gerät sein muss.

In Kooperation mit gutefrage. Coole Aktion.


Chef hier. Kind der 70er. Blogs und Content seit Ende der 90er. Viele eigene Projekte und Dienstleister für andere. Immer schon "irgendwas mit Medien". #digitalnative #blogger