Vodafone: Das Dual Stack-Problem und die Rückkehr zu IPv4

Es hat Jahre gedauert, doch der Unitymedia bzw. Vodafone Service hat mir wirklich geholfen!!

Das hier ist keine Vodafone Werbung, kein bezahlter Content oder ein Artikel, für den ich eine Gegenleistung bekommen hätte. Dieser Artikel ist ein Erfahrungsbericht. Ich habe lediglich Links zu unseren Partnern gesetzt.

Als wir vor fast 17 Jahren hier an den Rand von Krefeld zogen, auf einem umgebauten Reiterhof eines der – aus den ehemaligen Ställen – 140 qm großen Reihenhäuser kauften – war es sehr schwer an gutes Internet zu kommen. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich Kunde bei der Telekom, damals noch T-Online, und eigentlich ganz zufrieden. Damals waren Internetgeschwindigkeiten von 6 Mbit normal und 16 Mbit war das, was jeder wollte. Rasend schnelles Internet, also! 🥳

DS-Lite Dual Stack IPv4 IPv6 Protokoll Probleme
Die Telekom war damals nicht in der Lage, hier an dieser Stelle, mehr als 6 Mbit zur Verfügung zu stellen. Da ich zu diesem Zeitpunkt ja schon Blogger und Dienstleister für Dritte war, war ich natürlich darauf bedacht, dass ich immer das schnellste und beste Internet bekomme. Klar. Die Firma Ish, wie Unitymedia, das heute zu Vodafone gehört, damals hieß, bot mir 16 Mbit an – über das Fernsehkabel sollte das klappen. Naja, am Ende waren es 11-12 Mbit, die ankamen. Aber damals waren das etwa 50% mehr als das, was einem die Telekom sicher bieten konnte. Ich war zufrieden.

Von 16 Mbit wechselte ich irgendwann auf 32 Mbit, dann auf 50 Mbit und auf 100 Mbit – um dann irgendwann von 500 Mbit auf 1 Gbit wechseln zu können. Das ist aktuell das größte Paket, welches Unitymedia – bzw. Vodafone – aktuell anbieten. Klar, ich habe jeden Sprung mitgemacht, habe immer die größten Pakete mitsamt Telefon-Komfortoption gebucht (3 Nummern, zwei Leitungen, ähnlich ISDN). Der Begriff “early adopter” kam zwar erst viel später auf, aber so würde ich mich beschreiben. Das Kind vom Land, welches in den Hochzeiten der AMIGA Szene-Kultur schon mit mehreren US Robotics Modems und der BBS Software AmiExpress herum experimentiert hatte, wollte einfach immer das Beste haben, um bestmöglich arbeiten und online sein zu können. Naja,.. wenn Hobby = Beruf?! So what?

Am Anfang war ich ja nix gewohnt, freute mich über das immer größer werdende Internet und die Möglichkeiten, die es mir brachte. Online-Shopping, News aus aller Welt, Szenen erkunden, ohne weltweit durch Städte ziehen und Shops besuchen zu müssen – was ich gerade heute so gerne wieder täte. Aber gut. Danke für nix, Corona! Das Internet brachte mir aber auch Arbeit, Blogs, Affiliate Marketing und Social Media. Von daher,.. ich war happy!

Doch irgendwann vor mindestens 5 Jahren, wahrscheinlich schon früher, wurde das Netz hier immer schlechter. Der Sätze “das Internet ist weg” oder “das Internet ist mies” waren an der Tagesordnung. Oft brach auch alles ab und wir hatten gar keine Verbindung. Ich wusste, dass die Fritz! Boxen von Unitymedia und später auch Vodafone nie die aktuellsten Versionen des Betriebssystems bekamen. Da dachte ich, läge unser Problem. Also investierte ich in den letzten 5-10 Jahren locker 1000 Euro in freie Geräte, die man auch an seinem Anschluss nutzen konnte und gab die Leihgeräte zurück. Auch kaufte ich etwa 6 oder 7 Fritz! Repeater der Firma AVM.

Zum Beispiel den 1750E oder kürzlich noch den Fritz! Repeater 2400 und den Fritz! Repeater 3000. Tolle Geräte, die das Internet hier im Haus besser machen sollten. Im Grunde taten sie das auch – doch aus unserer laienhaften Perspektive, weil das Internet immer schlechter wurde, von Jahr zu Jahr, lag es weiterhin an uns und unserem Setup hier. Denn die Speedtests von Unitymedia und später Vodafone suggerierten mir immer, dass an unserem Anschluss alles super sei und auch dass 800 – 1000 Mbit ankommen. Nur im Haus war alles mies. Trotz aktueller Fritz! Devices hatte ich nur nach einem Neustart der Box – für eine gewisse Zeit – gutes Internet. Doch dieses wurde entweder immer schlechter oder brach weiterhin ab.

Durch Corona wurde das Ganze noch schlimmer. Denn an unserem Knotenpunkt hängen viele Menschen, die – bedingt durch Home Office und sehr viel Freizeit – sehr viele Daten empfangen und senden und quasi immer online sind. Ok, das haben wir natürlich vermutet, aber nicht gewusst. Erst der wirklich sehr bemühte Service von Vodafone, der mir zum einen vor einigen Wochen mit der richtigen Einrichtung meiner Repeater helfen wollte und auch irgendwann erkannte, dass es bei mir nicht an uns bzw. dem Setup liegt, hat mir geholfen.

Denn bei uns – so wie bei vielen Unitymedia und Vodafone Kunden – wurde Dual-Stack Lite, kurz DS-Lite verwendet. Etwas, dass früher anders war, als noch nicht Milliarden von Menschen im Internet unterwegs waren. Früher bekam man einen festen Internet Protocol v4 (IPv4) Zugang, der mit allen Webseiten und Services im Netz kompatibel war. DS-Lite hingegen neigt dazu – schlagt mich, wenn ich falsch liege oder es falsch erkläre – Probleme zu machen, unter Umständen. Diese Umstände waren bei mir das Problem. Technisch habe ich immer noch keine Ahnung, doch nachdem der sehr bemühte Mitarbeiter von Vodafone mit mir zusammen den den Wechsel zu IPv4 durchgeführt hatte, war alles anders und so viel besser. Das, was ich bei Freunden immer beneidet habe, dass man das iPad einschaltet oder das MacBook aufklappt und das Internet steht sofort zur Verfügung, ist seit gestern tatsächlich auch bei uns der Fall. 

Früher wollte ich immer nur das Beste und das Schnellste. Nach dem letzten Wochenende war ich soweit, wieder auf DSL mit 16 oder 32 Mbit zurück zu wechseln – einfach, weil ich wirklich dachte, dass unsere geografische Lage, die Kabelauslastung bzw. die Qualität der Leitung oder was weiß ich Schuld an unseren unfassbar häufigen Ausfällen waren – doch jetzt weiss ich, dass wir nur eine simple Änderung benötigten, zurück auf das, was ich bereits vor 16 Jahren gebucht hatte und das man mir bei diversen Vertragsverlängerungen wieder genommen hat, weil IPv4 Zugänge irgendwann zu einem raren Gut geworden sind und es sogar Unternehmen zu geben scheint, die solche Zugänge vermieten, eben für Menschen wie mich, die Probleme haben oder solch einen Zugang für ihr Home-Office benötigen.

Zur Erklärung:

Dual-Stack Lite (DSLite) ist ein Verfahren, mit dem sich Anwendungen, die das Internet Protocol v4 (IPv4) verwenden, an Internetzugängen über das Internet Protocol v6 (IPv6) nutzen lassen. Bei einem DSLite-Zugang können Sie nach wie vor aus dem Heimnetz heraus über beide IP-Protokolle Verbindungen aufbauen und somit IPv4- und IPv6-Webdienste nutzen. Denn alle ausgehenden IPv4-Verbindungen werden durch einen DSLite-Tunnel Ihres Providers geschleust, der IPv4-Pakete in IPv6-Pakete verpackt.