Photoshop bekommt Markup: Adobe lässt uns KI-Edits jetzt einfach ins Bild zeichnen

Adobe baut Photoshop weiter um KI-Funktionen aus, aber diesmal geht es nicht nur um noch mehr Generieren per Textprompt. Mit dem neuen „Markup“ bekommt Photoshop eine Funktion, die eigentlich erstaunlich naheliegend ist: Statt der KI umständlich in Worten zu erklären, was genau im Bild verändert werden soll, kann man einfach direkt hineinzeichnen.

Ein Pfeil hier, eine grobe Skizze dort, ein markierter Bereich für eine neue Farbe – und Photoshop versucht anschließend, diese visuellen Hinweise zusammen mit dem Prompt zu verstehen. Gerade wer schon einmal zehnmal versucht hat, einer generativen Bildfunktion zu erklären, dass bitte wirklich nur das eine Objekt verändert werden soll, dürfte ziemlich schnell verstehen, warum das interessant ist.

Markup macht Prompts konkreter

Textprompts funktionieren gut, solange die Aufgabe eindeutig ist. „Mach den Himmel dramatischer“ versteht eine KI meistens problemlos. Schwieriger wird es, wenn mehrere ähnliche Objekte im Bild sind oder eine Änderung an einer ganz bestimmten Stelle passieren soll.

Mit Markup kann man genau dort ansetzen. Adobe nennt Beispiele wie Bereiche markieren, die umgefärbt werden sollen, Pfeile zeichnen, um Positionen vorzugeben, oder grobe Formen ins Bild malen, die anschließend durch neue Elemente ersetzt werden.

Das erinnert ein bisschen daran, wie man einem Kollegen eine Bildkorrektur erklären würde. Statt fünf Sätze zu schreiben, malt man schnell einen Kreis und sagt: „Hier bitte ändern.“ Für generative Bildbearbeitung ist das vermutlich eine der sinnvollsten Arten, KI weniger zufällig wirken zu lassen.

Instruct Edit mit Masken schützt den Rest des Bildes

Parallel dazu führt Adobe „Instruct Edit with Masks“ ein. Hier geht es darum, Änderungen per Prompt innerhalb einer definierten Maske vorzunehmen, während nicht markierte Bereiche unberührt bleiben sollen.

Das klingt banal, löst aber ein echtes Problem generativer Bildbearbeitung. Wer nur eine Mütze auf einem Kopf ergänzen möchte, will nicht plötzlich ein leicht anderes Gesicht, veränderte Logos oder neue Details im Hintergrund bekommen.

Adobe verspricht, dass Firefly Image 5 den gesamten Bildkontext berücksichtigt, aber die Bearbeitung trotzdem auf den ausgewählten Bereich beschränkt. Wenn das zuverlässig funktioniert, dürfte das für professionelle Workflows deutlich wichtiger sein als spektakuläre Komplett-Generierungen.

Gerade in Marketing, Produktfotografie oder Social Media muss ein Ergebnis schließlich nicht nur hübsch aussehen. Logos, Produkte, Gesichter und Markenfarben müssen exakt bleiben.

Der AI Assisted Editor wird eine eigene Arbeitsfläche

Adobe geht noch einen Schritt weiter und führt einen „AI Assisted Editor“ als Beta ein. Dabei handelt es sich um eine alternative Oberfläche innerhalb von Photoshop, die stärker auf natürliche Sprache und generative Werkzeuge ausgelegt ist.

Dort lassen sich Funktionen wie Hintergrund entfernen, Generative Expand, Generative Fill, Upscaling und verschiedene Bearbeitungen über Prompts anstoßen. Auch AI Markup gehört dazu.

Wichtig ist: Der klassische Photoshop-Workflow verschwindet dadurch nicht. Wer weiterhin mit Ebenen, Masken, Auswahlwerkzeugen und dem normalen Pro Editor arbeiten möchte, kann das tun. Adobe stellt die KI-Oberfläche eher als zusätzliche Option daneben.

Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich wichtig. Photoshop ist mächtig, weil man unglaublich präzise arbeiten kann. Wenn Adobe daraus einfach nur einen großen Prompt-Kasten machen würde, wäre das für viele Nutzer eher ein Rückschritt.

Auch der klassische Editor bekommt Prompt to Edit

Wer nicht in den neuen AI Assisted Editor wechseln möchte, bekommt „Prompt to Edit“ direkt in der Contextual Task Bar des normalen Editors. Damit lassen sich komplette Bildänderungen per natürlicher Sprache anstoßen.

Die Ergebnisse landen als generative Ebenen im Ebenenstapel. Das ist ein kleines Detail, aber ein gutes. Änderungen bleiben dadurch nachvollziehbar und zerstören nicht einfach das Originalbild.

Photoshop bleibt also zumindest in der Theorie das, was es immer war: ein nicht-destruktiver Werkzeugkasten. Die KI ist eine neue Ebene darin und nicht zwangsläufig der Ersatz für alles andere.

Neue Lichtkorrektur und Adobe Stock direkt in Photoshop

Neben den KI-Funktionen gibt es auch klassischere Neuerungen. Eine neue Light Adjustment Layer bringt unter anderem Belichtung, Kontrast, Highlights, Schatten, Weiß und Schwarz als nicht-destruktive Einstellungsebene direkt in den Photoshop-Workflow.

Wer häufig zwischen Photoshop und Camera Raw springt, dürfte das begrüßen. Außerdem integriert Adobe den Stock-Katalog stärker direkt in Photoshop. Laut Adobe stehen dort mehr als 900 Millionen Assets zur Suche und Vorschau bereit, ohne dass man ständig zwischen Browser und Anwendung wechseln muss.

Dynamic Text wird ebenfalls erweitert und kann sich künftig an eigene Formen und Pfade anpassen. Für Layouts, Poster und Social-Design ist das eine dieser kleinen Funktionen, die im Alltag schnell mehr Zeit sparen können als irgendeine große KI-Demo.

KI wird in Photoshop langsam zum normalen Werkzeug

Was mir an diesem Update gefällt: Adobe scheint langsam wegzukommen von der Phase, in der KI vor allem über beeindruckende „Schau mal, ich habe einen Elefanten in die Straße generiert“-Demos verkauft wurde.

Markup, Masken und generative Ebenen sind weniger spektakulär, aber viel näher an echter Arbeit. Es geht darum, schneller zu dem Ergebnis zu kommen, das man ohnehin im Kopf hat.

Genau dort wird KI in Kreativsoftware meiner Meinung nach wirklich nützlich. Nicht wenn sie die komplette Gestaltung übernimmt, sondern wenn sie lästige Zwischenschritte reduziert.

Natürlich bleibt die Qualität entscheidend. Wenn Markup nur in jeder zweiten Situation versteht, was gemeint ist, landet man wieder beim klassischen Freistellen und Maskieren. Aber die Richtung stimmt.

Für mich ist Markup wahrscheinlich die spannendste Neuerung des Pakets. Eine KI nicht nur mit Worten, sondern direkt visuell anweisen zu können, fühlt sich bei einem Programm wie Photoshop einfach logisch an.

Offizielle Presse- und Bildquelle: https://blog.adobe.com/en/publish/2026/08/27/new-photoshop-innovations-bring-you-more-choice-control-at-every-stage-of-your-creative-process

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