adidas KENTRO im Test: Sportbrille für Gravel & Running
Im Test: Eine Sportbrille für Gravel, Running und den Alltag
Eine Sportbrille muss für uns vor allem eines können: unkompliziert sein und ihr Ding machen. Niemand möchte vor einer längeren Runde, egal ob auf dem Rad oder den Alpen, überlegen, ob die Sonne später noch scheint, ob es durch den Wald geht oder ob sich das Wetter unterwegs komplett verändert. Genau an diesem Punkt setzt die adidas KENTRO SP0123 02Z an. Ihre selbsttönenden Gläser sollen sich automatisch an die jeweiligen Lichtverhältnisse anpassen und damit möglichst viele Situationen mit einer einzigen Brille abdecken. Und das macht sie sehr gut.

Wir haben die KENTRO deshalb nicht nur für eine kurze Runde aufgesetzt, sondern sie in ganz unterschiedlichen Situationen ausprobiert: auf dem Gravel Bike, beim Laufen und ganz recht normal beim Spazierengehen mit dem Hund. Sowohl bei 25+ Grad in der Sonne, aber auch in den letzten Tagen, an denen das Wetter nicht mehr so spektakulär war. Gerade diese Mischung zeigt ziemlich schnell, ob eine Sportbrille wirklich vielseitig ist oder eigentlich nur in einer ganz bestimmten Situation funktioniert.
Sehr angenehmer Sitz
Was bereits nach kurzer Zeit auffällt: Die KENTRO sitzt wirklich angenehm. Der Rahmen ist leicht und drückt bei uns weder an der Nase noch hinter den Ohren. Gerade auf dem Gravel Bike ist das - unserer Meinung nach - wichtig, denn eine Brille, die nach 20 Minuten anfängt zu nerven, wird nach einer längeren Tour sicher nicht zur ersten Wahl für das nächste Mal. adidas setzt beim Rahmen auf flexibles TR90-Material sowie gummierte und anpassbare Kontaktpunkte an Nase und auf den Bügeln. Dazu kommen Belüftungsöffnungen, die helfen sollen, das Beschlagen der Gläser zu reduzieren.

In der Praxis gefällt uns vor allem, dass die Brille sicher sitzt, ohne sich dabei besonders fest anzufühlen. Auch auf schlechteren Wegen mit etwas mehr Bewegung bleibt sie da, wo sie hingehört. Beim Laufen ergibt sich ein ähnliches Bild. Kein ständiges Nachschieben, kein unangenehmes Wackeln. Mit diesem Eindruck sind wir übrigens nicht allein. Ein Tester von OUTSIDEstories trug die KENTRO über sechs Wochen beim Trailrunning und Laufen und hebt ebenfalls den stabilen Sitz, das große Sichtfeld und den Komfort auf längeren Strecken hervor. Selbst bei intensiveren Bewegungen musste die Brille dort kaum nachjustiert werden.
Noch etwas extremer fiel der Test bei Engearment aus: Dort wurde die KENTRO bei einem Trailrun im Hochgebirge ausprobiert. Trotz Schweiß, steinigen Passagen und viel Bewegung blieb sie nach Aussage des Testers zuverlässig an ihrem Platz. Besonders die Kombination aus Nasenpad und gummierten Bügelenden wurde positiv hervorgehoben. Auch beim Radfahren gibt es ähnliche Erfahrungen. SportLife beschreibt nach mehreren Trainingseinheiten einen sehr angenehmen Sitz und sicheren Halt. Dort wird allerdings empfohlen, sich vor der ersten längeren Tour ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um die Bügel passend zum eigenen Kopf und zum Helm einzustellen. Das passt ziemlich genau zu unserem Eindruck.

Interessanterweise funktioniert sie aber auch beim normalen Spaziergang überraschend gut. Natürlich sieht man ihr an, dass sie aus dem Sportbereich kommt. Sie wirkt aber nicht so extrem, dass man damit ausschließlich auf dem Fahrrad oder im Lauf-Outfit unterwegs sein möchte. "Schnelle Brillen" sind schon immer ein Fashion- oder Style-Piece gewesen. Egal, ob in den 80ern, 90ern oder auch jetzt in 2026. Ernstgemeinte Brillenmarken wie z.B. Carrera oder Cazal haben nicht umsonst versucht, den sportlichen Style in ihre Kollektionen zu bringen.
Die selbsttönenden Gläser machen den Unterschied
Das eigentliche Highlight unserer Variante sind allerdings die photochromen POWERVIZN™ Gläser. Sie verändern ihre Tönung abhängig von der Umgebungshelligkeit. Laut adidas deckt die Brille die Filterkategorien 1 bis 3 ab und erreicht eine Lichtdurchlässigkeit von 50 bis 10 Prozent. Dieses macht auf dem Gravel Bike besonders viel Sinn. Wer regelmäßig fährt, kennt das Problem: Auf einer freien Straße scheint noch die Sonne, wenige Minuten später geht es durch einen schattigen Waldabschnitt. Mit einer normalen stark getönten Sonnenbrille kann es dort schnell ziemlich dunkel werden. Bei der KENTRO funktioniert der Wechsel erstaunlich unauffällig. Man merkt nicht ständig bewusst, dass sich gerade etwas verändert. Und wahrscheinlich ist genau das das beste Kompliment, das man dem guten Stück machen kann.
Solange die Sonne nicht direkt vor der eigenen Nase steht, funktionieren die selbsttönenden Gläser nach unserem Eindruck sehr gut. Gerade bei wechselnden Bedingungen, leicht bewölktem Himmel oder dem Wechsel zwischen offenen Flächen und Schatten spielt die Brille ihre Stärke aus.

Besonders gut auf dem Gravel Bike
Unser liebster Einsatzbereich bleibt deshalb das Fahrrad, egal ob Mountain- oder Gravel Bike. Beim Fahren längerer Strecken ändern sich die Bedingungen teilweise innerhalb weniger Sekunden. Asphalt, Feldwege, Wald, offene Flächen und unterschiedliche Sonnenstände wechseln ständig. Hier hilft die violette Kontrastbasis der Gläser. Sie soll besonders auf grünen und braunen Untergründen für eine bessere Wahrnehmung von Details sorgen. Die gute Erkennbarkeit von Steinen, Spurrillen und wechselnden Untergründen wird nicht nur von uns, sondern auch von professionellen Testern hervorgehoben.
Eine Brille statt drei
Nach unseren ersten Einsätzen liegt genau darin der größte Vorteil der adidas KENTRO. Sie versucht nicht, die extremste Sportbrille für eine ganz bestimmte Disziplin zu sein. Stattdessen ist sie ein ziemlich guter Allrounder. Morgens eine Runde laufen, später mit dem Bike raus und zwischendurch mit derselben Brille eine Runde spazieren gehen? Funktioniert problemlos.
Fairerweise sollte man aber auch sagen, dass die große Form nicht jedem Gesicht gleich gut stehen oder passen wird. Wir hier hatten immer wieder das Problem, dass (auch normale) Brillen viel zu klein wirkten. Wir haben speziell nach einer Brille gesucht, die nicht im Gesicht verschwindet. Dennoch: Ausprobieren schadet hier also nicht.
Die Fotos zu diesem Artikel sind übrigens krankheitsbedingt noch vor einer richtigen Tour mit unserem neuen CUBE Gravel Bike entstanden. Ganz so, wie wir es eigentlich geplant hatten, konnten wir die erste größere gemeinsame Runde also noch nicht umsetzen. Das holen wir aber nach. In den kommenden Tagen und Wochen wird die KENTRO definitiv mit auf weitere Touren und Ausflüge kommen. Denn schon nach den ersten Einsätzen ist klar: Die Brille gehört für uns inzwischen zu den Essentials, die beim Rausgehen einfach mit müssen.
Mit einer UVP von 195 Euro gehört die KENTRO nicht unbedingt zu den günstigen Sportbrillen. Nur fair. Immerhin bekommt ihr hier auch etwas fürs Geld. Nämlich eine angenehm leichte Brille, einen sehr guten Sitz und in der von uns getesteten 02Z vor allem photochrome Gläser, deren Vorteil wir bereits oben mehrfach in den Fokus gerückt haben.
Die KENTRO macht im Alltag letztlich genau das, was eine gute Sportbrille machen sollte: Man setzt sie auf und muss sich danach möglichst wenig mit ihr beschäftigen.
Link: adidas Eyewear
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Transparenzhinweis: Die adidas KENTRO wurde uns von adidas Eyewear für einen Dauertest kostenfrei zur Verfügung gestellt. adidas hatte zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf den Inhalt oder die Bewertung in diesem Artikel. Für den Beitrag wurde weder Geld gezahlt noch haben wir eine andere Form der finanziellen oder sonstigen Unterstützung erhalten.
Nach Vinted – jetzt verkaufe ich mit ChatGPT auf Kleinanzeigen
Eigentlich wollte ich einfach nur ein paar Sachen verkaufen. Klamotten, Sneaker und andere Dinge, die bei mir zu Hause herumliegen und die ich nicht mehr brauche.
Dafür war Vinted lange ziemlich praktisch: Fotos machen, Artikel einstellen, warten und im besten Fall verkaufen. Bis Vinted irgendwann entschieden hat, dass ich nicht mehr mitspielen darf und meinen Account gesperrt hat. Warum genau, möchte ich an dieser Stelle gar nicht groß ausdiskutieren. Wer schon einmal bei einer Plattform plötzlich vor verschlossenen Türen stand, kennt wahrscheinlich das Problem: Man hat dort seine Artikel, Bewertungen und Nachrichten und sich über die Zeit einen ganz guten Workflow aufgebaut. Und plötzlich ist das alles weg. Also musste eine Alternative her.
>> Was passiert ist und wieso ich daran keine Schuld habe, erfahrt ihr in diesem Artikel von mir.
Zur Einordnung: Ich liebe Vintage-Shopping, kenne aus über 25 Jahren Mode- und Sneaker-Business auch die Brands und Produkte, die hochwertig oder selten sind. Aber kaufen würde ich sie mir nur selten zum regulären Preis und neu. Dafür gehe ich immer wieder auf die Jagd und versuche, die Dinge, die mich ansprechen, günstiger - und natürlich echt zu bekommen. Mit Kaufbeleg und in bestem Zustand. So kam es auch, dass ich bei Vinted nicht mehr verkaufen darf. Weil ich auf die Echtheit meines Produkt hingewiesen habe. Mehr nicht. Aber gut.
Zurück zu Kleinanzeigen
Die naheliegendste Lösung war für mich Kleinanzeigen. Die Plattform kennt wahrscheinlich jeder in Deutschland, wobei ich sie früher eher mit gebrauchten Fahrrädern, Möbeln, Autos oder dem berühmten „Was letzte Preis?“ verbunden hätte als mit Kleidung und Sneakern. Aber warum eigentlich nicht? Die Reichweite ist da, die Plattform funktioniert und vor allem bin ich dort nicht ausschließlich darauf angewiesen, dass sich Leute herumtreiben, die gerade gezielt nach Mode suchen. Also habe ich angefangen, meine Sachen dort einzustellen.
Dabei ist mir allerdings ziemlich schnell wieder eingefallen, was mich am privaten Verkaufen im Internet am meisten nervt. Es ist gar nicht das Fotografieren und meistens auch nicht das Beantworten von Nachrichten. Es ist das Erstellen der Anzeigen. Titel überlegen, Beschreibung schreiben, den Zustand vernünftig erklären, Marke, Modell und Größe unterbringen und darauf achten, dass nichts Wichtiges fehlt. Bei einem Artikel ist das kein Problem. Wenn aber ein ganzer Stapel Kleidung und mehrere Paar Sneaker darauf warten, eingestellt zu werden, hat man irgendwann keine Lust mehr, zum zwanzigsten Mal nahezu die gleiche Beschreibung zu formulieren. Genau an dieser Stelle kommt bei mir inzwischen ChatGPT ins Spiel.
Foto rein, Beschreibung raus
Mein Workflow ist mittlerweile ziemlich simpel. Ich fotografiere den Artikel, den ich verkaufen möchte, und gebe ChatGPT die wichtigsten Informationen dazu. Vieles lässt sich bereits auf den Bildern erkennen, andere Angaben ergänze ich selbst, beispielsweise Größe, Zustand, Modellbezeichnung oder Besonderheiten. Daraus lasse ich mir anschließend einen passenden Titel und eine Beschreibung für Kleinanzeigen erstellen. Das Ergebnis muss dabei gar kein perfekter Werbetext sein. Im Gegenteil: Ich möchte eigentlich nur eine vernünftige, natürliche Beschreibung, die alle relevanten Informationen enthält und nicht klingt, als würde gerade eine Marketingagentur versuchen, meinen gebrauchten Hoodie zur größten Innovation des Jahres zu erklären.
Das spart überraschend viel Zeit. Ich muss nicht jedes Mal vor einem leeren Beschreibungsfeld sitzen und überlegen, wie ich schon wieder formuliere, dass etwas getragen wurde, sich aber trotzdem in einem guten Zustand befindet. Stattdessen bekomme ich einen fertigen Entwurf, kontrolliere die Angaben, ändere gegebenenfalls zwei oder drei Stellen und kann die Anzeige einstellen. Natürlich sollte man dabei nicht einfach blind übernehmen, was die KI schreibt. Wenn ein Artikel einen Fleck, eine kleine Beschädigung oder andere Gebrauchsspuren hat, muss ich das selbst angeben. Auch Größen, genaue Modellnamen oder Materialangaben kontrolliere ich, wenn sie nicht eindeutig zu erkennen sind. ChatGPT übernimmt bei mir also nicht die Verantwortung für die Anzeige, sondern hauptsächlich die nervige Schreibarbeit.
Richtig interessant wird es bei vielen Artikeln
Bei einem einzelnen Artikel ist die Zeitersparnis wahrscheinlich überschaubar. Ob ich eine Beschreibung selbst in fünf Minuten schreibe oder mit ChatGPT nach einer Minute fertig bin, verändert meinen Alltag nicht grundlegend. Interessant wird das Ganze aber, wenn zehn, zwanzig oder noch mehr Sachen verkauft werden sollen. Dann wird daraus ein ziemlich angenehmer Workflow: Artikel fotografieren, Informationen nennen, Beschreibung erstellen lassen, kurz kontrollieren und weiter zum nächsten. Gleichzeitig sehen die Anzeigen dadurch einheitlicher aus, weil sie immer nach einem ähnlichen Schema aufgebaut sind.
Ich kann ChatGPT beispielsweise vorgeben, dass zuerst ein möglichst eindeutiger Titel erstellt werden soll und danach eine kurze, natürliche Beschreibung mit Größe, Zustand und relevanten Details folgt. Keine unnötigen Superlative, kein künstliches Verkaufsgeschwurbel und möglichst auch keine Formulierungen, die sofort nach KI klingen. Einfach die Informationen, die ich als Käufer selbst gerne sehen würde. Das klingt erst einmal banal, macht bei einer größeren Anzahl an Anzeigen aber einen deutlichen Unterschied.
Auch beim Preis kann ChatGPT helfen
Noch interessanter wird es beim Thema Preis. Natürlich kann mir ChatGPT nicht magisch sagen, was jemand am Ende tatsächlich für einen gebrauchten Hoodie oder ein Paar Sneaker bezahlen wird. Aber die KI kann mir helfen, meine eigene Preisvorstellung etwas einzuordnen. Dafür spielen der ursprüngliche Verkaufspreis, Zustand, Alter, Marke und Modell genauso eine Rolle wie vergleichbare Angebote. Gerade bei Sneakern, Streetwear oder etwas spezielleren Artikeln finde ich das durchaus hilfreich.
Meistens habe ich selbst ungefähr im Kopf, was ich gerne für einen Artikel bekommen würde. Allerdings gibt es einen ziemlich großen Unterschied zwischen „Das hat damals viel Geld gekostet“ und „Das ist heute auf dem Gebrauchtmarkt noch so viel wert“. ChatGPT ist deshalb auch hier für mich kein Orakel, sondern eher eine zweite Einschätzung. Den endgültigen Preis lege natürlich weiterhin ich selbst fest.
Aus der Vinted-Sperre wurde ein neuer Workflow
Natürlich hätte ich meinen Vinted-Account lieber einfach weiter benutzt. Die Sperre war weder geplant noch hatte ich besonders große Lust darauf, meinen bisherigen Verkaufsprozess auf eine andere Plattform umzuziehen. Rückblickend hat sie mich aber zumindest dazu gebracht, den ganzen Ablauf einmal neu zu überdenken. Statt meine Sachen auf Kleinanzeigen einfach genauso einzustellen wie vorher bei Vinted, habe ich versucht, den Prozess möglichst unkompliziert zu machen. Und dabei ist die Kombination aus Kleinanzeigen und ChatGPT für mich tatsächlich ziemlich praktisch geworden.
Für mich ist das gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, wo KI im Alltag wirklich sinnvoll sein kann. Es muss nicht immer der riesige AI-Agent sein, der angeblich das komplette Leben organisiert, Termine bucht und nebenbei noch die Steuererklärung macht. Manchmal reicht es vollkommen, wenn mir die KI zehn langweilige Produktbeschreibungen abnimmt, aus ein paar Stichpunkten einen vernünftigen Text macht und mir dabei hilft, einen realistischen Preis einzuschätzen. Ich spare Zeit, meine Anzeigen sehen ordentlicher aus und Dinge, die bei mir ohnehin nur herumliegen, landen deutlich schneller online.
Ob Kleinanzeigen für mich Vinted langfristig komplett ersetzen kann, wird sich noch zeigen. Der Wechsel war jedenfalls wesentlich unkomplizierter, als ich zunächst gedacht hatte. Vielleicht war die Vinted-Sperre also gar nicht das Ende meines kleinen digitalen Kleiderschranks. Ich bin im Grunde nur umgezogen: von Vinted zu Kleinanzeigen. Und mein neuer Verkaufsassistent schreibt die Anzeigen gleich mit.
Von 4K auf 6K: Warum ich meinen LG UltraFine Ergo gegen den neuen UltraFine evo 6K getauscht habe
Es gibt Technik, die man kauft, eine Zeit lang benutzt und irgendwann einfach gegen etwas Neues austauscht. Und dann gibt es Geräte, bei denen man bestimmte Dinge so schätzen lernt, dass man sie beim nächsten Upgrade auf keinen Fall mehr missen möchte.
Bei meinem Monitor war es eine Mischung aus beidem. In den vergangenen Jahren stand auf meinem Schreibtisch der LG UltraFine Ergo 32UN880K-B. Ein 31,5 Zoll großer 4K-Monitor mit IPS-Panel, HDR10 und USB-C. Vor allem aber mit einem Feature, das für mich irgendwann fast wichtiger wurde als viele technische Daten auf dem Papier: dem LG Ergo-Standfuß. Jetzt habe ich den 32UN880K-B durch den neuen LG UltraFine evo 32U990A-S ersetzt. Wieder 32 Zoll, aber diesmal mit 6K-Auflösung, Nano IPS Black, DisplayHDR 600 und Thunderbolt 5. Und nach den ersten Stunden mit dem neuen Display kann ich bereits sagen: 6K auf 32 Zoll ist ziemlich beeindruckend.
Der alte LG war eigentlich immer noch richtig gut
Vielleicht muss man direkt eines vorwegnehmen: Ich habe den 32UN880K-B nicht ersetzt, weil ich mit ihm unzufrieden gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Mit 3.840 × 2.160 Pixeln auf knapp 32 Zoll bietet der UltraFine Ergo auch heute noch eine sehr gute Arbeitsfläche. Das IPS-Panel, USB-C und vor allem das gesamte Ergo-Konzept haben für mich über lange Zeit sehr gut funktioniert. Für meinen Alltag am Mac war das eine ziemlich gute Kombination.
Vor allem aber hat mich LG mit dem Ergo-Konzept überzeugt. Statt eines klassischen Standfußes wird der Monitor über eine Schreibtischhalterung befestigt. Der Bildschirm lässt sich nach vorne und hinten ziehen, in der Höhe verstellen, neigen, drehen und zur Seite schwenken. Gleichzeitig steht kein riesiger Monitorfuß mitten auf dem Schreibtisch. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist der Wechsel zurück zu einem normalen Monitorständer erstaunlich schwer. Genau deshalb durfte der Ergo-Fuß auch bleiben.

Neuer Monitor, alter Ergo-Fuß
Der neue LG UltraFine evo 32U990A-S wird eigentlich mit einem eigenen Standfuß geliefert. Der ist optisch durchaus passend zum neuen silbernen Design des Monitors. Trotzdem war für mich ziemlich schnell klar, dass ich meinen bisherigen Ergo-Fuß weiterverwenden möchte. Also hängt der neue 6K-UltraFine bei mir jetzt am Ergo-Arm meines bisherigen 32UN880K-B. Das verbindet für mich das Beste aus beiden Generationen: das neue Display mit seiner deutlich höheren Auflösung und modernen Anschlüssen mit der Schreibtischhalterung, die ich über die vergangenen Jahre wirklich schätzen gelernt habe. Gerade auf einem Schreibtisch finde ich diese Lösung deutlich angenehmer. Ich kann den Monitor näher zu mir ziehen, ihn bei Bedarf zurückschieben, die Höhe verändern oder ihn seitlich drehen. Und wenn ich den Platz unter dem Display brauche, ist dort eben kein großer Standfuß im Weg. Manchmal sind es genau solche Dinge, die auf keinem Datenblatt besonders spektakulär aussehen, im Alltag aber einen riesigen Unterschied machen.
Der eigentliche Grund für das Upgrade: 6K
Natürlich kauft man einen solchen Monitor am Ende aber nicht wegen seines Standfußes. Der spannendste Unterschied steckt im Panel. Der LG UltraFine evo 32U990A-S löst mit 6.144 × 3.456 Pixeln auf. Das sind rund 21,2 Millionen Pixel. Zum Vergleich: Ein klassischer 4K-Monitor mit 3.840 × 2.160 Pixeln kommt auf rund 8,3 Millionen Pixel. Damit stellt das 6K-Panel etwa zweieinhalbmal so viele Pixel dar wie ein 4K-Display.
Und ja: Man sieht es.
Ich habe über die Jahre verschiedene 4K- und auch 5K-Monitore besessen oder benutzt. Deshalb war ich durchaus gespannt, ob 6K auf 32 Zoll wirklich noch einmal einen Unterschied macht oder ob wir inzwischen in einem Bereich angekommen sind, in dem die Zahlen auf dem Datenblatt beeindruckender sind als das tatsächliche Ergebnis. Für mich ist der Unterschied klar sichtbar. Vor allem Schrift sieht extrem sauber aus. Kleine Texte, die Benutzeroberfläche von macOS, Icons, Browserinhalte und feine grafische Elemente wirken noch einmal schärfer und ruhiger. Es ist weniger dieser klassische „Wow, da sind mehr Pixel“-Effekt, sondern vielmehr das Gefühl, dass die Darstellung insgesamt unglaublich fein und präzise geworden ist.
6K und macOS sind eine verdammt gute Kombination
Ich nutze den neuen UltraFine evo an meinem MacBook Pro M5. Gerade hier ergibt die hohe Pixeldichte für mich besonders viel Sinn. macOS profitiert meiner Meinung nach enorm von hochauflösenden Displays. Texte, Menüs und Bedienelemente sehen bei entsprechendem Scaling einfach sehr sauber aus. Mit 6K auf 32 Zoll erreicht der LG eine Pixeldichte von ungefähr 224 Pixeln pro Zoll. Beim bisherigen 32-Zoll-4K-Modell sind es rund 140 ppi.
Das klingt zunächst nach einer Zahl für Datenblatt-Nerds, macht im direkten Vergleich aber tatsächlich einen Unterschied. Natürlich war 4K auf 32 Zoll nie schlecht. Im Gegenteil: Ich habe damit lange sehr gerne gearbeitet. Aber wenn man einmal direkt vor einem 32-Zoll-Display mit 6K sitzt, merkt man ziemlich schnell, dass da noch Luft nach oben war. Auch gegenüber den 5K-Displays, die ich bisher gesehen und benutzt habe, empfinde ich das Bild des LG als noch einmal sichtbar feiner. Hat man sich ein paar Tage an diese Schärfe gewöhnt, wirken Displays mit geringerer Pixeldichte wahrscheinlich plötzlich deutlich älter, als sie eigentlich sind.
Die Tests im Netz haben mich erst einmal skeptisch gemacht
Natürlich habe ich den LG nicht einfach blind gekauft. Bevor ich so viel Geld für einen Monitor ausgebe, lese ich Tests, schaue Videos und versuche herauszufinden, wo der Haken liegt. Und über den UltraFine evo 6K findet man durchaus Kritik. Interessant fand ich allerdings, worauf sich ein großer Teil davon konzentriert. Bemängelt wurden beispielsweise die Materialwahl, Kunststoff am Gehäuse, das externe Netzteil oder die Tatsache, dass sich ein Monitor dieser Preisklasse bei der Materialanmutung nicht ganz auf dem Niveau eines Apple-Displays bewegt.
Was dabei für mich auffällig war: Die Kritik bezog sich kaum auf die eigentliche Bildqualität oder die technische Ausstattung. Gerade die hohe Pixeldichte, Farbdarstellung und Thunderbolt 5 sind schließlich genau die Punkte, wegen denen dieser Monitor überhaupt interessant ist.
Und genau hier muss man für mich zwischen zwei Dingen unterscheiden: Materialanmutung und tatsächliche Displayqualität. Natürlich fühlt sich ein Aluminiumgehäuse hochwertiger an als Kunststoff. Keine Frage. Ich sitze allerdings nicht acht Stunden am Tag vor der Rückseite meines Monitors und streiche über das Gehäuse. Ich schaue auf das Panel. Und genau dort liefert der LG für mich das, weshalb ich ihn gekauft habe.
Der Preis verändert die gesamte Diskussion
Noch wichtiger ist für mich aber ein anderer Punkt: der Preis.
Als der UltraFine evo 32U990A-S vorgestellt wurde, lag die offizielle UVP bei 1.999 Euro. Und genau mit dieser Zahl im Hinterkopf entstanden viele der frühen Tests und Videos. 2.000 Euro für einen Monitor sind eine Ansage. Bei diesem Preis schaut man automatisch kritischer auf Materialien, Standfuß, Netzteil und jedes kleine Detail. Ich habe meinen LG allerdings nicht für 1.999 Euro gekauft. Ich habe rund 800 Euro weniger bezahlt. Und plötzlich sieht die Rechnung für mich ganz anders aus. Für ungefähr 1.200 Euro bekomme ich ein 32-Zoll-Display mit 6.144 × 3.456 Pixeln, rund 224 ppi, Nano IPS Black, DisplayHDR 600, sehr großer Farbraumabdeckung, echten 10 Bit, Thunderbolt 5 und bis zu 96 Watt Power Delivery. Das ist natürlich immer noch viel Geld für einen Monitor. Aber wir sprechen eben auch nicht über irgendeinen 32-Zoll-4K-Bildschirm. Für mich ist das zu diesem Preis ein verdammt gutes Paket.
Und dann schaut man zu Apple …
Besonders interessant wird es, wenn man den LG nicht mit günstigen 4K-Monitoren vergleicht, sondern mit Displays, die technisch und hinsichtlich ihrer Zielgruppe näher an ihm liegen. Apple bietet mit dem Studio Display XDR ein 27 Zoll großes 5K Retina XDR Display mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Technisch ist das ohne Frage ein beeindruckendes Display und in einigen Bereichen, etwa HDR und Hintergrundbeleuchtung, aufwendiger als der LG. Es kostet allerdings ab 3.499 Euro.
Mein LG hat mich ungefähr ein Drittel davon gekostet. Natürlich wäre es deshalb falsch zu behaupten, der LG sei technisch einfach das bessere Studio Display XDR. Dafür unterscheiden sich die Panels und ihre Stärken zu deutlich. Aber aus meiner persönlichen Perspektive ist die entscheidende Frage eine andere: Was bekomme ich für mein Geld? Und da wird der LG für mich extrem interessant. Ich bekomme 32 statt 27 Zoll und 6K statt 5K. Apple bietet dafür die erheblich aufwendigere Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und weitere High-End-Eigenschaften. Aber brauche ich diese zusätzlichen Eigenschaften persönlich so dringend, dass sie für mich einen Aufpreis von mehr als 2.000 Euro rechtfertigen? Für meinen Schreibtisch lautet die Antwort ziemlich eindeutig: nein.
Und das alte Pro Display XDR?
Noch extremer wird der Vergleich mit dem Apple Pro Display XDR. Das war ebenfalls ein 32-Zoll-Display mit 6K-Auflösung und über Jahre praktisch die Referenz, wenn man einen großen hochauflösenden Monitor perfekt in ein Mac-Setup integrieren wollte. Allerdings war es von Anfang an ein Produkt für professionelle Anwender und entsprechend bepreist.
Das Pro Display XDR war nie als normaler Consumer-Monitor gedacht. Das muss man fairerweise dazu sagen. Es wurde für professionelle Farb-, Video- und Produktionsworkflows entwickelt.
Trotzdem ist es faszinierend, wie stark sich der Markt inzwischen bewegt hat. Eine 6K-Auflösung auf 32 Zoll war bei Apple lange etwas, das man mit einem Display für mehrere Tausend Euro verbunden hat. Heute steht bei mir ein 32-Zoll-LG mit 6.144 × 3.456 Pixeln, Thunderbolt 5 und 96 Watt Power Delivery für rund 1.200 Euro auf dem Schreibtisch.
Nein, das macht den LG nicht automatisch zum Pro Display XDR für ein Viertel des Geldes. Das wäre technisch zu einfach gedacht. Aber es zeigt ziemlich gut, wie viel High-End-Display man inzwischen für deutlich weniger Geld bekommen kann. Für einen normalen privaten Nutzer bewegen wir uns bei den Preisen des Pro Display XDR schlicht in Regionen, die mit einem gewöhnlichen Monitor-Kauf kaum noch etwas zu tun haben.
Nano IPS Black statt klassischem IPS
Die Auflösung ist allerdings nicht die einzige Verbesserung. LG setzt beim 32U990A-S auf ein Nano-IPS-Black-Panel. Das Display erreicht ein typisches Kontrastverhältnis von 2.000:1, unterstützt echte 10-Bit-Farbtiefe und deckt 98 Prozent DCI-P3 sowie 99,5 Prozent Adobe RGB ab. Dazu kommt VESA DisplayHDR 600 bei einer typischen Helligkeit von 450 cd/m².
Der Monitor richtet sich damit ziemlich eindeutig an Nutzer, die nicht nur Excel und einen Browser auf dem Schreibtisch offen haben, sondern beispielsweise mit Fotos, Videos, Design oder anderen visuellen Inhalten arbeiten. Für mich ist aber auch im normalen Alltag entscheidend, dass ein Monitor einfach gut aussieht. Ich verbringe schließlich viele Stunden davor. Da darf das Bild ruhig etwas mehr können als nur „scharf genug“.
Thunderbolt 5 passt perfekt zum MacBook
Auch bei den Anschlüssen hat sich einiges getan. Der neue UltraFine evo besitzt zwei Thunderbolt-5-Anschlüsse, DisplayPort 2.1, HDMI 2.1 sowie weitere USB-C-Ports. Über Thunderbolt kann das angeschlossene Notebook außerdem mit bis zu 96 Watt geladen werden.
Für mein MacBook-Pro-M5-Setup ist das natürlich ziemlich praktisch. Ich mag Schreibtische, auf denen möglichst wenig Kabel herumliegen. Notebook anschließen, Bild übertragen, Peripherie nutzen und gleichzeitig das MacBook laden: Genau so sollte ein moderner Desktop-Arbeitsplatz für mich funktionieren.
Offenbar bleibe ich LG treu
Dass es wieder ein LG geworden ist, war übrigens kein Zufall. Ich habe die Marke über die vergangenen Jahre ziemlich schätzen gelernt. Das gilt nicht nur für die Monitore. Auch bei uns im Heimkino- beziehungsweise Fernsehzimmer hängt die aktuelle Generation der LG OLED-Fernseher.
Natürlich sind Monitor und Fernseher zwei völlig unterschiedliche Produktkategorien. Trotzdem mag ich, was LG im Display-Bereich macht. Gerade OLED bei Fernsehern und die UltraFine-Serie bei Monitoren treffen ziemlich genau das, was ich bei einem Display suche: gute Bildqualität, moderne Technik und ein Design, das sich relativ unauffällig in den Raum beziehungsweise auf den Schreibtisch integriert. Beim UltraFine Ergo kam dann noch diese ungewöhnlich gute Schreibtischhalterung hinzu. Dass ich jetzt ausgerechnet den alten Ergo-Arm mit dem neuen UltraFine evo kombiniere, passt deshalb eigentlich ziemlich gut.
Ist der Unterschied von 4K auf 6K wirklich notwendig?
Notwendig? Sicherlich nicht. Ein guter 4K-Monitor ist nicht plötzlich schlecht geworden, nur weil inzwischen 6K-Displays auf dem Schreibtisch stehen können. Mein bisheriger LG UltraFine Ergo ist dafür das beste Beispiel. 6K ist Luxus. Aber es ist eben ein Luxus, den man sehen kann. Und bei einem Kaufpreis von rund 1.200 statt der ursprünglichen 1.999 Euro UVP ist es für mich ein Luxus, bei dem Preis und Gegenwert inzwischen deutlich besser zusammenpassen.
Mein erstes Fazit zum LG UltraFine evo 6K
Mein Wechsel vom LG UltraFine Ergo 32UN880K-B zum LG UltraFine evo 32U990A-S war kein Upgrade, das unbedingt notwendig gewesen wäre. Der alte 4K-UltraFine hat seinen Job hervorragend gemacht.
Der neue 6K-UltraFine spielt bei der Bildschärfe aber schlicht in einer anderen Liga. 6.144 × 3.456 Pixel auf 32 Zoll sehen am MacBook Pro M5 fantastisch aus. Schrift ist extrem scharf, macOS wirkt unglaublich sauber und die gesamte Darstellung hat diese Feinheit, die ich bisher weder von meinen früheren 4K- noch von den 5K-Monitoren kannte, die ich benutzt habe. Ja, das Gehäuse könnte für eine ursprüngliche UVP von knapp 2.000 Euro vielleicht hochwertiger wirken. Ja, Apple zeigt, was mit Aluminium, Mini-LED und noch aufwendigerer Displaytechnik möglich ist.
Aber ich habe keine 2.000 Euro bezahlt. Ich habe rund 1.200 Euro bezahlt. Und wenn ich für diesen Preis ein 32-Zoll-6K-Display mit Nano IPS Black, Thunderbolt 5, 96 Watt Power Delivery und rund 224 ppi bekomme, fällt es mir ehrlich gesagt ziemlich schwer, mich darüber zu ärgern, dass sich die Rückseite nicht wie ein massiver Aluminiumblock anfühlt.
Dazu kommt für mich noch ein kleines Detail, das kein aktueller Test berücksichtigen kann: Mein neuer UltraFine hängt am Ergo-Fuß meines alten UltraFine. Damit habe ich genau die Kombination, die ich wollte. Den Ergo-Arm, den ich über Jahre lieben gelernt habe. Die LG-Bildqualität, wegen der ich der Marke ohnehin treu geblieben bin. Und davor 21 Millionen Pixel, die mir jedes Mal aufs Neue zeigen, dass zwischen „4K ist doch schon scharf“ und 6K auf 32 Zoll eben doch noch ein Unterschied liegt.
Für mich war das Upgrade deshalb genau richtig.
Wegovy als Tablette: Meine Erfahrungen mit Semaglutid ab Tag 1
Wegovy als Tablette: Warum ich mich dafür entschieden habe und wie sich die ersten Tage anfühlen
Seit Anfang September nehme ich Wegovy in Tablettenform. Die Entscheidung dafür ist nicht spontan gefallen. Ausschlaggebend war zunächst mein BMI, der knapp über der Grenze liegt, ab der eine medikamentöse Behandlung zur Gewichtsreduktion grundsätzlich infrage kommt. Zusätzlich spielt bei mir noch ein anderer Punkt eine Rolle: Ich habe eine eher leichte Form von Morbus Crohn. Bei meiner Recherche bin ich unter anderem auf medizinische Veröffentlichungen gestoßen, die sich mit GLP-1-Medikamenten bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beschäftigen. Die bisherigen Erkenntnisse bedeuten natürlich nicht, dass Medikamente wie Semaglutid Morbus Crohn behandeln können. Es gibt aber interessante Hinweise darauf, dass GLP-1-Therapien bei entsprechenden Patienten möglicherweise auch im Zusammenhang mit dem Verlauf chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen positive Effekte haben könnten. Genau dieser Aspekt war für mich ein zusätzlicher Grund, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.

Keine spontane Entscheidung
Wegovy wollte ich nicht einfach mal ausprobieren, nur weil das Thema momentan überall auftaucht. Schon seit mehreren Wochen lese ich Studien, medizinische Veröffentlichungen und Erfahrungsberichte und versuche, Nutzen und mögliche Risiken möglichst realistisch gegeneinander abzuwägen. Vor allem aber stehe ich dabei in engem Austausch mit meiner Hausärztin. Wir haben ausführlich über die Behandlung gesprochen und werden sie auch weiterhin medizinisch begleiten. Die Tabletten stammen also nicht irgendwo aus dem Internet, wo ich ein paar Fragen beantwortet, irgendwo einen Haken gesetzt und anschließend ein Medikament bestellt habe. Für mich gehört zu einer solchen Therapie eine vernünftige ärztliche Betreuung dazu. Schließlich handelt es sich nicht um irgendein Nahrungsergänzungsmittel, sondern um ein Medikament, das spürbar in Prozesse des Körpers eingreift.
Natürlich ist mir bewusst, dass es Menschen geben wird, die mich anschauen und sich fragen: Braucht der das wirklich? Ist er überhaupt übergewichtig genug? Ist er überhaupt „würdig“, so ein Medikament zu bekommen? Diesen Gedanken kann ich sogar ein Stück weit nachvollziehen. Gerade rund um Wegovy und andere GLP-1-Medikamente wird ziemlich emotional darüber diskutiert, wer diese Medikamente bekommen sollte und wer nicht. In meinem Fall erfülle ich die medizinischen Voraussetzungen, habe die Entscheidung gemeinsam mit meiner Ärztin getroffen und bezahle die Behandlung selbst. Ich nehme also niemandem auf Kosten der Krankenkasse eine Therapie weg. Ehrlich gesagt gehe ich auch nicht davon aus, dass meine Krankenkasse die Behandlung irgendwann übernehmen wird, selbst mit meiner Morbus-Crohn-Erkrankung nicht. Deshalb hoffe ich einfach auf etwas Verständnis. Menschen können sehr unterschiedliche Gründe haben, sich für eine solche Behandlung zu entscheiden, und von außen kennt man eben nicht immer die ganze Geschichte.
Warum für mich gerade die Tablette interessant ist
Ein ganz praktischer Punkt spielt für mich ebenfalls eine ziemlich große Rolle: die Sache mit dem Spritzen. Ich kann das einfach nicht. Andere Menschen setzen sich ihre Spritzen völlig selbstverständlich selbst und machen daraus überhaupt kein großes Ding. Easy peasy. Bei mir funktioniert das schlicht nicht. Selbst mein Biologikum gegen Morbus Crohn, das nur alle drei Monate gespritzt werden muss, lasse ich mir geben, weil ich es selbst nicht hinbekomme. Genau deshalb war die klassische Wegovy-Spritze für mich bislang immer eine echte Hürde. Natürlich hätte sich vermutlich irgendeine Lösung finden lassen, aber die Vorstellung, mir regelmäßig selbst eine Spritze setzen zu müssen, hat das Thema für mich nicht gerade attraktiver gemacht. Die Tablettenform nimmt mir diese Hürde komplett ab und macht die Behandlung für mich persönlich deutlich alltagstauglicher.
Gestartet wird mit der niedrigsten Dosierung von 1,5 mg Semaglutid täglich. Diese Anfangsdosis habe ich nicht selbst gewählt, sondern sie gehört zum vorgesehenen Dosierungsschema. Anschließend wird die Menge Schritt für Schritt erhöht. Über 4 mg und 9 mg geht es schließlich auf 25 mg täglich. Die langsame Steigerung über mehrere Monate soll dem Körper Zeit geben, sich an den Wirkstoff zu gewöhnen und mögliche Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Wer einen Blick auf den Beipackzettel wirft, findet dort natürlich trotzdem eine ganze Reihe möglicher Beschwerden, insbesondere im Magen-Darm-Bereich. Übelkeit, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen gehören zu den Dingen, über die bei GLP-1-Medikamenten immer wieder gesprochen wird. Wie stark mich davon etwas treffen wird, lässt sich nach den ersten Tagen natürlich noch überhaupt nicht sagen.
Die Einnahme braucht ein bisschen Planung
Ganz so simpel wie morgens irgendeine Tablette mit dem ersten Kaffee herunterzuspülen, ist Wegovy allerdings nicht. Die Einnahme erfolgt nüchtern. Danach muss man mindestens 30 Minuten warten, bevor man etwas isst, etwas anderes trinkt oder weitere Medikamente einnimmt. Auch bei der Wassermenge sollte man sich an die Vorgaben halten. Hintergrund ist vor allem die Aufnahme des Wirkstoffs. Werden die Regeln nicht eingehalten, kann weniger Semaglutid im Körper ankommen.
Zum Glück lässt sich das für mich ziemlich einfach in den Alltag integrieren. Mein Wecker klingelt ohnehin gegen 6 Uhr. Direkt nach dem Aufstehen nehme ich die Tablette und bis mindestens 6:30 Uhr gibt es weder Frühstück noch Kaffee. Danach läuft der Morgen ganz normal weiter. Wenn das die größte organisatorische Hürde bleibt, kann ich damit ziemlich gut leben. Gleichzeitig finde ich spannend, was sich in diesem Bereich derzeit alles entwickelt. Auch andere Pharmaunternehmen arbeiten an Medikamenten in Tablettenform und verfolgen teilweise Ansätze, bei denen solche strengen Vorgaben rund um Essen, Trinken und das morgendliche Zeitfenster nicht mehr notwendig sein sollen. Die Spritze wird sicher nicht verschwinden, aber Tabletten könnten für Menschen wie mich künftig eine ziemlich interessante Alternative werden.
Wie fühlt sich Wegovy eigentlich an?
Genau diese Frage hat mich vor der ersten Einnahme wahrscheinlich am meisten beschäftigt. Über mögliche Gewichtsverluste hatte ich einiges gelesen. Berichte über Übelkeit und andere Nebenwirkungen gibt es ebenfalls mehr als genug. Auch ungefähr zu verstehen, was Semaglutid im Körper macht, ist nicht besonders schwer. Trotzdem blieb für mich eine ganz einfache Frage offen: Wie fühlt sich das Ganze eigentlich an? Merkt man plötzlich, dass man keinen Hunger mehr hat? Schaut man ein Brötchen an und denkt sich: Nein danke? Wird der Appetit einfach etwas schwächer? Ist einem schlecht? Oder passiert anfangs vielleicht erst einmal überhaupt nichts?
Am ersten Tag war die Antwort ziemlich unspektakulär: Ich hatte Hunger. Ganz normalen Hunger. Und natürlich kam relativ schnell der völlig unvernünftige Gedanke auf: Funktioniert das überhaupt? Wochenlang hatte ich über die Behandlung nachgedacht, recherchiert, mit meiner Ärztin gesprochen und auf den Start gewartet. Dann nimmt man morgens die erste Tablette und erwartet innerlich vielleicht doch ein kleines bisschen, dass um 10 Uhr irgendein Schalter umgelegt wird. So war es nicht. Eigentlich hätte ich das wissen können. Gerade für diesen Punkt fehlten mir vorab aber Erfahrungswerte. Wann merkt man etwas? Wie fühlt sich reduzierter Hunger an? Kommt der Effekt sofort oder entwickelt er sich langsam? Dazu kommt, dass jede Behandlung mit der niedrigsten Dosierung von 1,5 mg startet und die eigentliche Dosis erst Schritt für Schritt erhöht wird. Von der allerersten Tablette direkt einen spektakulären Effekt zu erwarten, wäre also vermutlich ziemlich vermessen.
Tag zwei: Zum ersten Mal weniger Hunger
Heute ist mein zweiter Einnahmetag. Von der langen Liste möglicher Nebenwirkungen habe ich bislang zum Glück noch nicht viel erleben dürfen. Lediglich gestern Nachmittag war mir zeitweise etwas schwindelig. Darüber hinaus ist bisher eigentlich nichts Besonderes passiert. Heute merke ich allerdings zum ersten Mal etwas, das sich tatsächlich nach der erhofften Wirkung anfühlen könnte: Der Hunger ist weniger geworden.
Essen ist mir dadurch nicht plötzlich völlig egal und von kompletter Appetitlosigkeit kann ebenfalls keine Rede sein. Vielmehr scheint dieses typische Hungergefühl etwas schwächer zu sein. Auch der Gedanke daran, wann es das nächste Mal etwas zu essen gibt, drängt sich weniger in den Vordergrund. Genau darum geht es für mich eigentlich. Mein Ziel ist nicht, Essen plötzlich abstoßend zu finden oder möglichst gar nichts mehr zu mir zu nehmen. Viel angenehmer wäre es, wenn der ständige Gedanke ans Essen einfach ein Stück leiser würde.
Ob dieser Eindruck an Tag zwei tatsächlich schon auf Wegovy zurückzuführen ist, ob er sich in den nächsten Tagen bestätigt und wie sich das Ganze mit steigender Dosierung entwickelt, kann ich natürlich noch überhaupt nicht beurteilen. Aber zumindest fühlt sich der zweite Tag bereits etwas anders an als der erste.
Warum ich meine Erfahrungen festhalten möchte
Ein zusätzlicher Punkt macht die Einordnung momentan schwierig: Fast alles, was man online über Wegovy liest, bezieht sich auf die bekannte Spritze. Die wird nur einmal pro Woche angewendet und arbeitet mit einem anderen Dosierungsschema als die täglich einzunehmende Tablette. Viele Erfahrungsberichte lassen sich deshalb meiner Meinung nach nicht einfach eins zu eins übertragen. Bei der Spritze findet man inzwischen Berichte für nahezu jede Phase der Behandlung. Die Tablettenvariante ist dagegen noch deutlich neuer, und genau deshalb wusste ich vor meinem Start gar nicht so recht, was mich erwarten würde.
Vielleicht ist das auch der eigentliche Grund für diesen Artikel. Ich möchte festhalten, wie sich die Behandlung tatsächlich anfühlt. Nicht aus der Perspektive einer Studie, eines Beipackzettels oder einer Hochglanzbroschüre, sondern einfach aus meiner persönlichen Sicht. Wie entwickelt sich mein Hunger? Was verändert sich beim Essen? Kommen Nebenwirkungen dazu? Wie fühlt sich die nächste Dosierungsstufe an? Und natürlich irgendwann die entscheidende Frage: Was passiert auf der Waage?
Nach zwei Tagen lässt sich darauf noch keine vernünftige Antwort geben. Vielleicht funktioniert Wegovy für mich am Ende genauso gut, wie ich es mir erhoffe. Vielleicht kommen Nebenwirkungen dazu. Vielleicht verändert sich mein Hungergefühl stärker. Vielleicht wird es auch Phasen geben, in denen ich die ganze Sache erneut infrage stelle. Genau deshalb soll daraus keine Erfolgsgeschichte werden, bevor überhaupt etwas passiert ist.
Es ist einfach mein persönlicher Startpunkt: zwei Tage Wegovy als Tablette, 1,5 mg am Morgen, bislang kaum Nebenwirkungen und heute zum ersten Mal das Gefühl, dass mein Hunger etwas weniger geworden ist.
Mehr kann ich im Moment noch nicht sagen. Aber irgendwo muss dieses kleine Wegovy-Tagebuch ja anfangen.
JP Performance vor dem Aus: Was bei Jean Pierre Kraemer gerade wirklich passiert
Es gibt Geschichten, bei denen man schon nach einem Tag merkt, dass sie größer werden als ein einzelner Social-Media-Skandal. Genau so fühlt sich die Situation rund um Jean Pierre „JP“ Kraemer gerade an. Innerhalb weniger Tage ist aus einem öffentlich gewordenen privaten Konflikt eine Krise geworden, die inzwischen seine Ehe, strafrechtliche Ermittlungen, Geschäftspartner, Mitarbeiter und letztlich das komplette Firmenkonstrukt von JP Performance betrifft. Am 1. September 2026 hat Kraemer schließlich selbst die weitreichendste Konsequenz angekündigt: Er will JP Performance nicht weiterführen und nach eigener Aussage seine Unternehmen schließen. Das ist insofern bemerkenswert, weil JP Performance längst nicht mehr einfach nur eine Tuning-Werkstatt ist. Hinter der Marke steht ein ganzes Ökosystem aus YouTube, Kleidung, Autopflege, Gastronomie, Museum, Fahrzeugprojekten und verschiedenen weiteren Firmen.

Am Anfang stehen schwere Vorwürfe aus der Ehe
Ende August wurden schwere Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen Jean Pierre Kraemer öffentlich. Seine Noch-Ehefrau Julia Meck schilderte gegenüber Medien, es habe in der Beziehung wiederholt körperliche und psychische Übergriffe gegeben. Kraemer reagierte am 28. August mit zwei Videos auf seinem YouTube-Kanal und bestätigte dabei selbst zumindest einzelne körperliche Übergriffe. Unter anderem räumte er ein, seine Frau mit der flachen Hand geschlagen und ihr bei einem Streit eine Kette vom Hals gerissen zu haben. WDR und andere Medien berichten zudem über Videoaufnahmen einer Auseinandersetzung, die öffentlich geworden sind. Kraemer stellte den Konflikt in seinen ersten Stellungnahmen allerdings teilweise als gegenseitige Eskalation dar und erklärte, auch er sei körperlich angegriffen worden. Julia Meck widerspricht dieser Darstellung in wesentlichen Punkten und erhebt deutlich weitergehende Vorwürfe. Genau an dieser Stelle ist eine klare Trennung wichtig: Dass Kraemer selbst körperliche Gewalt eingeräumt hat, ist bestätigt. Andere konkrete Vorwürfe aus der Beziehung sind bislang Vorwürfe und nicht abschließend gerichtlich geklärt.
Nach Angaben des WDR bestätigte die Polizei außerdem einen Einsatz am 26. Juli 2026 in Kraemers Dortmunder Wohnhaus. Im Zusammenhang mit einem heftigen Streit wurden Ermittlungen wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. Die Noch-Ehefrau hat inzwischen über ihren Anwalt einen Strafantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft Dortmund prüft den Fall beziehungsweise das weitere strafrechtliche Vorgehen. Das ist ein wichtiger Unterschied zur öffentlichen Debatte: Social Media fällt Urteile innerhalb von Stunden. Strafrechtlich ist das Verfahren aber noch nicht abgeschlossen.
Auszeit und Therapie waren zunächst der Plan
Nach den ersten Statements kündigte Kraemer zunächst an, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Er erklärte, eine Auszeit nehmen und sich therapeutische Hilfe suchen zu wollen. Medien berichteten, er wolle sich zunächst zu seinem Vater zurückziehen. Zu diesem Zeitpunkt sah es noch so aus, als sollten die Unternehmen zumindest weitgehend weiterlaufen. Noch am 31. August wurde berichtet, dass mehrere Dortmunder Betriebe trotz Kraemers persönlicher Auszeit geöffnet bleiben sollten. Nur einen Tag später änderte sich diese Situation komplett.
Am 1. September veröffentlichte JP Kraemer ein weiteres Video auf seinem YouTube-Kanal. Diesmal ging es nicht mehr nur um eine persönliche Auszeit. Kraemer erklärte darin: „Ich möchte euch mitteilen, dass ich die Firma JP Performance nicht weiterführen werde.“ Im weiteren Verlauf spricht er davon, alle seine Unternehmen schließen zu wollen. Das Video bezeichnet er selbst sinngemäß als möglicherweise sein letztes. Er entschuldigt sich darin erneut bei Julia Meck und seiner Community und sagt unter anderem, er sei „kein böser Mensch“, habe sich aber offenbar nicht immer unter Kontrolle. Damit hat die Krise eine komplett neue Dimension erreicht.
Was bedeutet das für JP Performance?
JP Performance ist über Jahre zu einer der größten Personenmarken der deutschen Auto-Szene geworden. Der YouTube-Kanal zählt rund 2,7 Millionen Abonnenten. Aus der 2012 gegründeten Tuningfirma entstand ein weit verzweigtes Geschäftsmodell. Business Insider beschreibt ein Geflecht aus mindestens 14 Firmen. Kraemer selbst hatte einen Gesamtumsatz in der Größenordnung von knapp 100 Millionen Euro im Jahr 2025 als ungefähr zutreffend bezeichnet. Besonders interessant: Die klassische Tuning-Werkstatt soll inzwischen nur noch rund vier Prozent des gesamten Umsatzes ausmachen. Das eigentliche Geschäft liegt längst viel breiter. Dazu gehören unter anderem Merchandise und Kleidung, Autopflegeprodukte, Gastronomie, Events, Medien und das PACE Automuseum in Dortmund.
WDR spricht von rund 80 Mitarbeitern in Kraemers Unternehmen. Andere Berichte nennen in der gesamten Unternehmensgruppe höhere Zahlen. Wenn Kraemer seine Ankündigung tatsächlich vollständig umsetzt, betrifft seine Entscheidung deshalb nicht nur ihn persönlich. Es geht um zahlreiche Arbeitsplätze, Mietverträge, Fahrzeuge, Immobilien, Warenbestände, Kooperationen und bestehende Gesellschaften. Ein Unternehmen dieser Größenordnung lässt sich natürlich nicht innerhalb eines Nachmittags einfach „abschalten“. Was Kraemers Aussage juristisch und wirtschaftlich konkret bedeutet, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
Partner reagieren bereits
Noch bevor Kraemer die komplette Schließung ankündigte, begannen Geschäftspartner, sich von ihm zu distanzieren. Besonders öffentlich war der Schritt von GÖNRGY, der Energy-Drink-Marke rund um MontanaBlack. Das Unternehmen erklärte aus gegebenem Anlass die Zusammenarbeit mit Jean Pierre Kraemer zu beenden und distanzierte sich ausdrücklich von Gewalt gegen Frauen sowie Gewalt generell. Kraemer war seit 2025 Markenbotschafter und hatte 2026 sogar eine eigene Artist Edition mit der Marke veröffentlicht. Auch Borussia Dortmund reagierte. Erst im Frühjahr 2026 war eine gemeinsame BVB-x-JP-Performance-Kollektion erschienen. Der Verein bestätigte anschließend, dass die Kollektion nicht mehr Bestandteil des Sortiments sei und nicht mehr über die BVB-Webseite verkauft werde. Darüber hinaus berichteten mehrere Medien, dass auch weitere Marken und Plattformen Inhalte oder Kooperationen überprüft beziehungsweise entfernt haben. Unter anderem wurden ältere „PS Profis“-Folgen bei Joyn entfernt. Auch ein Porsche-Archivbeitrag mit Kraemer soll offline genommen worden sein.
Hier sieht man ziemlich deutlich, wie stark ein Unternehmen wie JP Performance an der Person JP Kraemer hängt. JP Performance ist keine klassische Firma, bei der ein Geschäftsführer problemlos ausgetauscht werden kann und die Marke danach unverändert weiterläuft. JP ist die Marke. Sein Gesicht, seine Stimme, seine Art Autos zu erklären, seine Sprüche und seine Persönlichkeit sind seit mehr als einem Jahrzehnt praktisch untrennbar mit dem Unternehmen verbunden. Das war jahrelang die größte Stärke des Geschäftsmodells. In einer Krise wird es zur größten Schwäche.
Drohung gegen das PACE Museum und gespaltene Community
Die Situation ist inzwischen außerdem über die eigentlichen Vorwürfe hinaus eskaliert. Am Freitag nach Bekanntwerden der Vorwürfe erhielt das PACE Automuseum in Dortmund eine anonyme Drohung. Laut Medienberichten kündigten Anrufer an, das Gebäude werde „auseinandergenommen“. Daraufhin rückte die Polizei an. Das Museum und weitere Kraemer-Betriebe wurden vorsorglich geschlossen beziehungsweise geräumt. Ganz wichtig: Eine solche Drohung ist natürlich durch nichts zu rechtfertigen. Kritik, die strafrechtliche Aufarbeitung möglicher Gewalt und die geschäftlichen Konsequenzen sind eine Sache. Drohungen gegen Mitarbeiter, Gebäude oder unbeteiligte Menschen sind etwas völlig anderes.
Wer sich Kommentare und Diskussionen rund um JP Performance anschaut, sieht aktuell praktisch das gesamte Spektrum. Ein Teil der Community reagiert enttäuscht und wendet sich klar von Kraemer ab. Andere Fans akzeptieren seine Entschuldigungen oder betonen, dass die juristische Aufarbeitung abgewartet werden müsse. Wieder andere kritisieren die Form seiner ersten Statements. Besonders kontrovers wurde diskutiert, dass Kraemer zunächst auch eigenes Opferverhalten beziehungsweise gegenseitige Gewalt thematisierte, während öffentlich bereits Aufnahmen kursierten und Julia Meck deutlich weitergehende Vorwürfe erhob. Auch der Satz aus seinem letzten Video, er sei „kein böser Mensch“, wird sehr unterschiedlich aufgenommen. Manche sehen darin einen Menschen, der tatsächlich verstanden hat, dass er Hilfe braucht. Andere empfinden den Fokus auf seine eigene emotionale Situation angesichts der Gewaltvorwürfe als problematisch.
Kann JP Performance wirklich komplett verschwinden?
Das ist momentan eine der interessantesten offenen Fragen. Kraemer sagt klar, dass er JP Performance nicht weiterführen und alle Unternehmungen schließen will. Aber zwischen einer emotionalen Ankündigung in einem YouTube-Video und einer tatsächlichen Liquidation zahlreicher Gesellschaften liegt ein großer Unterschied. Es gibt Mitarbeiter, Geschäftsführer, Mitgesellschafter, Gläubiger, Vermögenswerte, Verträge und möglicherweise langfristige Verpflichtungen. Denkbar wäre deshalb vieles. Einzelne Unternehmen könnten tatsächlich geschlossen werden. Andere könnten verkauft werden. Geschäftspartner oder Mitgesellschafter könnten Teile übernehmen. Markenrechte könnten weiterverkauft werden. PACE könnte theoretisch unter anderer Führung weiterexistieren. Aktuell gibt es dazu aber noch keine belastbaren Details. Deshalb wäre jede Behauptung, JP Performance sei bereits endgültig „weg“, verfrüht. Bestätigt ist bislang vor allem Kraemers Ankündigung, sich zurückzuziehen und die Unternehmen schließen zu wollen.
Am Ende geht es nicht um Autos
Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick wie der Absturz eines großen Auto-YouTubers. Eigentlich geht es aber um etwas anderes. Jean Pierre Kraemer hat selbst eingeräumt, gegenüber seiner Frau körperliche Gewalt angewendet zu haben. Gleichzeitig stehen weitere schwere Vorwürfe im Raum, die strafrechtlich und juristisch geklärt werden müssen. Dass daraus Konsequenzen entstehen, ist deshalb keine überraschende Entwicklung. Was die Situation so außergewöhnlich macht, ist die Größe des Unternehmens, das an seiner Person hängt.
JP Performance hat über mehr als ein Jahrzehnt gezeigt, wie weit man eine persönliche Internetmarke ausbauen kann: von YouTube über Werkstätten und Kleidung bis zum Museum. Jetzt sehen wir die andere Seite dieses Modells. Wenn die Person im Zentrum einer Marke in eine existenzielle Krise gerät, gibt es kaum eine Trennung zwischen Privatperson, Influencer und Unternehmen. Innerhalb weniger Tage wurden aus einem privaten Konflikt Polizeiermittlungen, eine öffentliche Debatte, verlorene Kooperationen und schließlich die angekündigte Schließung eines Firmenimperiums. Wie diese Geschichte endet, ist am 1. September 2026 noch völlig offen. Klar ist nur: Für JP Kraemer, Julia Meck, die Mitarbeiter von JP Performance und die gesamte deutsche Auto- und YouTube-Szene dürfte es einer der einschneidendsten Fälle der vergangenen Jahre sein.
Quellen und weiterführende Berichte: WDR, Tagesschau, Business Insider, t-online, RTL, Auto Bild. Offizielle Anlaufstelle JP Performance: https://jp-performance.de/
Dark Matter ist zurück: Staffel 2 startet bei Apple TV und macht direkt wieder Lust auf Multiversum-Chaos
Falls ihr Dark Matter auf Apple TV gesehen habt, kennt ihr wahrscheinlich dieses Gefühl: Eigentlich ist die Serie ziemlich simpel gestartet und plötzlich sitzt man da und diskutiert darüber, welche Version eines Menschen überhaupt noch die „echte“ ist. Genau dieses Spiel geht jetzt weiter. Staffel 2 ist gestartet und Apple veröffentlicht die neuen Folgen wieder Woche für Woche.

Die erste Staffel basierte auf dem Roman von Blake Crouch und hat die Geschichte rund um Jason Dessen ziemlich konsequent eskalieren lassen. Aus einer klassischen Was-wäre-wenn-Idee wurde irgendwann ein ziemlich emotionales Multiversum-Drama. Staffel 2 setzt genau dort an und versucht gar nicht erst, wieder kleiner zu werden.
Die Serie lebt nicht von Science-Fiction allein
Was Dark Matter für mich besser macht als viele andere Multiversum-Geschichten, ist eigentlich gar nicht die Technik dahinter. Natürlich ist die Box, mit der verschiedene Realitäten betreten werden können, das zentrale Science-Fiction-Element. Aber interessant wird die Serie erst durch die Frage, was passiert, wenn unterschiedliche Versionen derselben Person plötzlich dieselben Menschen lieben, dieselben Erinnerungen haben und trotzdem nicht mehr dieselbe Person sind. Das klingt kompliziert, funktioniert aber erstaunlich gut, weil die Serie das Ganze nicht wie eine Physikvorlesung behandelt. Am Ende geht es um Familie, Entscheidungen und die Frage, ob ein anderes Leben automatisch ein besseres wäre. Staffel 2 hat jetzt die schwierige Aufgabe, diese Idee weiterzuspinnen, ohne einfach nur noch mehr Parallelwelten auf den Bildschirm zu werfen.
Apple bleibt beim Wochenrhythmus
Die neue Staffel umfasst zehn Episoden. Nach dem Auftakt erscheint jeden Freitag eine weitere Folge, das Finale ist für Ende Oktober geplant. Ich mag diesen Rhythmus bei Serien ehrlich gesagt inzwischen wieder ziemlich gern. Netflix hat uns jahrelang darauf trainiert, eine komplette Staffel in zwei Nächten durchzuziehen. Das macht Spaß, aber nach drei Tagen redet oft niemand mehr darüber. Bei Serien wie Dark Matter hilft eine Woche Pause sogar. Man kann Theorien bauen, Details noch einmal durchdenken und sich fragen, welche Version von wem eigentlich gerade wo herumläuft. Gerade bei einer Serie mit so vielen Varianten und Entscheidungen ist das fast angenehmer, als zehn Folgen direkt hintereinander zu verschlingen.
Die Erwartungen sind jetzt deutlich höher
Die erste Staffel hatte den Vorteil, dass viele Zuschauer gar nicht genau wussten, worauf sie sich einlassen. Staffel 2 hat diesen Bonus nicht mehr. Jetzt kennt man das Konzept, man kennt die Figuren und man erwartet, dass die Geschichte wirklich einen Schritt weitergeht. Das ist bei Multiversum-Stoffen immer gefährlich. Irgendwann wird jede Entscheidung beliebig, wenn theoretisch unendlich viele Versionen existieren. Wenn alles möglich ist, verliert manches automatisch an Gewicht. Genau deshalb hoffe ich, dass Staffel 2 den Fokus weiter auf die Figuren legt. Die Serie war immer dann stark, wenn sie nicht mit ihrer eigenen Idee angegeben hat, sondern gezeigt hat, was diese Idee mit Menschen macht.
Apple TV hat sich bei Science-Fiction ziemlich gut aufgestellt
Man kann Apple TV vieles vorwerfen, aber bei hochwertiger Science-Fiction hat der Dienst inzwischen wirklich eine gute Hand. Severance, Silo, Foundation und eben Dark Matter bedienen komplett unterschiedliche Ecken des Genres, wirken aber alle deutlich ambitionierter als typische Streaming-Massenware. Dark Matter ist dabei wahrscheinlich die zugänglichste Variante. Man braucht keine zehn Folgen, um die Welt zu verstehen, und muss auch kein Hardcore-Sci-Fi-Fan sein. Die Grundidee ist sofort nachvollziehbar: Was wäre, wenn du irgendwo falsch abgebogen bist und plötzlich sehen könntest, wie dein Leben mit einer anderen Entscheidung ausgesehen hätte? Das ist so ein Gedanke, den vermutlich jeder schon einmal hatte.
Lohnt sich der Einstieg noch?
Wenn ihr Staffel 1 nicht gesehen habt, würde ich auf keinen Fall direkt mit Staffel 2 anfangen. Das hier ist keine Serie, bei der man sich schnell eine Zusammenfassung durchliest und dann einfach einsteigt. Zu viele Beziehungen und Entscheidungen hängen direkt an den Ereignissen der ersten Staffel. Wer Staffel 1 mochte, dürfte dagegen ziemlich schnell wieder drin sein. Die Serie setzt auf genau die Mischung, die schon vorher funktioniert hat: Thriller, Drama und Science-Fiction, ohne in irgendeiner Ecke komplett zu verschwinden. Ich bin vor allem gespannt, ob Dark Matter es schafft, das Multiversum diesmal noch größer wirken zu lassen und gleichzeitig persönlicher zu bleiben. Genau das wäre eigentlich die perfekte zweite Staffel.
Offizielle Serien- und Bildquelle: https://tv.apple.com/
Lankeleisi KETT-8: Dieses E-Bike ist halb Citybike, halb SUV und irgendwie ziemlich interessant
Es gibt Fahrräder, bei denen man nach drei Sekunden weiß, in welche Schublade sie gehören. Rennrad? Klar. Gravelbike? Ebenfalls. Beim Lankeleisi KETT-8 ist das deutlich schwieriger. Das Ding sieht aus, als hätte jemand ein bequemes Citybike, ein SUV-E-Bike und ein kleines Alltags-Lastentier zusammengeworfen und anschließend gesagt: passt schon, bauen wir so.
Genau das macht es aber interessant. Das KETT-8 richtet sich nicht an Leute, die ihr Rad nach möglichst wenig Gewicht auswählen oder jedes Gramm am Flaschenhalter diskutieren. Es will komfortabel sein, robust wirken und im Alltag möglichst viele Situationen abdecken.
Bequem statt sportlich
Der tiefe Einstieg, der Gepäckträger und die entspannte Sitzposition schreien ziemlich eindeutig Alltag. Gleichzeitig stehen da breite 26-Zoll-Reifen, Vollfederung und eine deutlich massivere Bauweise, als man sie von einem typischen Citybike kennt. Dadurch wirkt das KETT-8 fast wie ein kleines SUV auf zwei Rädern. Das ist natürlich kein Zufall. Viele E-Bike-Käufer wollen heute eben nicht mehr nur ein klassisches Trekkingrad, sondern ein Rad, das bequem über schlechte Radwege rollt, Kopfsteinpflaster wegsteckt und auch mal einen Feldweg mitnimmt, ohne direkt nach Abenteuerurlaub auszusehen. Genau dort setzt das KETT-8 an. Es will nicht besonders elegant oder minimalistisch sein. Es will funktionieren.
Warum solche Räder gerade so gut funktionieren
Ich glaube, der Erfolg solcher Modelle hat viel damit zu tun, dass E-Bikes inzwischen nicht mehr nur als Sportgerät oder Seniorenrad gesehen werden. Für viele Menschen ersetzt ein E-Bike inzwischen kurze Autofahrten. Einkaufen, zur Arbeit, Freunde besuchen, kleine Touren am Wochenende – genau dafür braucht man nicht zwangsläufig ein ultraleichtes High-End-Bike. Ein stabiler Gepäckträger, breite Reifen, Federung und ein Motor sind im Alltag oft mehr wert als ein paar Kilo weniger Gewicht. Gerade wenn man nicht jedes Schlagloch umfahren möchte, merkt man schnell, warum komfortorientierte E-Bikes so beliebt sind. Natürlich hat die massive Bauweise auch Nachteile. So ein Rad trägt man nicht mal eben entspannt in den dritten Stock. Wer oft Zug fährt oder sein Bike regelmäßig auf einen Fahrradträger hebt, wird sich über jedes zusätzliche Kilo ärgern. Aber wer es überwiegend fährt und nicht trägt, sieht die Sache wahrscheinlich entspannter.
Kein Bike für Puristen
Das KETT-8 ist ganz klar kein Fahrrad für Menschen, die Radfahren möglichst puristisch sehen. Es ist groß, schwer und technisch ziemlich vollgepackt. Genau das könnte für andere Nutzer aber der Reiz sein. Die Kombination aus tiefem Einstieg und robuster Optik wirkt ein bisschen ungewöhnlich, ist im Alltag aber ziemlich logisch. Ein tiefer Rahmen macht Auf- und Absteigen leichter, während breite Reifen und Federung für Komfort sorgen. Wer Taschen, Einkäufe oder anderes Zeug transportiert, dürfte den Gepäckträger ebenfalls schnell zu schätzen wissen. Ich finde solche Konzepte inzwischen ehrlicherweise spannender als den hundertsten Versuch, ein E-Bike möglichst futuristisch aussehen zu lassen. Ein Fahrrad darf ruhig einfach praktisch sein.
Der eigentliche Punkt ist Vielseitigkeit
Man sollte das KETT-8 nicht mit einem echten Mountainbike verwechseln. Breite Reifen und Federung machen aus einem Alltagsrad noch lange kein Trail-Bike. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch. Die Stärke liegt eher darin, dass man nicht ständig darüber nachdenken muss, ob der Weg jetzt noch zum Rad passt. Asphalt, schlechter Radweg, Schotter, Feldweg – genau diese Mischung begegnet vielen Menschen im Alltag sowieso ständig. Und da wirkt das KETT-8 ziemlich schlüssig. Es versucht gar nicht erst, in einer Disziplin perfekt zu sein, sondern möchte möglichst viele Dinge ordentlich können.
Für mich ist das am Ende auch die spannendste Seite an dem Rad. Es ist kein E-Bike, das man wegen einer einzelnen technischen Zahl kauft. Es ist eher so ein Modell, bei dem man nach ein paar Tagen merkt, dass man es ständig nimmt, weil es bequem und unkompliziert ist. Genau das ist bei einem Alltagsrad wahrscheinlich wichtiger als irgendein Datenblatt-Rekord.
Offizielle Produkt- und Bildquelle: https://lankeleisi.com/
GTA 6 auf Netflix: 26 Minuten Vice City und viel Atmosphäre
Rockstar hat geliefert. Nicht mit einem klassischen Fünf-Minuten-Gameplay-Trailer, sondern mit einem 26 Minuten langen „Extended Look“ zu GTA 6, der am 27. August zuerst exklusiv auf Netflix lief.
Das Interessante ist aber gar nicht nur, wie viel Rockstar gezeigt hat, sondern wie bewusst wenig erklärt wurde. Es gab keine Sprecherstimme, die uns jedes neue Feature verkauft. Keine eingeblendeten Entwickler-Statements. Keine lange Liste mit Mechaniken. Stattdessen bekam man eine Art atmosphärischen Rundgang durch Vice City und die Welt von GTA 6 – komplett mit In-Game-Material, aufgenommen auf einer normalen PlayStation 5. Und genau dieser letzte Punkt sorgt bei vielen Fans gerade fast für noch mehr Begeisterung als das eigentliche Gameplay.
Alles lief auf einer normalen PS5
Rockstar beziehungsweise Netflix bestätigten, dass das gesamte gezeigte Material direkt aus der PS5-Version stammt. Nicht aus einer High-End-PC-Fassung, nicht aus irgendeinem Render-Setup und auch nicht von einer PS5 Pro. Genau deshalb war die Reaktion vieler Zuschauer so deutlich: Wenn GTA 6 auf einer normalen PS5 tatsächlich so aussieht, ist das technisch ziemlich beeindruckend. Vor allem Beleuchtung, Animationen, Verkehr, Menschenmengen und die allgemeine Dichte der Welt fallen sofort auf. Vice City wirkt nicht wie eine hübsche Kulisse, die nur dann lebt, wenn eine Mission startet. Überall passiert etwas. Leute stehen herum, reden miteinander, treiben Sport, fahren Boot oder verschwinden irgendwo im Nachtleben. Fahrzeuge wirken schwerer und detaillierter, Innenräume dichter und die Beleuchtung ist teilweise fast absurd gut. Natürlich sollte man nicht vergessen, dass Rockstar hier 26 Minuten Material ausgewählt und geschnitten hat, das das Spiel möglichst gut aussehen lässt. Trotzdem: Dass all das auf einer Standard-PS5 läuft, ist ein starkes Statement.
Was gab es konkret zu sehen?
Das Special beginnt relativ ruhig. Jason und Lucia bewegen sich durch ein Apartmentgebäude beziehungsweise ein ziemlich heruntergekommenes Umfeld auf der Suche nach einem Kontakt. Schon hier sieht man kleinere Interaktionen, etwa dass Jason einen Hund streicheln kann oder an Türen klopft. Danach wird es schnell typischer GTA. Es gibt einen Drogendeal, der nicht ganz nach Plan läuft, Schießereien mit Polizei, Fluchtsequenzen, Autodiebstähle und Verfolgungsjagden. Jason hängt während einer Flucht aus einem fahrenden Auto und feuert auf Polizeifahrzeuge. An anderer Stelle sieht man Deckungssystem, Rollen und schnelle Bewegungen zwischen einzelnen Positionen.
Interessant ist auch, dass das Fahndungssystem offenbar wieder bis zu sechs Sterne reicht. GTA 5 hatte maximal fünf. Das klingt nach einer Kleinigkeit, dürfte aber viele Fans freuen, weil sechs Sterne in früheren Teilen für maximale Eskalation standen. Dazu kamen viele ruhigere Szenen. Jason spielt Basketball, Lucia trainiert, es wird geschwommen, getaucht, Kajak gefahren, Airboat gefahren und Fallschirm gesprungen. Man sieht Nachtclubs, Straßenrennen, verschiedene Outfits und deutlich mehr Alltag als in einem typischen Action-Trailer. Genau dadurch entsteht der Eindruck, dass Rockstar diesmal noch stärker darauf setzt, die Welt zwischen den Missionen interessant zu machen.
Lucia und Jason funktionieren überraschend gut zusammen
Ein großer Teil des Specials konzentriert sich auf die beiden Hauptfiguren Lucia Caminos und Jason Duval. Rockstar hatte ihre Beziehung schon in früheren Trailern angedeutet, jetzt bekommt man deutlich mehr davon zu sehen. Es gibt Szenen, in denen die beiden gemeinsam unterwegs sind, sich schreiben und offenbar auch in unterschiedlichen Missionen und Lebenssituationen landen. Besonders interessant: Das Wechseln zwischen den beiden Figuren ist sichtbar im Interface integriert. In einer Szene springt Lucia mit dem Fallschirm von einem Hochhaus, danach erscheint eine R1-Einblendung zum Wechsel auf Jason.
Das erinnert natürlich an GTA 5 mit Michael, Franklin und Trevor. Hier wirkt es aber deutlich persönlicher, weil die beiden Figuren als Paar beziehungsweise als sehr eng verbundenes Duo angelegt sind. Ob Rockstar diese Beziehung emotional wirklich tragen kann, wird am Ende entscheidend sein. Technisch kann das Spiel noch so spektakulär aussehen – GTA 6 wird langfristig auch daran gemessen werden, ob Jason und Lucia als Figuren funktionieren.
Die Welt könnte das eigentliche Highlight werden
Was nach 26 Minuten am stärksten hängen bleibt, ist für mich gar nicht eine bestimmte Mission oder ein einzelnes neues Feature. Es ist die Welt selbst. Vice City sieht nicht einfach nur größer aus. Es wirkt dichter. Autos, Menschen, Geschäfte, Boote, Clubs, Strände, Rennstrecken, Apartments, Nebenaktivitäten – alles wirkt so, als wolle Rockstar den Spieler ständig mit kleinen Ablenkungen beschäftigen.
Genau das passt zu einigen der Reaktionen nach dem Special. Viele Zuschauer sprechen weniger über neue Gameplay-Systeme und mehr darüber, wie lebendig die Stadt wirkt. Ein Redakteur von Tom's Guide fasste es sinngemäß so zusammen: Die Atmosphäre springt direkt aus dem Bildschirm, und es wirkt, als gäbe es zwischen Missionen deutlich mehr zu tun. Auch die Fahrzeugkultur fällt auf. Rockstar zeigt Tuning, Straßenrennen, verschiedene Fahrzeugtypen und Szenen, die fast wie ein eigener kleiner „GTA trifft Forza“-Bereich wirken. Für eine Serie, bei der Autos schon immer zentral waren, scheint GTA 6 dieses Thema noch stärker auszubauen.
Die Reaktionen: Begeisterung, aber nicht nur
Die Stimmung nach dem Netflix-Special ist insgesamt sehr positiv. GameStar fasste die ersten Reaktionen ziemlich treffend zusammen: Viele Leute können kaum glauben, wie gut das Spiel aussieht – vor allem mit Blick auf die Standard-PS5 als Plattform. Im Netz tauchten Kommentare auf, die den Extended Look als eines der beeindruckendsten Gaming-Reveals überhaupt bezeichneten. Andere schreiben sinngemäß, sie würden nach Release wahrscheinlich monatelang nichts anderes spielen. Aber es gibt auch Kritik. Einige Zuschauer erwarteten nach der langen Wartezeit einen klassischeren Gameplay-Deep-Dive mit klar erklärten Systemen. Also etwa: Wie funktioniert das Inventar genau? Wie frei sind Missionen? Wie komplex ist die Polizei-KI? Welche Rollenspiel-Elemente gibt es? Wie stark unterscheiden sich Jason und Lucia spielerisch? Davon zeigte Rockstar nur kleine Ausschnitte. Esquire kritisiert genau diesen Punkt: Optisch sei das Material beeindruckend, spielerisch sehe man aber vor allem bekannte GTA-Bausteine – Fahren, Schießen, offene Welt, Minispiele. Wer auf die große Revolution gehofft hatte, bekam noch keine eindeutige Antwort.
Auch einige Fans fanden das gezeigte Movement stellenweise relativ langsam oder etwas steif. Jason bewegt sich in manchen Szenen sehr schwerfällig. Andere kritisierten seine Stimme beziehungsweise Charakterisierung als eher flach. Das ist nach 26 Minuten natürlich schwer endgültig zu beurteilen, zeigt aber, dass nicht jeder komplett im Hype versinkt.
Vielleicht war genau das Rockstars Plan
Rockstar hätte problemlos jede neue Mechanik erklären können. Stattdessen zeigt das Studio gerade genug, damit Fans monatelang jedes einzelne Bild analysieren können. Das ist wahrscheinlich Absicht. GTA 6 braucht keine klassische Marketing-Präsentation mehr. Jeder kleine Ausschnitt wird ohnehin zerlegt, vergrößert und auf Reddit, TikTok, YouTube und X hundertfach diskutiert.
Ein Interface-Icon reicht, um zehn Theorien zum Inventarsystem zu starten. Eine kurze Szene auf einer Rennstrecke wird sofort als Hinweis auf ein komplettes Motorsport-System interpretiert. Rockstar muss nicht alles sagen. Das Internet erledigt den Rest freiwillig. Insofern war der Netflix-Deal ziemlich clever. Das Special fühlte sich eher wie eine exklusive TV-Premiere an als wie ein normaler Games-Trailer. Für Netflix bringt es Aufmerksamkeit von einem Publikum, das vielleicht gar nicht wegen Serien oder Filmen eingeschaltet hätte. Für Rockstar macht es aus einem Gameplay-Video ein Event.
Mein Eindruck: 26 Minuten und trotzdem fühlt es sich nach zu wenig an
Das Verrückte an diesem Special ist eigentlich: Rockstar zeigt uns fast eine halbe Stunde GTA 6 – und danach hat man trotzdem das Gefühl, kaum etwas gesehen zu haben. Das meine ich positiv. Die Welt wirkt riesig, die Details sind teilweise absurd und fast jede Szene wirft neue Fragen auf. Gleichzeitig verstehe ich die Leute, die sich mehr echtes, ungeschnittenes Gameplay gewünscht hätten. Ein paar Minuten am Stück, in denen jemand einfach eine Mission spielt, fährt, aussteigt, improvisiert und mit der Welt interagiert, hätten wahrscheinlich noch besser gezeigt, wie GTA 6 sich wirklich anfühlt. Aber vielleicht kommt genau das noch.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Eine PC-Version ist weiterhin nicht offiziell terminiert. Bis dahin dürfte Rockstar noch genug Material zurückhalten, um den Hype weiter hochzuhalten. Und nach diesem Netflix-Special ist klar: Die Erwartungen sind nicht kleiner geworden. Eher das Gegenteil.
Offizielle Spiel- und Bildquelle: https://www.rockstargames.com/VI
Extended Look / offizieller Rockstar-Kanal: https://www.youtube.com/@RockstarGames
GeForce NOW wird auf dem Mac immer mehr zur echten Gaming-Alternative
Gaming auf dem Mac bleibt ein merkwürdiges Thema. Apple baut extrem leistungsfähige Chips, trotzdem erscheinen viele große Spiele weiterhin ausschließlich für Windows und Konsolen. Cloud Gaming umgeht genau dieses Problem.
Nvidia baut GeForce NOW weiter aus
Nvidia erweitert GeForce NOW um mehrere Funktionen, von denen auch Mac-Nutzer profitieren. Besonders interessant ist die kommende Unterstützung für Valves neuen Steam Controller. Das Gamepad soll zunächst mit Steam Deck und Steam Machine funktionieren und anschließend auch unter macOS und Windows direkt unterstützt werden.

Der Mac braucht dadurch weniger native Spiele
Das Grundprinzip bleibt gleich: Das Spiel läuft nicht auf dem eigenen Mac, sondern auf leistungsfähiger Nvidia-Hardware im Rechenzentrum. Der Mac bekommt den Videostream und schickt Controller-Eingaben zurück. Mit einer schnellen Internetverbindung funktioniert das inzwischen erstaunlich gut.
Darin liegt eine gewisse Ironie. Apple versucht Entwickler davon zu überzeugen, Spiele nativ auf macOS zu bringen. Gleichzeitig werden Cloud-Dienste so gut, dass viele Nutzer darauf irgendwann gar nicht mehr angewiesen sind.
Meine Einschätzung
Ich sehe Cloud Gaming inzwischen deutlich positiver als noch vor ein paar Jahren. Für Gelegenheitsspieler ist es eigentlich perfekt: kein Gaming-PC, keine riesigen Downloads und trotzdem aktuelle Titel. Für kompetitive Spiele würde ich weiterhin lokale Hardware bevorzugen. Für ein paar Stunden Singleplayer auf dem MacBook finde ich GeForce NOW inzwischen aber ziemlich überzeugend.
Fazit
Nvidia baut GeForce NOW weiter aus und macht den Mac damit indirekt zu einer immer besseren Gaming-Plattform. Nicht weil plötzlich jedes Spiel für macOS erscheint, sondern weil das Betriebssystem für die eigentliche Berechnung zunehmend egal wird.
Mac mini bestellt? Apple schenkt manchen Kunden einfach den M6
Lange Lieferzeiten nerven normalerweise. Bei einigen Mac-mini-Käufern verwandelt sich die Wartezeit gerade allerdings in einen ziemlich guten Deal. Apple stellt offenbar offene Bestellungen des bisherigen Mac mini teilweise automatisch auf die neue Generation um.
Neuer Mac zum alten Preis
Wer einen M4 bestellt hatte, bekommt dadurch einen M6. Aus einem M4 Pro wird ein M5 Pro. Einen Aufpreis verlangt Apple dafür nicht. Besonders interessant ist das wegen der kräftigen Preiserhöhung der neuen Generation: Der neue Mac mini mit M6 startet offiziell bei 1.049 Euro, die M5-Pro-Version bei 1.999 Euro. Apple informiert betroffene Kunden per E-Mail. Technisch gibt es ebenfalls einiges dazu: mehr CPU- und Grafikleistung sowie WLAN 7, Bluetooth 6 und 2,5-Gigabit-Ethernet.

Das Geschenk kann einen Haken haben
Bei manchen Käufern verkürzt sich durch das Upgrade sogar die Lieferzeit. Andere berichten vom Gegenteil. Dort verschiebt sich der erwartete Termin durch den Wechsel auf die neue Generation um mehrere Wochen. Eine Möglichkeit, das automatische Upgrade abzulehnen, scheint Apple teilweise nicht anzubieten.
Meine Einschätzung
Wenn ich einen M4 bestellt hätte und plötzlich ohne Aufpreis einen M6 bekomme, würde ich mich definitiv nicht beschweren. Leider ist meine letzte Bestellung des M4 Mac mini. einfach schon zu lange gerade. Gerade weil Apple den Einstiegspreis auf über 1.000 Euro angehoben hat, ist das für manche Käufer ein richtig gutes Upgrade.
Fazit
Wer noch auf einen bestellten M4-Mac-mini wartet, sollte einen Blick ins Postfach und in den Apple-Bestellstatus werfen. Mit etwas Glück steht dort inzwischen ein deutlich neuerer und teurerer Rechner, ohne dass Apple einen Cent mehr verlangt.

















