Lankeleisi KETT-8: Dieses E-Bike ist halb Citybike, halb SUV und irgendwie ziemlich interessant
Es gibt Fahrräder, bei denen man nach drei Sekunden weiß, in welche Schublade sie gehören. Rennrad? Klar. Gravelbike? Ebenfalls. Beim Lankeleisi KETT-8 ist das deutlich schwieriger. Das Ding sieht aus, als hätte jemand ein bequemes Citybike, ein SUV-E-Bike und ein kleines Alltags-Lastentier zusammengeworfen und anschließend gesagt: passt schon, bauen wir so.
Genau das macht es aber interessant. Das KETT-8 richtet sich nicht an Leute, die ihr Rad nach möglichst wenig Gewicht auswählen oder jedes Gramm am Flaschenhalter diskutieren. Es will komfortabel sein, robust wirken und im Alltag möglichst viele Situationen abdecken.
Bequem statt sportlich
Der tiefe Einstieg, der Gepäckträger und die entspannte Sitzposition schreien ziemlich eindeutig Alltag. Gleichzeitig stehen da breite 26-Zoll-Reifen, Vollfederung und eine deutlich massivere Bauweise, als man sie von einem typischen Citybike kennt. Dadurch wirkt das KETT-8 fast wie ein kleines SUV auf zwei Rädern. Das ist natürlich kein Zufall. Viele E-Bike-Käufer wollen heute eben nicht mehr nur ein klassisches Trekkingrad, sondern ein Rad, das bequem über schlechte Radwege rollt, Kopfsteinpflaster wegsteckt und auch mal einen Feldweg mitnimmt, ohne direkt nach Abenteuerurlaub auszusehen. Genau dort setzt das KETT-8 an. Es will nicht besonders elegant oder minimalistisch sein. Es will funktionieren.
Warum solche Räder gerade so gut funktionieren
Ich glaube, der Erfolg solcher Modelle hat viel damit zu tun, dass E-Bikes inzwischen nicht mehr nur als Sportgerät oder Seniorenrad gesehen werden. Für viele Menschen ersetzt ein E-Bike inzwischen kurze Autofahrten. Einkaufen, zur Arbeit, Freunde besuchen, kleine Touren am Wochenende – genau dafür braucht man nicht zwangsläufig ein ultraleichtes High-End-Bike. Ein stabiler Gepäckträger, breite Reifen, Federung und ein Motor sind im Alltag oft mehr wert als ein paar Kilo weniger Gewicht. Gerade wenn man nicht jedes Schlagloch umfahren möchte, merkt man schnell, warum komfortorientierte E-Bikes so beliebt sind. Natürlich hat die massive Bauweise auch Nachteile. So ein Rad trägt man nicht mal eben entspannt in den dritten Stock. Wer oft Zug fährt oder sein Bike regelmäßig auf einen Fahrradträger hebt, wird sich über jedes zusätzliche Kilo ärgern. Aber wer es überwiegend fährt und nicht trägt, sieht die Sache wahrscheinlich entspannter.
Kein Bike für Puristen
Das KETT-8 ist ganz klar kein Fahrrad für Menschen, die Radfahren möglichst puristisch sehen. Es ist groß, schwer und technisch ziemlich vollgepackt. Genau das könnte für andere Nutzer aber der Reiz sein. Die Kombination aus tiefem Einstieg und robuster Optik wirkt ein bisschen ungewöhnlich, ist im Alltag aber ziemlich logisch. Ein tiefer Rahmen macht Auf- und Absteigen leichter, während breite Reifen und Federung für Komfort sorgen. Wer Taschen, Einkäufe oder anderes Zeug transportiert, dürfte den Gepäckträger ebenfalls schnell zu schätzen wissen. Ich finde solche Konzepte inzwischen ehrlicherweise spannender als den hundertsten Versuch, ein E-Bike möglichst futuristisch aussehen zu lassen. Ein Fahrrad darf ruhig einfach praktisch sein.
Der eigentliche Punkt ist Vielseitigkeit
Man sollte das KETT-8 nicht mit einem echten Mountainbike verwechseln. Breite Reifen und Federung machen aus einem Alltagsrad noch lange kein Trail-Bike. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch. Die Stärke liegt eher darin, dass man nicht ständig darüber nachdenken muss, ob der Weg jetzt noch zum Rad passt. Asphalt, schlechter Radweg, Schotter, Feldweg – genau diese Mischung begegnet vielen Menschen im Alltag sowieso ständig. Und da wirkt das KETT-8 ziemlich schlüssig. Es versucht gar nicht erst, in einer Disziplin perfekt zu sein, sondern möchte möglichst viele Dinge ordentlich können.
Für mich ist das am Ende auch die spannendste Seite an dem Rad. Es ist kein E-Bike, das man wegen einer einzelnen technischen Zahl kauft. Es ist eher so ein Modell, bei dem man nach ein paar Tagen merkt, dass man es ständig nimmt, weil es bequem und unkompliziert ist. Genau das ist bei einem Alltagsrad wahrscheinlich wichtiger als irgendein Datenblatt-Rekord.
Offizielle Produkt- und Bildquelle: https://lankeleisi.com/
GeForce NOW wird auf dem Mac immer mehr zur echten Gaming-Alternative
Gaming auf dem Mac bleibt ein merkwürdiges Thema. Apple baut extrem leistungsfähige Chips, trotzdem erscheinen viele große Spiele weiterhin ausschließlich für Windows und Konsolen. Cloud Gaming umgeht genau dieses Problem.
Nvidia baut GeForce NOW weiter aus
Nvidia erweitert GeForce NOW um mehrere Funktionen, von denen auch Mac-Nutzer profitieren. Besonders interessant ist die kommende Unterstützung für Valves neuen Steam Controller. Das Gamepad soll zunächst mit Steam Deck und Steam Machine funktionieren und anschließend auch unter macOS und Windows direkt unterstützt werden.

Der Mac braucht dadurch weniger native Spiele
Das Grundprinzip bleibt gleich: Das Spiel läuft nicht auf dem eigenen Mac, sondern auf leistungsfähiger Nvidia-Hardware im Rechenzentrum. Der Mac bekommt den Videostream und schickt Controller-Eingaben zurück. Mit einer schnellen Internetverbindung funktioniert das inzwischen erstaunlich gut.
Darin liegt eine gewisse Ironie. Apple versucht Entwickler davon zu überzeugen, Spiele nativ auf macOS zu bringen. Gleichzeitig werden Cloud-Dienste so gut, dass viele Nutzer darauf irgendwann gar nicht mehr angewiesen sind.
Meine Einschätzung
Ich sehe Cloud Gaming inzwischen deutlich positiver als noch vor ein paar Jahren. Für Gelegenheitsspieler ist es eigentlich perfekt: kein Gaming-PC, keine riesigen Downloads und trotzdem aktuelle Titel. Für kompetitive Spiele würde ich weiterhin lokale Hardware bevorzugen. Für ein paar Stunden Singleplayer auf dem MacBook finde ich GeForce NOW inzwischen aber ziemlich überzeugend.
Fazit
Nvidia baut GeForce NOW weiter aus und macht den Mac damit indirekt zu einer immer besseren Gaming-Plattform. Nicht weil plötzlich jedes Spiel für macOS erscheint, sondern weil das Betriebssystem für die eigentliche Berechnung zunehmend egal wird.
Mac mini bestellt? Apple schenkt manchen Kunden einfach den M6
Lange Lieferzeiten nerven normalerweise. Bei einigen Mac-mini-Käufern verwandelt sich die Wartezeit gerade allerdings in einen ziemlich guten Deal. Apple stellt offenbar offene Bestellungen des bisherigen Mac mini teilweise automatisch auf die neue Generation um.
Neuer Mac zum alten Preis
Wer einen M4 bestellt hatte, bekommt dadurch einen M6. Aus einem M4 Pro wird ein M5 Pro. Einen Aufpreis verlangt Apple dafür nicht. Besonders interessant ist das wegen der kräftigen Preiserhöhung der neuen Generation: Der neue Mac mini mit M6 startet offiziell bei 1.049 Euro, die M5-Pro-Version bei 1.999 Euro. Apple informiert betroffene Kunden per E-Mail. Technisch gibt es ebenfalls einiges dazu: mehr CPU- und Grafikleistung sowie WLAN 7, Bluetooth 6 und 2,5-Gigabit-Ethernet.

Das Geschenk kann einen Haken haben
Bei manchen Käufern verkürzt sich durch das Upgrade sogar die Lieferzeit. Andere berichten vom Gegenteil. Dort verschiebt sich der erwartete Termin durch den Wechsel auf die neue Generation um mehrere Wochen. Eine Möglichkeit, das automatische Upgrade abzulehnen, scheint Apple teilweise nicht anzubieten.
Meine Einschätzung
Wenn ich einen M4 bestellt hätte und plötzlich ohne Aufpreis einen M6 bekomme, würde ich mich definitiv nicht beschweren. Leider ist meine letzte Bestellung des M4 Mac mini. einfach schon zu lange gerade. Gerade weil Apple den Einstiegspreis auf über 1.000 Euro angehoben hat, ist das für manche Käufer ein richtig gutes Upgrade.
Fazit
Wer noch auf einen bestellten M4-Mac-mini wartet, sollte einen Blick ins Postfach und in den Apple-Bestellstatus werfen. Mit etwas Glück steht dort inzwischen ein deutlich neuerer und teurerer Rechner, ohne dass Apple einen Cent mehr verlangt.
Photoshop bekommt Markup: Adobe lässt uns KI-Edits jetzt einfach ins Bild zeichnen
Adobe baut Photoshop weiter um KI-Funktionen aus, aber diesmal geht es nicht nur um noch mehr Generieren per Textprompt. Mit dem neuen „Markup“ bekommt Photoshop eine Funktion, die eigentlich erstaunlich naheliegend ist: Statt der KI umständlich in Worten zu erklären, was genau im Bild verändert werden soll, kann man einfach direkt hineinzeichnen.

Ein Pfeil hier, eine grobe Skizze dort, ein markierter Bereich für eine neue Farbe – und Photoshop versucht anschließend, diese visuellen Hinweise zusammen mit dem Prompt zu verstehen. Gerade wer schon einmal zehnmal versucht hat, einer generativen Bildfunktion zu erklären, dass bitte wirklich nur das eine Objekt verändert werden soll, dürfte ziemlich schnell verstehen, warum das interessant ist.
Markup macht Prompts konkreter
Textprompts funktionieren gut, solange die Aufgabe eindeutig ist. „Mach den Himmel dramatischer“ versteht eine KI meistens problemlos. Schwieriger wird es, wenn mehrere ähnliche Objekte im Bild sind oder eine Änderung an einer ganz bestimmten Stelle passieren soll.
Mit Markup kann man genau dort ansetzen. Adobe nennt Beispiele wie Bereiche markieren, die umgefärbt werden sollen, Pfeile zeichnen, um Positionen vorzugeben, oder grobe Formen ins Bild malen, die anschließend durch neue Elemente ersetzt werden.
Das erinnert ein bisschen daran, wie man einem Kollegen eine Bildkorrektur erklären würde. Statt fünf Sätze zu schreiben, malt man schnell einen Kreis und sagt: „Hier bitte ändern.“ Für generative Bildbearbeitung ist das vermutlich eine der sinnvollsten Arten, KI weniger zufällig wirken zu lassen.
Instruct Edit mit Masken schützt den Rest des Bildes
Parallel dazu führt Adobe „Instruct Edit with Masks“ ein. Hier geht es darum, Änderungen per Prompt innerhalb einer definierten Maske vorzunehmen, während nicht markierte Bereiche unberührt bleiben sollen.
Das klingt banal, löst aber ein echtes Problem generativer Bildbearbeitung. Wer nur eine Mütze auf einem Kopf ergänzen möchte, will nicht plötzlich ein leicht anderes Gesicht, veränderte Logos oder neue Details im Hintergrund bekommen.
Adobe verspricht, dass Firefly Image 5 den gesamten Bildkontext berücksichtigt, aber die Bearbeitung trotzdem auf den ausgewählten Bereich beschränkt. Wenn das zuverlässig funktioniert, dürfte das für professionelle Workflows deutlich wichtiger sein als spektakuläre Komplett-Generierungen.
Gerade in Marketing, Produktfotografie oder Social Media muss ein Ergebnis schließlich nicht nur hübsch aussehen. Logos, Produkte, Gesichter und Markenfarben müssen exakt bleiben.
Der AI Assisted Editor wird eine eigene Arbeitsfläche
Adobe geht noch einen Schritt weiter und führt einen „AI Assisted Editor“ als Beta ein. Dabei handelt es sich um eine alternative Oberfläche innerhalb von Photoshop, die stärker auf natürliche Sprache und generative Werkzeuge ausgelegt ist.
Dort lassen sich Funktionen wie Hintergrund entfernen, Generative Expand, Generative Fill, Upscaling und verschiedene Bearbeitungen über Prompts anstoßen. Auch AI Markup gehört dazu.
Wichtig ist: Der klassische Photoshop-Workflow verschwindet dadurch nicht. Wer weiterhin mit Ebenen, Masken, Auswahlwerkzeugen und dem normalen Pro Editor arbeiten möchte, kann das tun. Adobe stellt die KI-Oberfläche eher als zusätzliche Option daneben.
Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich wichtig. Photoshop ist mächtig, weil man unglaublich präzise arbeiten kann. Wenn Adobe daraus einfach nur einen großen Prompt-Kasten machen würde, wäre das für viele Nutzer eher ein Rückschritt.
Auch der klassische Editor bekommt Prompt to Edit
Wer nicht in den neuen AI Assisted Editor wechseln möchte, bekommt „Prompt to Edit“ direkt in der Contextual Task Bar des normalen Editors. Damit lassen sich komplette Bildänderungen per natürlicher Sprache anstoßen.
Die Ergebnisse landen als generative Ebenen im Ebenenstapel. Das ist ein kleines Detail, aber ein gutes. Änderungen bleiben dadurch nachvollziehbar und zerstören nicht einfach das Originalbild.
Photoshop bleibt also zumindest in der Theorie das, was es immer war: ein nicht-destruktiver Werkzeugkasten. Die KI ist eine neue Ebene darin und nicht zwangsläufig der Ersatz für alles andere.
Neue Lichtkorrektur und Adobe Stock direkt in Photoshop
Neben den KI-Funktionen gibt es auch klassischere Neuerungen. Eine neue Light Adjustment Layer bringt unter anderem Belichtung, Kontrast, Highlights, Schatten, Weiß und Schwarz als nicht-destruktive Einstellungsebene direkt in den Photoshop-Workflow.
Wer häufig zwischen Photoshop und Camera Raw springt, dürfte das begrüßen. Außerdem integriert Adobe den Stock-Katalog stärker direkt in Photoshop. Laut Adobe stehen dort mehr als 900 Millionen Assets zur Suche und Vorschau bereit, ohne dass man ständig zwischen Browser und Anwendung wechseln muss.
Dynamic Text wird ebenfalls erweitert und kann sich künftig an eigene Formen und Pfade anpassen. Für Layouts, Poster und Social-Design ist das eine dieser kleinen Funktionen, die im Alltag schnell mehr Zeit sparen können als irgendeine große KI-Demo.
KI wird in Photoshop langsam zum normalen Werkzeug
Was mir an diesem Update gefällt: Adobe scheint langsam wegzukommen von der Phase, in der KI vor allem über beeindruckende „Schau mal, ich habe einen Elefanten in die Straße generiert“-Demos verkauft wurde.
Markup, Masken und generative Ebenen sind weniger spektakulär, aber viel näher an echter Arbeit. Es geht darum, schneller zu dem Ergebnis zu kommen, das man ohnehin im Kopf hat.
Genau dort wird KI in Kreativsoftware meiner Meinung nach wirklich nützlich. Nicht wenn sie die komplette Gestaltung übernimmt, sondern wenn sie lästige Zwischenschritte reduziert.
Natürlich bleibt die Qualität entscheidend. Wenn Markup nur in jeder zweiten Situation versteht, was gemeint ist, landet man wieder beim klassischen Freistellen und Maskieren. Aber die Richtung stimmt.
Für mich ist Markup wahrscheinlich die spannendste Neuerung des Pakets. Eine KI nicht nur mit Worten, sondern direkt visuell anweisen zu können, fühlt sich bei einem Programm wie Photoshop einfach logisch an.
Offizielle Presse- und Bildquelle: https://blog.adobe.com/en/publish/2026/08/27/new-photoshop-innovations-bring-you-more-choice-control-at-every-stage-of-your-creative-process
Sonos läuft auf dem Mac jetzt nativ auf Apple Silicon
Sonos hat seiner Mac-App ein Update spendiert, das auf dem Papier ziemlich unspektakulär klingt, für Nutzer moderner Macs aber längst überfällig war: Die Sonos-App für macOS unterstützt Apple Silicon jetzt nativ und ist nicht mehr auf Rosetta angewiesen. Das bestätigt Sonos in den aktuellen Release Notes vom 25. August 2026.
Wer einen Mac mit M1, M2, M3, M4, M5 oder inzwischen M6 nutzt, kennt Rosetta wahrscheinlich eher als unsichtbaren Übersetzer im Hintergrund. Genau dafür ist Apples Kompatibilitätsschicht gedacht: ältere Intel-Programme laufen damit auch auf den neuen ARM-basierten Macs. In vielen Fällen merkt man davon kaum etwas. Trotzdem ist native Software auf Dauer immer die sauberere Lösung.
Sonos zieht bei Apple Silicon endlich nach
Apple hat den ersten M1-Mac bereits Ende 2020 vorgestellt. Seitdem hatten Entwickler ziemlich viel Zeit, ihre Programme auf Apple Silicon umzustellen. Viele große Apps waren entsprechend früh angepasst, andere brauchten länger. Sonos gehörte bei der Desktop-Anwendung eindeutig zur zweiten Gruppe.
Mit dem aktuellen Update ist das Thema nun erledigt. Die Sonos-App läuft direkt auf Apples eigener Prozessorarchitektur. Rosetta muss die Intel-Version also nicht mehr übersetzen. Das spart theoretisch etwas Overhead, reduziert Abhängigkeiten und macht die App zukunftssicherer.
Im Alltag sollte man allerdings keine Wunder erwarten. Wer gehofft hat, dass seine Sonos-Lautsprecher plötzlich doppelt so schnell reagieren, wird vermutlich enttäuscht. Der eigentliche Vorteil liegt eher darin, dass die Software technisch endlich dort angekommen ist, wo aktuelle Macs seit Jahren stehen.

Warum native Apps trotzdem wichtig sind
Rosetta 2 ist beeindruckend gut. Viele Intel-Programme laufen auf Apple-Silicon-Macs so unauffällig, dass Nutzer überhaupt nicht wissen, dass eine Übersetzungsschicht aktiv ist. Genau das ist gleichzeitig der Grund, warum manche Entwickler den Umstieg offenbar nicht besonders dringend fanden.
Langfristig möchte man sich auf so eine Zwischenlösung aber nicht verlassen. Apple hat das ursprüngliche Rosetta nach dem PowerPC-zu-Intel-Wechsel irgendwann ebenfalls eingestellt. Wann dasselbe mit Rosetta 2 passiert, wissen wir nicht. Klar ist nur: Apple wird die Kompatibilitätsschicht nicht für immer pflegen wollen.
Für Sonos ist die native Version deshalb weniger ein spektakuläres neues Feature als notwendige Wartungsarbeit. Und ehrlich gesagt finde ich genau solche Updates ziemlich sympathisch. Nicht jedes Software-Update braucht fünf neue KI-Funktionen, eine komplett neue Oberfläche und drei animierte Menüs. Manchmal reicht es vollkommen, wenn eine App technisch sauberer wird.
Sonos arbeitet weiter an seiner App
Die Sonos-App hat in den vergangenen Jahren bekanntlich eine etwas turbulente Geschichte hinter sich. Der große App-Neustart 2024 sorgte bei vielen Nutzern für Frust, weil Funktionen fehlten oder Systeme nicht zuverlässig reagierten. Seitdem arbeitet Sonos Schritt für Schritt daran, die Software wieder zu stabilisieren und Funktionen zurückzubringen.
Auch 2026 folgen regelmäßig kleinere und größere Verbesserungen. Im August hatte Sonos unter anderem die Live Activity auf iOS wieder stärker integriert, sodass sich die Wiedergabe vom Sperrbildschirm und über die Dynamic Island steuern lässt. Auf dem iPad wurde die Bedienung für größere Displays angepasst.
Dass nun auch die Mac-App modernisiert wird, passt in dieses Bild. Es ist kein Feature, das Sonos auf einer großen Bühne präsentieren muss, aber eines, das zeigt, dass die Desktop-Anwendung nicht einfach vergessen wurde.
Für Nutzer moderner Macs ändert sich vor allem unter der Haube etwas
Wer die Sonos-App regelmäßig am Mac nutzt, muss nichts Besonderes tun. Das Update wird wie gewohnt verteilt. Sonos weist darauf hin, dass neue Versionen und Funktionen über mehrere Tage ausgerollt werden können. Es kann also sein, dass die aktuelle Fassung nicht auf jedem System exakt gleichzeitig auftaucht.
Spannend dürfte das Update vor allem für Nutzer sein, die möglichst wenig Intel-Altlasten auf ihrem Mac haben möchten. Über die Aktivitätsanzeige beziehungsweise Systeminformationen lässt sich bei vielen Apps schnell erkennen, ob sie nativ oder über Rosetta laufen. Sonos sollte dort künftig als Apple-Silicon-Anwendung auftauchen.
Für mich ist das so ein typisches „endlich“-Update. Kein Grund, deswegen einen neuen Sonos-Lautsprecher zu kaufen und auch kein revolutionäres Feature. Aber wenn man heute mehrere Tausend Euro für einen modernen Mac ausgibt, ist es einfach gut, wenn die Programme darauf auch wirklich nativ laufen.
Und vielleicht ist das die angenehmste Art von Update: installieren, nichts neu lernen müssen und wissen, dass im Hintergrund ein Stück alte Technik verschwunden ist.
Offizielle Quelle und Bildquelle: https://support.sonos.com/en/article/release-notes-sonos-app-updates
Samsung Galaxy S26 FE: Viel S26, weniger Flagship - und 50 Dollar teurer
Samsung hat das Galaxy S26 FE offiziell vorgestellt. Die FE-Reihe ist seit Jahren so etwas wie Samsungs Mittelweg für alle, die möglichst viel Galaxy-S-Feeling wollen, aber nicht den vollen Flagship-Preis bezahlen möchten. Beim neuen S26 FE bleibt dieses Prinzip erhalten, nur wird der Abstand nach oben langsam etwas komplizierter. In den USA startet das Smartphone bei 699,99 Dollar und damit rund 50 Dollar über dem Vorgänger. Dafür gibt es ein 6,7-Zoll-Display mit 120 Hz, einen Exynos-2500-Prozessor, eine Dreifachkamera, 4.900 mAh Akku und direkt Android 17 mit One UI 9.
6,7 Zoll und 120 Hz
Das Display misst 6,7 Zoll, löst in FHD+ auf und arbeitet mit bis zu 120 Hz. Samsung gibt eine maximale Helligkeit von 1.900 Nits an. Das ist ordentlich, auch wenn aktuelle Topmodelle inzwischen noch deutlich höhere Spitzenwerte erreichen.
Genau hier zeigt sich das typische FE-Konzept. Samsung spart nicht an den Dingen, die man im Alltag sofort bemerkt. Ein großes, schnelles OLED-Display gehört dazu. Bei Prozessor, Kameras und einigen Details liegt das Gerät dagegen unterhalb der regulären S26-Modelle.
Im Inneren steckt Samsungs Exynos 2500. Dazu kommen mindestens 8 GB RAM. Bei den Speichergrößen sind je nach Markt 128 und 256 GB vorgesehen, in Europa soll zusätzlich eine Variante mit 512 GB angeboten werden.
Drei Kameras und mehr Software-Tricks
Auf der Rückseite sitzt eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung. Ergänzt wird sie von einer 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und einem 8-Megapixel-Tele mit dreifachem optischen Zoom. Digital geht es bis 30-fach. Auf dem Papier klingt das nicht nach einer Revolution. Samsung versucht deshalb, vor allem über Software Mehrwert zu schaffen. Die ProVisual Engine aus den Galaxy-S-Modellen kommt erstmals auch in einem FE-Gerät zum Einsatz. Dazu gibt es Funktionen wie Horizon Lock für stabilere Videos, FanCam und diverse KI-Werkzeuge zur Bildbearbeitung.
Galaxy AI spielt erwartungsgemäß ebenfalls eine große Rolle. Samsung integriert unter anderem Googles Gemini-Funktionen und bewirbt Features zum Bearbeiten, Suchen und Organisieren von Inhalten. Das ist inzwischen fast schon Pflichtprogramm bei neuen Android-Smartphones.

4.900 mAh und schnelleres Laden
Der Akku besitzt eine Kapazität von 4.900 mAh. Kabelgebunden lädt das S26 FE mit bis zu 45 Watt. Laut Samsung sollen damit ungefähr 69 Prozent in 30 Minuten möglich sein. Kabellos sind 15 Watt drin. Das Gerät ist außerdem nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Damit fehlen im Alltag zumindest keine der typischen Komfortfunktionen, die man von einem Smartphone dieser Preisklasse erwartet.
Das eigentliche Problem ist der Preis
Spannend wird es bei 699,99 Dollar. Die FE-Serie war ursprünglich besonders attraktiv, weil sie viele Flagship-Funktionen deutlich günstiger angeboten hat. Je näher sich der Preis aber an reguläre Premium-Smartphones heranschiebt, desto schwieriger wird die Rechnung. Vor allem ältere Topmodelle werden schnell zum Konkurrenten. Ein Galaxy S25 oder ein anderes Premium-Smartphone aus dem Vorjahr kann im Angebot ähnlich viel kosten und teilweise die bessere Hardware bieten. Genau deshalb würde ich beim S26 FE nicht sofort zum Marktstart zuschlagen. Samsung-Smartphones sind bekannt dafür, relativ schnell in Aktionen, Bundles und Cashback-Angeboten aufzutauchen. Der offizielle Preis ist deshalb oft nur der Anfang. Sobald das S26 FE hundert Euro günstiger wird oder zusammen mit Buds, Watch oder Tarif angeboten wird, sieht die Sache schon wieder anders aus.
FE bleibt eine gute Idee
Grundsätzlich mag ich Samsungs FE-Konzept. Nicht jeder braucht das teuerste Ultra-Modell, und viele Nutzer wollen einfach ein gutes Display, vernünftige Kameras, lange Software-Unterstützung und die wichtigsten Funktionen der S-Serie. Das S26 FE scheint genau das zu liefern. Nur der Preis muss dazu passen. Für 700 Dollar beziehungsweise einen vermutlich ähnlich ambitionierten europäischen Preis ist die Konkurrenz groß. Ein paar Monate später könnte das Gerät dagegen einer der interessanteren Samsung-Deals werden. Wer also nicht unbedingt am ersten Tag ein neues Smartphone braucht, sollte vermutlich warten. Technisch sieht das S26 FE solide aus. Der spannendste Wert wird am Ende aber nicht die Displayhelligkeit oder die Anzahl der KI-Funktionen sein, sondern der tatsächliche Straßenpreis.
Offizielle Presse- und Bildquelle: https://news.samsung.com/
Microduck: Dieser 399-Dollar-KI-Roboter ist eine kleine Ente mit erstaunlich viel Technik
Roboter müssen offenbar nicht immer aussehen wie Menschen. Hugging Face und Pollen Robotics zeigen mit dem Microduck gerade ziemlich charmant, dass ein kleiner watschelnder Vogel vielleicht sogar der sympathischere Weg ist. Der neue Open-Source-Roboter ist rund 25 Zentimeter groß, wiegt weniger als 800 Gramm und kann ab sofort für 399 Dollar vorbestellt werden.
Das klingt zunächst nach einem ziemlich teuren Spielzeug. Microduck richtet sich aber vor allem an Entwickler, Robotik-Fans und Menschen, die mit KI und Reinforcement Learning experimentieren möchten. Und ganz nebenbei sieht das Ding eben aus wie eine kleine Roboterente.
15 Motoren in einer 25 Zentimeter großen Ente
Im Microduck stecken insgesamt 15 Motoren. Sie bewegen Beine, Kopf, Hals und den kleinen Schnabel. Dadurch kann der Roboter laufen, sitzen, in die Hocke gehen und sich nach vielen typischen Stürzen selbst wieder aufrichten. Laut Hersteller kann er sogar Rollschuh fahren.
Dazu kommen eine Kamera, ein kleiner LiDAR-Sensor und zwei IMUs zur Erfassung von Bewegung und Lage. Der bewegliche Schnabel ist nicht nur Deko: Microduck kann damit kleine Gegenstände aufnehmen.
Das Konzept erinnert ein bisschen an die Roboterhunde, die seit Jahren durch Tech-Demos laufen, nur in deutlich kleiner, günstiger und weniger einschüchternd. Genau das ist Absicht. Wenn ein großer humanoider Roboter beim Training ständig umfällt, kann das teuer und gefährlich werden. Bei einer 800-Gramm-Ente hält sich das Drama in Grenzen.

Open Source statt abgeschottetem Gadget
Der eigentlich interessante Punkt ist die Software. Hugging Face und Pollen Robotics stellen den Software-Stack offen zur Verfügung. Es gibt ein SDK, die Roboter-Software und Werkzeuge für Reinforcement Learning. Entwickler können also eigene Bewegungen, Experimente und Verhaltensweisen programmieren.
Einige Dinge funktionieren schon direkt nach dem Auspacken. Microduck lässt sich beispielsweise per Gamepad steuern oder kann einem Laserpunkt folgen. Vorgefertigte Bewegungsmuster sorgen dafür, dass er auf seine Umgebung reagieren kann, ohne dass man zuerst wochenlang Code schreiben muss.
Damit liegt der Roboter irgendwo zwischen Lernplattform, Entwickler-Kit und absurd niedlichem Desktop-Gadget. Gerade diese Mischung könnte funktionieren. Robotik ist ein Bereich, der für Einsteiger schnell teuer und kompliziert wird. Ein fertiges System für 399 Dollar ist zwar kein Impulskauf, aber verglichen mit vielen professionellen Robotik-Plattformen erstaunlich zugänglich.
Keine sprechende KI-Assistentin
Wer jetzt auf eine Art ChatGPT-Ente hofft, die durch die Wohnung läuft und Fragen beantwortet, bekommt zunächst etwas anderes. Microduck soll bewusst nicht wie ein klassischer Sprachassistent auftreten. Er besitzt zwar Mikrofon und Lautsprecher, kommuniziert aber über Geräusche.
Nach der Einrichtung bekommt jeder Roboter sogar eine dauerhafte eigene „Audio-Identität“. Die Entwickler wollen offenbar eher das Gefühl eines kleinen digitalen Wesens erzeugen als das eines Alexa-Lautsprechers auf Beinen.
Ich mag diesen Ansatz. Gerade bei Consumer-Robotern versucht die Branche seit Jahren, Maschinen möglichst menschlich wirken zu lassen. Vielleicht muss ein Roboter aber gar kein künstlicher Mensch sein. Eine Ente, die watschelt, Dinge aufhebt und beim Umfallen wieder aufsteht, hat wahrscheinlich schon genug Persönlichkeit.
Eine Stunde Akku und vier Farben
Technisch ist Microduck erwartungsgemäß kein Hochleistungscomputer. An Bord sind 32 GB Speicher und 1 GB RAM. WLAN und Bluetooth sind ebenfalls dabei. Der 2.600-mAh-Akku soll ungefähr eine Stunde Dauerbetrieb ermöglichen.
Zum Start gibt es vier Farbvarianten: Cream, Graphite, Lavender und Sky. Die ersten Geräte sollen in den USA noch vor Weihnachten verschickt werden. Wie schnell und zu welchem Preis Microduck offiziell nach Europa kommt, ist noch offen.
Robotik wird langsam zum Hobby
Das Spannende an Microduck ist für mich weniger die einzelne Ente als das, was dahintersteht. KI-Software ist in den vergangenen Jahren extrem zugänglich geworden. Lokale Sprachmodelle kann man inzwischen auf normalen Rechnern ausprobieren. Der nächste Schritt könnte sein, dass auch Robotik aus Universitätslaboren und Industriehallen langsam auf den Schreibtisch wandert.
Wenn offene Hardware, günstige Sensoren und Open-Source-KI zusammenkommen, entsteht eine ganz neue Bastler-Szene. Raspberry Pi hat etwas Ähnliches beim Computing geschafft. Vielleicht werden kleine Roboter irgendwann genauso selbstverständlich für Experimente genutzt.
Und wenn dieser Weg mit einer 25 Zentimeter großen Ente beginnt, die Fußball spielen und Rollschuh fahren kann, bin ich ehrlich gesagt völlig fein damit.
Offizielle Presse-, Produkt- und Bildquelle: https://pollen-robotics.com/
Vier Mac Studios als KI-Superrechner: Apple macht Thunderbolt 5 plötzlich richtig spannend
Der neue Mac Studio ist ohnehin ein ziemlich absurdes Stück Hardware. Mit M5 Max oder M5 Ultra, enorm viel gemeinsamem Arbeitsspeicher und reichlich Rechenleistung richtet sich der kleine Aluminiumkasten längst nicht mehr nur an Video-Editoren und Musikstudios. Apple positioniert ihn zunehmend als Maschine für lokale KI. Und genau da wird eine Funktion interessant, die auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt: Mehrere Mac Studios lassen sich über Thunderbolt 5 zu einem Verbund zusammenschalten. Vier Geräte sollen bei bestimmten KI-Workloads laut Apple bis zu dreimal schneller arbeiten als ein einzelner Mac Studio. Das ist kein Feature, das der normale Mac-Nutzer morgen auf seinem Schreibtisch braucht. Es zeigt aber ziemlich deutlich, wohin Apple mit seinen Desktop-Rechnern will.

Thunderbolt 5 wird mehr als nur ein schneller Anschluss
Thunderbolt kennen die meisten als Anschluss für Displays, SSDs, Docks oder Capture-Hardware. Beim neuen Mac Studio kommt noch eine andere Ebene dazu. Über Thunderbolt 5 und RDMA können mehrere Rechner Daten untereinander austauschen, ohne dass die CPU jeden einzelnen Transfer aufwendig verwalten muss.
RDMA steht für Remote Direct Memory Access. Vereinfacht gesagt können die Systeme deutlich direkter auf Daten zugreifen, die zwischen den beteiligten Rechnern verschoben werden. Gerade bei großen KI-Modellen ist das interessant, weil dort nicht nur rohe Rechenleistung zählt. Speicher und die Geschwindigkeit, mit der riesige Datenmengen bewegt werden können, sind mindestens genauso wichtig. Apple demonstriert einen Verbund aus vier Mac Studios. Statt einen gigantischen einzelnen Rechner zu bauen, kann man mehrere kompakte Systeme miteinander koppeln und einen großen KI-Job verteilen.
Bis zu 512 GB Unified Memory pro Mac Studio
Richtig interessant wird das Ganze zusammen mit der Speicherausstattung des neuen Mac Studio. Das Spitzenmodell mit M5 Ultra lässt sich mit bis zu 512 GB Unified Memory konfigurieren. Das ist eine Größenordnung, die man bei einem Desktop-Rechner dieser Größe vor wenigen Jahren kaum ernsthaft erwartet hätte. Unified Memory ist gerade für lokale KI ein Vorteil, weil CPU und GPU auf denselben Speicherpool zugreifen können. Große Sprachmodelle benötigen teilweise enorme Mengen an Speicher. Während bei klassischen PCs der Grafikspeicher schnell zum Flaschenhals wird, kann ein entsprechend ausgestatteter Mac Studio hier deutlich größere Modelle lokal halten.
Vier solcher Rechner ergeben natürlich keine magischen zwei Terabyte gemeinsamen Arbeitsspeicher, den jede Anwendung automatisch wie einen einzigen Pool behandelt. Die Möglichkeit, Workloads über mehrere Systeme zu verteilen, eröffnet Entwicklern aber trotzdem ziemlich spannende Szenarien.
Apple entdeckt lokale KI als Verkaufsargument
Interessant ist, wie offensiv Apple seine neuen Macs inzwischen mit lokalen KI-Anwendungen verbindet. Noch vor ein paar Jahren wären beim Mac Studio vor allem Final Cut, Logic, 3D-Rendering und professionelle Fotobearbeitung genannt worden. Diese Dinge spielen weiterhin eine Rolle, aber KI ist inzwischen ganz vorne dabei. Das passt auch zum neuen Mac mini mit M6, über den wir bereits berichtet haben: https://hypesrus.com/mac-mini-m6-apple-ki/
Der kleine Mac wird ebenfalls deutlich stärker in Richtung lokale KI positioniert. Beim Mac Studio wird aus dieser Idee nun die professionelle Variante. Wer Modelle lokal betreiben, sensible Daten nicht in eine Cloud schicken oder eigene KI-Anwendungen entwickeln möchte, bekommt eine Plattform, die vergleichsweise kompakt und energieeffizient ist.
Billig ist der Spaß natürlich nicht
Man sollte bei all der Begeisterung allerdings nicht vergessen, was vier voll ausgestattete Mac Studios kosten. Schon das M5-Ultra-Modell startet in Deutschland bei mehreren Tausend Euro, und große RAM- und SSD-Konfigurationen treiben den Preis massiv nach oben. Ein Vierer-Cluster ist also eher etwas für Forschung, Unternehmen, Studios oder Entwicklerteams als für das Homelab unter dem Schreibtisch. Trotzdem finde ich die Entwicklung spannend. Vor allem, weil Apple damit eine Alternative zu klassischen GPU-Servern schafft. Nvidia dominiert den KI-Markt weiterhin deutlich, aber nicht jeder braucht ein Rechenzentrum voller Hochleistungs-GPUs. Für bestimmte lokale Workflows kann ein Cluster aus Macs durchaus attraktiv sein.
Der Mac Studio wird zum modularen Pro-Mac
Nach dem Ende beziehungsweise der zunehmenden Bedeutungslosigkeit des klassischen Mac Pro war lange die Frage, wie Apple professionelle Nutzer bedienen will, die mehr als einen einzelnen Rechner benötigen. Die Antwort scheint immer stärker zu lauten: mehrere kompakte Macs statt eines riesigen Towers. Das ist irgendwie typisch Apple. Statt Erweiterungskarten und einem gewaltigen Gehäuse setzt man auf kleine, geschlossene Systeme und verbindet sie extern. Ob das für jeden professionellen Workflow die bessere Lösung ist, darf man diskutieren. Technisch ist es aber ziemlich elegant.
Für mich ist vor allem interessant, dass Thunderbolt damit eine neue Rolle bekommt. Der Anschluss ist plötzlich nicht mehr nur die Stelle, an der die schnelle SSD hängt, sondern kann Teil einer kleinen lokalen Compute-Infrastruktur werden. Und genau solche Funktionen machen die neuen Desktop-Macs spannender als ein simples jährliches Chip-Upgrade.
Offizielle Presse- und Bildquelle: https://www.apple.com/newsroom/
Nintendo Switch 2 wird teurer: Wer noch kaufen will, sollte Gas geben
Nintendo dreht in Europa an der Preisschraube. Ab dem 1. September soll die Switch 2 offiziell 499,99 Euro kosten. Bislang liegt der Preis im My Nintendo Store bei 469,99 Euro. Das sind zwar „nur“ 30 Euro Unterschied, aber bei einer Konsole, die ohnehin nicht gerade als Schnäppchen gestartet ist, merkt man den Aufschlag dann doch.
Wer die Switch 2 sowieso schon auf der Einkaufsliste hat, bekommt damit einen ziemlich konkreten Grund, nicht mehr ewig zu warten. Zumal rund um neue Konsolen oft das Gegenteil passiert: Nach einigen Monaten erwartet man erste Bundles, bessere Straßenpreise oder Aktionen. Nintendo geht hier zunächst in die andere Richtung.

30 Euro mehr ab September
Der neue offizielle Preis von 499,99 Euro gilt ab dem 1. September. Damit kratzt die Switch 2 nun ganz offiziell an der 500-Euro-Marke. Psychologisch ist das schon ein Unterschied. 469 Euro wirken noch wie eine teure, aber halbwegs klassische Nintendo-Konsole. 500 Euro bewegen das Gerät endgültig in einem Preisbereich, in dem Käufer automatisch anfangen, mit PlayStation, Xbox oder einem Gaming-Handheld zu vergleichen.
Natürlich ist der reine Hardwarepreis nicht die ganze Geschichte. Wer Mario Kart, Zelda und Co. spielen möchte, landet ohnehin bei Nintendo. Genau das ist die große Stärke des Unternehmens: Die eigenen Marken sind so stark, dass Nintendo nicht ausschließlich über technische Daten konkurrieren muss.
Trotzdem dürfte die Erhöhung Diskussionen auslösen. Gerade Familien, die eine Switch 2 vielleicht als Weihnachtsgeschenk eingeplant haben, müssen künftig etwas tiefer in die Tasche greifen. Dazu kommen Spiele, Zubehör, eventuell eine Speicherkarte und ein zweiter Controller. Aus 500 Euro werden so ziemlich schnell 600 oder 700 Euro.
Warum wird die Switch 2 überhaupt teurer?
Preiserhöhungen bei Hardware sind inzwischen leider nichts Ungewöhnliches mehr. Wechselkurse, höhere Produktionskosten, Speicherpreise und allgemein gestiegene Kosten in der Lieferkette haben in den vergangenen Jahren bei fast allen großen Herstellern Spuren hinterlassen. Selbst Konsolen, die schon länger auf dem Markt sind, wurden teilweise nachträglich teurer.
Für Käufer ist das trotzdem gewöhnungsbedürftig. Bei Unterhaltungselektronik war man lange darauf konditioniert, dass ein Produkt nach dem Start langsam günstiger wird. Heute kann es durchaus passieren, dass ein Gerät Monate später plötzlich mehr kostet. Das macht den richtigen Kaufzeitpunkt schwieriger.
Bei der Switch 2 kommt hinzu, dass Nintendo mit der Konsole gerade erst richtig Fahrt aufnimmt. Das Spieleangebot wächst und mit jedem großen Exklusivtitel wird das Gerät interessanter. Wer bisher gewartet hat, weil die erste Euphorie rund um den Launch vorbei sein sollte, bekommt nun ausgerechnet eine Preiserhöhung serviert.
Lohnt sich der Kauf noch vor dem 1. September?
Wenn ihr ohnehin sicher seid, dass eine Switch 2 ins Haus soll, spricht wenig dafür, freiwillig die zusätzlichen 30 Euro zu bezahlen. Interessanter wird es bei allen, die noch unsicher sind. Für sie würde ich nicht allein wegen der Preiserhöhung spontan 470 Euro ausgeben. 30 Euro Ersparnis sind nett, aber kein Grund für einen Kauf, den man eigentlich noch gar nicht machen wollte.
Spannender ist die Frage, wie der Handel reagiert. Offizielle Preissteigerungen bedeuten nicht automatisch, dass jedes Angebot sofort auf 499,99 Euro springt. Händler können mit Bundles, Gutscheinen oder kurzfristigen Aktionen gegensteuern. Gerade Richtung Black Friday und Weihnachtsgeschäft dürfte es interessant werden.
Ich würde deshalb unterscheiden: Wer die Konsole jetzt haben möchte, sollte die letzten Tage vor der Erhöhung im Auge behalten. Wer problemlos noch einige Monate warten kann, dürfte auch später wieder gute Angebote finden. Nintendo kann eine UVP festlegen, den tatsächlichen Straßenpreis bestimmt am Ende trotzdem der Markt.
Die 500-Euro-Grenze verändert die Wahrnehmung
Für mich ist vor allem diese Marke interessant. Eine Nintendo-Konsole für knapp 500 Euro fühlt sich anders an als die Switch-Generationen davor. Nintendo bewegt sich damit stärker in Richtung Premium-Hardware, auch wenn das Konzept weiterhin deutlich anders ist als bei klassischen stationären Konsolen.
Die Switch 2 lebt von ihrer Mischung aus Handheld und Wohnzimmerkonsole, vor allem aber von Nintendos Spielen. Genau deshalb wird sie sich vermutlich auch für 499,99 Euro gut verkaufen. Begeisterung löst eine Preiserhöhung trotzdem selten aus.
Wer also ohnehin kurz vor dem Kauf stand, hat jetzt einen kleinen Countdown laufen. Alle anderen können entspannt bleiben und auf die nächsten Bundles und Aktionen warten.
Offizielle Produkt- und Bildquelle: https://www.nintendo.com/
Mac mini mit M6: Apple macht den kleinen Desktop zur KI-Maschine
Apple hat den Mac mini noch vor dem großen iPhone-Herbst aktualisiert. Und diesmal steckt in dem kleinen Aluminiumkasten nicht einfach nur ein etwas schnellerer Chip: Der neue M6 feiert im Mac mini seine Premiere und ist gleichzeitig Apples erster Chip, der im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird.
Optisch bleibt dagegen alles beim Alten. Apple behält das kompakte Gehäuse bei, das mit der M4-Generation deutlich geschrumpft ist. Und das ist eigentlich auch gut so, denn der aktuelle Mac mini gehört für mich zu den interessantesten Macs überhaupt. Klein, unauffällig und inzwischen leistungsfähig genug, um für sehr viele Nutzer problemlos einen deutlich größeren Desktop-Rechner zu ersetzen.
M6: 12 CPU- und 12 GPU-Kerne
Das eigentliche Highlight sitzt natürlich im Inneren. Der neue M6 besitzt eine 12-Core CPU und eine 12-Core GPU. Gegenüber dem bisherigen Mac mini mit M4 verspricht Apple eine bis zu 40 Prozent höhere CPU-Leistung und eine bis zu doppelt so hohe Grafikleistung.
Noch deutlicher sollen die Unterschiede bei KI-Anwendungen ausfallen. In jedem GPU-Kern befinden sich Neural Accelerators, zusätzlich setzt Apple auf eine sogenannte Dual 16-Core Neural Engine. Laut Apple kann der M6 dadurch bei bestimmten KI-Aufgaben eine bis zu viermal höhere Performance als der M4 erreichen.
Apple entdeckt den Mac mini als KI-Rechner
Apple spricht bei der neuen Generation auffällig häufig über lokale KI und sogenannte agentenbasierte Workflows. Das klingt zunächst nach Marketing-Bingo, ergibt beim Mac mini aber durchaus Sinn. Der kleine Rechner eignet sich aufgrund seines niedrigen Stromverbrauchs und seiner kompakten Bauweise ziemlich gut als dauerhaft laufender Rechner für lokale KI-Modelle, Automatisierungen oder Entwicklungsumgebungen.
In den vergangenen Jahren ist der Mac mini ohnehin immer häufiger in Homelabs und bei Entwicklern aufgetaucht. Mit dem M6 scheint Apple diese Zielgruppe jetzt ganz bewusst anzusprechen. Ich finde diese Entwicklung tatsächlich spannender als die üblichen 20 oder 30 Prozent mehr Benchmark-Leistung. Ein kleiner Mac, der irgendwo auf dem Schreibtisch oder im Serverschrank steht und dort dauerhaft lokale KI-Aufgaben erledigt, könnte in den kommenden Jahren ein ziemlich interessantes Einsatzgebiet werden.
16 GB RAM bleiben Standard
Das Basismodell startet weiterhin mit 16 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher. Beim M6 können maximal 32 GB konfiguriert werden. Die Speicherbandbreite steigt auf bis zu 170 GB/s.
Gerade für lokale KI-Modelle ist mehr Unified Memory ziemlich wertvoll, weshalb ich bei einem Rechner, der einige Jahre genutzt werden soll, wahrscheinlich direkt zu mindestens 24 GB greifen würde. Beim Speicher bleibt Apple allerdings seiner bisherigen Strategie treu: Das Einstiegsmodell kommt mit 256 GB SSD. 2026 fühlt sich das für einen Desktop-Rechner in dieser Preisklasse weiterhin ziemlich knapp an.
Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und schnelleres Ethernet
Auch bei der Konnektivität legt Apple nach. Der neue Mac mini unterstützt Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Ethernet arbeitet serienmäßig jetzt mit 2,5 Gbit/s, optional lässt sich weiterhin 10-Gigabit-Ethernet konfigurieren.
Vorne befinden sich wie bisher zwei USB-C-Anschlüsse sowie der Kopfhöreranschluss. Auf der Rückseite sitzen unter anderem Thunderbolt, HDMI und Ethernet. Damit bleibt der Mac mini einer der Macs, bei denen man erfreulicherweise nicht sofort über einen zusätzlichen USB-Hub nachdenken muss.
Und dann gibt es noch den Mac mini mit M5 Pro
Etwas ungewöhnlich wird die neue Modellpalette beim stärkeren Mac mini. Während das Basismodell bereits den neuen M6 erhält, steckt im teureren Modell ein M5 Pro. Apple bietet also gleichzeitig zwei unterschiedliche Chipgenerationen innerhalb derselben Produktfamilie an.
Der M5 Pro kann dafür mit bis zu 18 CPU- und 20 GPU-Kernen konfiguriert werden und richtet sich deutlich stärker an professionelle Nutzer mit anspruchsvollen Video-, Entwicklungs- oder 3D-Workflows. Für die meisten Nutzer dürfte der normale M6 allerdings die deutlich interessantere Variante sein.
Der Preis steigt deutlich
Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht mehr. Der neue Mac mini mit M6 startet in Deutschland bei 1.049 Euro. Im Bildungsbereich verlangt Apple mindestens 929 Euro. Der Mac mini mit M5 Pro beginnt bei 1.999 Euro.
Damit verabschiedet sich der Mac mini ein Stück weit von seinem früheren Ruf als günstiger Einstieg in die Mac-Welt. Technisch bekommt man zwar erheblich mehr Leistung, aber mehr als 1.000 Euro für das Basismodell sind trotzdem eine Ansage.
Bestellt werden kann der neue Mac mini bereits jetzt. Die Auslieferung und der Verkauf in den Apple Stores beginnen am 22. September 2026.
Mein Fazit
Der M6 macht aus dem Mac mini kein komplett neues Produkt. Das muss er aber auch nicht. Das kleine Gehäuse war bereits mit dem M4 ziemlich gelungen. Apple verbessert jetzt genau die Bereiche, die in den nächsten Jahren wichtiger werden dürften: KI-Leistung, Speicherbandbreite und Konnektivität.
Besonders spannend finde ich, dass Apple den Mac mini immer stärker als kleinen, dauerhaft laufenden KI-Rechner positioniert. Genau dadurch bekommt das Gerät plötzlich eine zusätzliche Rolle, die weit über den klassischen „günstigen Mac für den Schreibtisch“ hinausgeht. Nur beim Preis hätte Apple für meinen Geschmack etwas zurückhaltender sein dürfen.
Quelle: Apple Newsroom, 25. August 2026






