Von 4K auf 6K: Warum ich meinen LG UltraFine Ergo gegen den neuen UltraFine evo 6K getauscht habe

Es gibt Technik, die man kauft, eine Zeit lang benutzt und irgendwann einfach gegen etwas Neues austauscht. Und dann gibt es Geräte, bei denen man bestimmte Dinge so schätzen lernt, dass man sie beim nächsten Upgrade auf keinen Fall mehr missen möchte.

Bei meinem Monitor war es eine Mischung aus beidem. In den vergangenen Jahren stand auf meinem Schreibtisch der LG UltraFine Ergo 32UN880K-B. Ein 31,5 Zoll großer 4K-Monitor mit IPS-Panel, HDR10 und USB-C. Vor allem aber mit einem Feature, das für mich irgendwann fast wichtiger wurde als viele technische Daten auf dem Papier: dem LG Ergo-Standfuß. Jetzt habe ich den 32UN880K-B durch den neuen LG UltraFine evo 32U990A-S ersetzt. Wieder 32 Zoll, aber diesmal mit 6K-Auflösung, Nano IPS Black, DisplayHDR 600 und Thunderbolt 5. Und nach den ersten Stunden mit dem neuen Display kann ich bereits sagen: 6K auf 32 Zoll ist ziemlich beeindruckend.

Der alte LG war eigentlich immer noch richtig gut

Vielleicht muss man direkt eines vorwegnehmen: Ich habe den 32UN880K-B nicht ersetzt, weil ich mit ihm unzufrieden gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Mit 3.840 × 2.160 Pixeln auf knapp 32 Zoll bietet der UltraFine Ergo auch heute noch eine sehr gute Arbeitsfläche. Das IPS-Panel, USB-C und vor allem das gesamte Ergo-Konzept haben für mich über lange Zeit sehr gut funktioniert. Für meinen Alltag am Mac war das eine ziemlich gute Kombination.

Vor allem aber hat mich LG mit dem Ergo-Konzept überzeugt. Statt eines klassischen Standfußes wird der Monitor über eine Schreibtischhalterung befestigt. Der Bildschirm lässt sich nach vorne und hinten ziehen, in der Höhe verstellen, neigen, drehen und zur Seite schwenken. Gleichzeitig steht kein riesiger Monitorfuß mitten auf dem Schreibtisch. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist der Wechsel zurück zu einem normalen Monitorständer erstaunlich schwer. Genau deshalb durfte der Ergo-Fuß auch bleiben.


Neuer Monitor, alter Ergo-Fuß

Der neue LG UltraFine evo 32U990A-S wird eigentlich mit einem eigenen Standfuß geliefert. Der ist optisch durchaus passend zum neuen silbernen Design des Monitors. Trotzdem war für mich ziemlich schnell klar, dass ich meinen bisherigen Ergo-Fuß weiterverwenden möchte. Also hängt der neue 6K-UltraFine bei mir jetzt am Ergo-Arm meines bisherigen 32UN880K-B. Das verbindet für mich das Beste aus beiden Generationen: das neue Display mit seiner deutlich höheren Auflösung und modernen Anschlüssen mit der Schreibtischhalterung, die ich über die vergangenen Jahre wirklich schätzen gelernt habe. Gerade auf einem Schreibtisch finde ich diese Lösung deutlich angenehmer. Ich kann den Monitor näher zu mir ziehen, ihn bei Bedarf zurückschieben, die Höhe verändern oder ihn seitlich drehen. Und wenn ich den Platz unter dem Display brauche, ist dort eben kein großer Standfuß im Weg. Manchmal sind es genau solche Dinge, die auf keinem Datenblatt besonders spektakulär aussehen, im Alltag aber einen riesigen Unterschied machen.

Der eigentliche Grund für das Upgrade: 6K

Natürlich kauft man einen solchen Monitor am Ende aber nicht wegen seines Standfußes. Der spannendste Unterschied steckt im Panel. Der LG UltraFine evo 32U990A-S löst mit 6.144 × 3.456 Pixeln auf. Das sind rund 21,2 Millionen Pixel. Zum Vergleich: Ein klassischer 4K-Monitor mit 3.840 × 2.160 Pixeln kommt auf rund 8,3 Millionen Pixel. Damit stellt das 6K-Panel etwa zweieinhalbmal so viele Pixel dar wie ein 4K-Display.

Und ja: Man sieht es.

Ich habe über die Jahre verschiedene 4K- und auch 5K-Monitore besessen oder benutzt. Deshalb war ich durchaus gespannt, ob 6K auf 32 Zoll wirklich noch einmal einen Unterschied macht oder ob wir inzwischen in einem Bereich angekommen sind, in dem die Zahlen auf dem Datenblatt beeindruckender sind als das tatsächliche Ergebnis. Für mich ist der Unterschied klar sichtbar. Vor allem Schrift sieht extrem sauber aus. Kleine Texte, die Benutzeroberfläche von macOS, Icons, Browserinhalte und feine grafische Elemente wirken noch einmal schärfer und ruhiger. Es ist weniger dieser klassische „Wow, da sind mehr Pixel“-Effekt, sondern vielmehr das Gefühl, dass die Darstellung insgesamt unglaublich fein und präzise geworden ist.

 

 

6K und macOS sind eine verdammt gute Kombination

Ich nutze den neuen UltraFine evo an meinem MacBook Pro M5. Gerade hier ergibt die hohe Pixeldichte für mich besonders viel Sinn. macOS profitiert meiner Meinung nach enorm von hochauflösenden Displays. Texte, Menüs und Bedienelemente sehen bei entsprechendem Scaling einfach sehr sauber aus. Mit 6K auf 32 Zoll erreicht der LG eine Pixeldichte von ungefähr 224 Pixeln pro Zoll. Beim bisherigen 32-Zoll-4K-Modell sind es rund 140 ppi.

Das klingt zunächst nach einer Zahl für Datenblatt-Nerds, macht im direkten Vergleich aber tatsächlich einen Unterschied. Natürlich war 4K auf 32 Zoll nie schlecht. Im Gegenteil: Ich habe damit lange sehr gerne gearbeitet. Aber wenn man einmal direkt vor einem 32-Zoll-Display mit 6K sitzt, merkt man ziemlich schnell, dass da noch Luft nach oben war. Auch gegenüber den 5K-Displays, die ich bisher gesehen und benutzt habe, empfinde ich das Bild des LG als noch einmal sichtbar feiner. Hat man sich ein paar Tage an diese Schärfe gewöhnt, wirken Displays mit geringerer Pixeldichte wahrscheinlich plötzlich deutlich älter, als sie eigentlich sind.

Die Tests im Netz haben mich erst einmal skeptisch gemacht

Natürlich habe ich den LG nicht einfach blind gekauft. Bevor ich so viel Geld für einen Monitor ausgebe, lese ich Tests, schaue Videos und versuche herauszufinden, wo der Haken liegt. Und über den UltraFine evo 6K findet man durchaus Kritik. Interessant fand ich allerdings, worauf sich ein großer Teil davon konzentriert. Bemängelt wurden beispielsweise die Materialwahl, Kunststoff am Gehäuse, das externe Netzteil oder die Tatsache, dass sich ein Monitor dieser Preisklasse bei der Materialanmutung nicht ganz auf dem Niveau eines Apple-Displays bewegt.

Was dabei für mich auffällig war: Die Kritik bezog sich kaum auf die eigentliche Bildqualität oder die technische Ausstattung. Gerade die hohe Pixeldichte, Farbdarstellung und Thunderbolt 5 sind schließlich genau die Punkte, wegen denen dieser Monitor überhaupt interessant ist.

Und genau hier muss man für mich zwischen zwei Dingen unterscheiden: Materialanmutung und tatsächliche Displayqualität. Natürlich fühlt sich ein Aluminiumgehäuse hochwertiger an als Kunststoff. Keine Frage. Ich sitze allerdings nicht acht Stunden am Tag vor der Rückseite meines Monitors und streiche über das Gehäuse. Ich schaue auf das Panel. Und genau dort liefert der LG für mich das, weshalb ich ihn gekauft habe.

Der Preis verändert die gesamte Diskussion

Noch wichtiger ist für mich aber ein anderer Punkt: der Preis.

Als der UltraFine evo 32U990A-S vorgestellt wurde, lag die offizielle UVP bei 1.999 Euro. Und genau mit dieser Zahl im Hinterkopf entstanden viele der frühen Tests und Videos. 2.000 Euro für einen Monitor sind eine Ansage. Bei diesem Preis schaut man automatisch kritischer auf Materialien, Standfuß, Netzteil und jedes kleine Detail. Ich habe meinen LG allerdings nicht für 1.999 Euro gekauft. Ich habe rund 800 Euro weniger bezahlt. Und plötzlich sieht die Rechnung für mich ganz anders aus. Für ungefähr 1.200 Euro bekomme ich ein 32-Zoll-Display mit 6.144 × 3.456 Pixeln, rund 224 ppi, Nano IPS Black, DisplayHDR 600, sehr großer Farbraumabdeckung, echten 10 Bit, Thunderbolt 5 und bis zu 96 Watt Power Delivery. Das ist natürlich immer noch viel Geld für einen Monitor. Aber wir sprechen eben auch nicht über irgendeinen 32-Zoll-4K-Bildschirm. Für mich ist das zu diesem Preis ein verdammt gutes Paket.

Und dann schaut man zu Apple …

Besonders interessant wird es, wenn man den LG nicht mit günstigen 4K-Monitoren vergleicht, sondern mit Displays, die technisch und hinsichtlich ihrer Zielgruppe näher an ihm liegen. Apple bietet mit dem Studio Display XDR ein 27 Zoll großes 5K Retina XDR Display mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Technisch ist das ohne Frage ein beeindruckendes Display und in einigen Bereichen, etwa HDR und Hintergrundbeleuchtung, aufwendiger als der LG. Es kostet allerdings ab 3.499 Euro.

Mein LG hat mich ungefähr ein Drittel davon gekostet. Natürlich wäre es deshalb falsch zu behaupten, der LG sei technisch einfach das bessere Studio Display XDR. Dafür unterscheiden sich die Panels und ihre Stärken zu deutlich. Aber aus meiner persönlichen Perspektive ist die entscheidende Frage eine andere: Was bekomme ich für mein Geld? Und da wird der LG für mich extrem interessant. Ich bekomme 32 statt 27 Zoll und 6K statt 5K. Apple bietet dafür die erheblich aufwendigere Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und weitere High-End-Eigenschaften. Aber brauche ich diese zusätzlichen Eigenschaften persönlich so dringend, dass sie für mich einen Aufpreis von mehr als 2.000 Euro rechtfertigen? Für meinen Schreibtisch lautet die Antwort ziemlich eindeutig: nein.

Und das alte Pro Display XDR?

Noch extremer wird der Vergleich mit dem Apple Pro Display XDR. Das war ebenfalls ein 32-Zoll-Display mit 6K-Auflösung und über Jahre praktisch die Referenz, wenn man einen großen hochauflösenden Monitor perfekt in ein Mac-Setup integrieren wollte. Allerdings war es von Anfang an ein Produkt für professionelle Anwender und entsprechend bepreist.

Das Pro Display XDR war nie als normaler Consumer-Monitor gedacht. Das muss man fairerweise dazu sagen. Es wurde für professionelle Farb-, Video- und Produktionsworkflows entwickelt.

Trotzdem ist es faszinierend, wie stark sich der Markt inzwischen bewegt hat. Eine 6K-Auflösung auf 32 Zoll war bei Apple lange etwas, das man mit einem Display für mehrere Tausend Euro verbunden hat. Heute steht bei mir ein 32-Zoll-LG mit 6.144 × 3.456 Pixeln, Thunderbolt 5 und 96 Watt Power Delivery für rund 1.200 Euro auf dem Schreibtisch.

Nein, das macht den LG nicht automatisch zum Pro Display XDR für ein Viertel des Geldes. Das wäre technisch zu einfach gedacht. Aber es zeigt ziemlich gut, wie viel High-End-Display man inzwischen für deutlich weniger Geld bekommen kann. Für einen normalen privaten Nutzer bewegen wir uns bei den Preisen des Pro Display XDR schlicht in Regionen, die mit einem gewöhnlichen Monitor-Kauf kaum noch etwas zu tun haben.

Nano IPS Black statt klassischem IPS

Die Auflösung ist allerdings nicht die einzige Verbesserung. LG setzt beim 32U990A-S auf ein Nano-IPS-Black-Panel. Das Display erreicht ein typisches Kontrastverhältnis von 2.000:1, unterstützt echte 10-Bit-Farbtiefe und deckt 98 Prozent DCI-P3 sowie 99,5 Prozent Adobe RGB ab. Dazu kommt VESA DisplayHDR 600 bei einer typischen Helligkeit von 450 cd/m².

Der Monitor richtet sich damit ziemlich eindeutig an Nutzer, die nicht nur Excel und einen Browser auf dem Schreibtisch offen haben, sondern beispielsweise mit Fotos, Videos, Design oder anderen visuellen Inhalten arbeiten. Für mich ist aber auch im normalen Alltag entscheidend, dass ein Monitor einfach gut aussieht. Ich verbringe schließlich viele Stunden davor. Da darf das Bild ruhig etwas mehr können als nur „scharf genug“.

Thunderbolt 5 passt perfekt zum MacBook

Auch bei den Anschlüssen hat sich einiges getan. Der neue UltraFine evo besitzt zwei Thunderbolt-5-Anschlüsse, DisplayPort 2.1, HDMI 2.1 sowie weitere USB-C-Ports. Über Thunderbolt kann das angeschlossene Notebook außerdem mit bis zu 96 Watt geladen werden.

Für mein MacBook-Pro-M5-Setup ist das natürlich ziemlich praktisch. Ich mag Schreibtische, auf denen möglichst wenig Kabel herumliegen. Notebook anschließen, Bild übertragen, Peripherie nutzen und gleichzeitig das MacBook laden: Genau so sollte ein moderner Desktop-Arbeitsplatz für mich funktionieren.

Offenbar bleibe ich LG treu

Dass es wieder ein LG geworden ist, war übrigens kein Zufall. Ich habe die Marke über die vergangenen Jahre ziemlich schätzen gelernt. Das gilt nicht nur für die Monitore. Auch bei uns im Heimkino- beziehungsweise Fernsehzimmer hängt die aktuelle Generation der LG OLED-Fernseher.

Natürlich sind Monitor und Fernseher zwei völlig unterschiedliche Produktkategorien. Trotzdem mag ich, was LG im Display-Bereich macht. Gerade OLED bei Fernsehern und die UltraFine-Serie bei Monitoren treffen ziemlich genau das, was ich bei einem Display suche: gute Bildqualität, moderne Technik und ein Design, das sich relativ unauffällig in den Raum beziehungsweise auf den Schreibtisch integriert. Beim UltraFine Ergo kam dann noch diese ungewöhnlich gute Schreibtischhalterung hinzu. Dass ich jetzt ausgerechnet den alten Ergo-Arm mit dem neuen UltraFine evo kombiniere, passt deshalb eigentlich ziemlich gut.

Ist der Unterschied von 4K auf 6K wirklich notwendig?

Notwendig? Sicherlich nicht. Ein guter 4K-Monitor ist nicht plötzlich schlecht geworden, nur weil inzwischen 6K-Displays auf dem Schreibtisch stehen können. Mein bisheriger LG UltraFine Ergo ist dafür das beste Beispiel. 6K ist Luxus. Aber es ist eben ein Luxus, den man sehen kann. Und bei einem Kaufpreis von rund 1.200 statt der ursprünglichen 1.999 Euro UVP ist es für mich ein Luxus, bei dem Preis und Gegenwert inzwischen deutlich besser zusammenpassen.

Mein erstes Fazit zum LG UltraFine evo 6K

Mein Wechsel vom LG UltraFine Ergo 32UN880K-B zum LG UltraFine evo 32U990A-S war kein Upgrade, das unbedingt notwendig gewesen wäre. Der alte 4K-UltraFine hat seinen Job hervorragend gemacht.

Der neue 6K-UltraFine spielt bei der Bildschärfe aber schlicht in einer anderen Liga. 6.144 × 3.456 Pixel auf 32 Zoll sehen am MacBook Pro M5 fantastisch aus. Schrift ist extrem scharf, macOS wirkt unglaublich sauber und die gesamte Darstellung hat diese Feinheit, die ich bisher weder von meinen früheren 4K- noch von den 5K-Monitoren kannte, die ich benutzt habe. Ja, das Gehäuse könnte für eine ursprüngliche UVP von knapp 2.000 Euro vielleicht hochwertiger wirken. Ja, Apple zeigt, was mit Aluminium, Mini-LED und noch aufwendigerer Displaytechnik möglich ist.

Aber ich habe keine 2.000 Euro bezahlt. Ich habe rund 1.200 Euro bezahlt. Und wenn ich für diesen Preis ein 32-Zoll-6K-Display mit Nano IPS Black, Thunderbolt 5, 96 Watt Power Delivery und rund 224 ppi bekomme, fällt es mir ehrlich gesagt ziemlich schwer, mich darüber zu ärgern, dass sich die Rückseite nicht wie ein massiver Aluminiumblock anfühlt.

Dazu kommt für mich noch ein kleines Detail, das kein aktueller Test berücksichtigen kann: Mein neuer UltraFine hängt am Ergo-Fuß meines alten UltraFine. Damit habe ich genau die Kombination, die ich wollte. Den Ergo-Arm, den ich über Jahre lieben gelernt habe. Die LG-Bildqualität, wegen der ich der Marke ohnehin treu geblieben bin. Und davor 21 Millionen Pixel, die mir jedes Mal aufs Neue zeigen, dass zwischen „4K ist doch schon scharf“ und 6K auf 32 Zoll eben doch noch ein Unterschied liegt.

Für mich war das Upgrade deshalb genau richtig.


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Wegovy als Tablette: Meine Erfahrungen mit Semaglutid ab Tag 1

Wegovy als Tablette: Warum ich mich dafür entschieden habe und wie sich die ersten Tage anfühlen

Seit Anfang September nehme ich Wegovy in Tablettenform. Die Entscheidung dafür ist nicht spontan gefallen. Ausschlaggebend war zunächst mein BMI, der knapp über der Grenze liegt, ab der eine medikamentöse Behandlung zur Gewichtsreduktion grundsätzlich infrage kommt. Zusätzlich spielt bei mir noch ein anderer Punkt eine Rolle: Ich habe eine eher leichte Form von Morbus Crohn. Bei meiner Recherche bin ich unter anderem auf medizinische Veröffentlichungen gestoßen, die sich mit GLP-1-Medikamenten bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beschäftigen. Die bisherigen Erkenntnisse bedeuten natürlich nicht, dass Medikamente wie Semaglutid Morbus Crohn behandeln können. Es gibt aber interessante Hinweise darauf, dass GLP-1-Therapien bei entsprechenden Patienten möglicherweise auch im Zusammenhang mit dem Verlauf chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen positive Effekte haben könnten. Genau dieser Aspekt war für mich ein zusätzlicher Grund, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.

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Keine spontane Entscheidung

Wegovy wollte ich nicht einfach mal ausprobieren, nur weil das Thema momentan überall auftaucht. Schon seit mehreren Wochen lese ich Studien, medizinische Veröffentlichungen und Erfahrungsberichte und versuche, Nutzen und mögliche Risiken möglichst realistisch gegeneinander abzuwägen. Vor allem aber stehe ich dabei in engem Austausch mit meiner Hausärztin. Wir haben ausführlich über die Behandlung gesprochen und werden sie auch weiterhin medizinisch begleiten. Die Tabletten stammen also nicht irgendwo aus dem Internet, wo ich ein paar Fragen beantwortet, irgendwo einen Haken gesetzt und anschließend ein Medikament bestellt habe. Für mich gehört zu einer solchen Therapie eine vernünftige ärztliche Betreuung dazu. Schließlich handelt es sich nicht um irgendein Nahrungsergänzungsmittel, sondern um ein Medikament, das spürbar in Prozesse des Körpers eingreift.

Natürlich ist mir bewusst, dass es Menschen geben wird, die mich anschauen und sich fragen: Braucht der das wirklich? Ist er überhaupt übergewichtig genug? Ist er überhaupt „würdig“, so ein Medikament zu bekommen? Diesen Gedanken kann ich sogar ein Stück weit nachvollziehen. Gerade rund um Wegovy und andere GLP-1-Medikamente wird ziemlich emotional darüber diskutiert, wer diese Medikamente bekommen sollte und wer nicht. In meinem Fall erfülle ich die medizinischen Voraussetzungen, habe die Entscheidung gemeinsam mit meiner Ärztin getroffen und bezahle die Behandlung selbst. Ich nehme also niemandem auf Kosten der Krankenkasse eine Therapie weg. Ehrlich gesagt gehe ich auch nicht davon aus, dass meine Krankenkasse die Behandlung irgendwann übernehmen wird, selbst mit meiner Morbus-Crohn-Erkrankung nicht. Deshalb hoffe ich einfach auf etwas Verständnis. Menschen können sehr unterschiedliche Gründe haben, sich für eine solche Behandlung zu entscheiden, und von außen kennt man eben nicht immer die ganze Geschichte.

Warum für mich gerade die Tablette interessant ist

Ein ganz praktischer Punkt spielt für mich ebenfalls eine ziemlich große Rolle: die Sache mit dem Spritzen. Ich kann das einfach nicht. Andere Menschen setzen sich ihre Spritzen völlig selbstverständlich selbst und machen daraus überhaupt kein großes Ding. Easy peasy. Bei mir funktioniert das schlicht nicht. Selbst mein Biologikum gegen Morbus Crohn, das nur alle drei Monate gespritzt werden muss, lasse ich mir geben, weil ich es selbst nicht hinbekomme. Genau deshalb war die klassische Wegovy-Spritze für mich bislang immer eine echte Hürde. Natürlich hätte sich vermutlich irgendeine Lösung finden lassen, aber die Vorstellung, mir regelmäßig selbst eine Spritze setzen zu müssen, hat das Thema für mich nicht gerade attraktiver gemacht. Die Tablettenform nimmt mir diese Hürde komplett ab und macht die Behandlung für mich persönlich deutlich alltagstauglicher.

Gestartet wird mit der niedrigsten Dosierung von 1,5 mg Semaglutid täglich. Diese Anfangsdosis habe ich nicht selbst gewählt, sondern sie gehört zum vorgesehenen Dosierungsschema. Anschließend wird die Menge Schritt für Schritt erhöht. Über 4 mg und 9 mg geht es schließlich auf 25 mg täglich. Die langsame Steigerung über mehrere Monate soll dem Körper Zeit geben, sich an den Wirkstoff zu gewöhnen und mögliche Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Wer einen Blick auf den Beipackzettel wirft, findet dort natürlich trotzdem eine ganze Reihe möglicher Beschwerden, insbesondere im Magen-Darm-Bereich. Übelkeit, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen gehören zu den Dingen, über die bei GLP-1-Medikamenten immer wieder gesprochen wird. Wie stark mich davon etwas treffen wird, lässt sich nach den ersten Tagen natürlich noch überhaupt nicht sagen.

Die Einnahme braucht ein bisschen Planung

Ganz so simpel wie morgens irgendeine Tablette mit dem ersten Kaffee herunterzuspülen, ist Wegovy allerdings nicht. Die Einnahme erfolgt nüchtern. Danach muss man mindestens 30 Minuten warten, bevor man etwas isst, etwas anderes trinkt oder weitere Medikamente einnimmt. Auch bei der Wassermenge sollte man sich an die Vorgaben halten. Hintergrund ist vor allem die Aufnahme des Wirkstoffs. Werden die Regeln nicht eingehalten, kann weniger Semaglutid im Körper ankommen.

Zum Glück lässt sich das für mich ziemlich einfach in den Alltag integrieren. Mein Wecker klingelt ohnehin gegen 6 Uhr. Direkt nach dem Aufstehen nehme ich die Tablette und bis mindestens 6:30 Uhr gibt es weder Frühstück noch Kaffee. Danach läuft der Morgen ganz normal weiter. Wenn das die größte organisatorische Hürde bleibt, kann ich damit ziemlich gut leben. Gleichzeitig finde ich spannend, was sich in diesem Bereich derzeit alles entwickelt. Auch andere Pharmaunternehmen arbeiten an Medikamenten in Tablettenform und verfolgen teilweise Ansätze, bei denen solche strengen Vorgaben rund um Essen, Trinken und das morgendliche Zeitfenster nicht mehr notwendig sein sollen. Die Spritze wird sicher nicht verschwinden, aber Tabletten könnten für Menschen wie mich künftig eine ziemlich interessante Alternative werden.

Wie fühlt sich Wegovy eigentlich an?

Genau diese Frage hat mich vor der ersten Einnahme wahrscheinlich am meisten beschäftigt. Über mögliche Gewichtsverluste hatte ich einiges gelesen. Berichte über Übelkeit und andere Nebenwirkungen gibt es ebenfalls mehr als genug. Auch ungefähr zu verstehen, was Semaglutid im Körper macht, ist nicht besonders schwer. Trotzdem blieb für mich eine ganz einfache Frage offen: Wie fühlt sich das Ganze eigentlich an? Merkt man plötzlich, dass man keinen Hunger mehr hat? Schaut man ein Brötchen an und denkt sich: Nein danke? Wird der Appetit einfach etwas schwächer? Ist einem schlecht? Oder passiert anfangs vielleicht erst einmal überhaupt nichts?

Am ersten Tag war die Antwort ziemlich unspektakulär: Ich hatte Hunger. Ganz normalen Hunger. Und natürlich kam relativ schnell der völlig unvernünftige Gedanke auf: Funktioniert das überhaupt? Wochenlang hatte ich über die Behandlung nachgedacht, recherchiert, mit meiner Ärztin gesprochen und auf den Start gewartet. Dann nimmt man morgens die erste Tablette und erwartet innerlich vielleicht doch ein kleines bisschen, dass um 10 Uhr irgendein Schalter umgelegt wird. So war es nicht. Eigentlich hätte ich das wissen können. Gerade für diesen Punkt fehlten mir vorab aber Erfahrungswerte. Wann merkt man etwas? Wie fühlt sich reduzierter Hunger an? Kommt der Effekt sofort oder entwickelt er sich langsam? Dazu kommt, dass jede Behandlung mit der niedrigsten Dosierung von 1,5 mg startet und die eigentliche Dosis erst Schritt für Schritt erhöht wird. Von der allerersten Tablette direkt einen spektakulären Effekt zu erwarten, wäre also vermutlich ziemlich vermessen.

Tag zwei: Zum ersten Mal weniger Hunger

Heute ist mein zweiter Einnahmetag. Von der langen Liste möglicher Nebenwirkungen habe ich bislang zum Glück noch nicht viel erleben dürfen. Lediglich gestern Nachmittag war mir zeitweise etwas schwindelig. Darüber hinaus ist bisher eigentlich nichts Besonderes passiert. Heute merke ich allerdings zum ersten Mal etwas, das sich tatsächlich nach der erhofften Wirkung anfühlen könnte: Der Hunger ist weniger geworden.

Essen ist mir dadurch nicht plötzlich völlig egal und von kompletter Appetitlosigkeit kann ebenfalls keine Rede sein. Vielmehr scheint dieses typische Hungergefühl etwas schwächer zu sein. Auch der Gedanke daran, wann es das nächste Mal etwas zu essen gibt, drängt sich weniger in den Vordergrund. Genau darum geht es für mich eigentlich. Mein Ziel ist nicht, Essen plötzlich abstoßend zu finden oder möglichst gar nichts mehr zu mir zu nehmen. Viel angenehmer wäre es, wenn der ständige Gedanke ans Essen einfach ein Stück leiser würde.

Ob dieser Eindruck an Tag zwei tatsächlich schon auf Wegovy zurückzuführen ist, ob er sich in den nächsten Tagen bestätigt und wie sich das Ganze mit steigender Dosierung entwickelt, kann ich natürlich noch überhaupt nicht beurteilen. Aber zumindest fühlt sich der zweite Tag bereits etwas anders an als der erste.

Warum ich meine Erfahrungen festhalten möchte

Ein zusätzlicher Punkt macht die Einordnung momentan schwierig: Fast alles, was man online über Wegovy liest, bezieht sich auf die bekannte Spritze. Die wird nur einmal pro Woche angewendet und arbeitet mit einem anderen Dosierungsschema als die täglich einzunehmende Tablette. Viele Erfahrungsberichte lassen sich deshalb meiner Meinung nach nicht einfach eins zu eins übertragen. Bei der Spritze findet man inzwischen Berichte für nahezu jede Phase der Behandlung. Die Tablettenvariante ist dagegen noch deutlich neuer, und genau deshalb wusste ich vor meinem Start gar nicht so recht, was mich erwarten würde.

Vielleicht ist das auch der eigentliche Grund für diesen Artikel. Ich möchte festhalten, wie sich die Behandlung tatsächlich anfühlt. Nicht aus der Perspektive einer Studie, eines Beipackzettels oder einer Hochglanzbroschüre, sondern einfach aus meiner persönlichen Sicht. Wie entwickelt sich mein Hunger? Was verändert sich beim Essen? Kommen Nebenwirkungen dazu? Wie fühlt sich die nächste Dosierungsstufe an? Und natürlich irgendwann die entscheidende Frage: Was passiert auf der Waage?

Nach zwei Tagen lässt sich darauf noch keine vernünftige Antwort geben. Vielleicht funktioniert Wegovy für mich am Ende genauso gut, wie ich es mir erhoffe. Vielleicht kommen Nebenwirkungen dazu. Vielleicht verändert sich mein Hungergefühl stärker. Vielleicht wird es auch Phasen geben, in denen ich die ganze Sache erneut infrage stelle. Genau deshalb soll daraus keine Erfolgsgeschichte werden, bevor überhaupt etwas passiert ist.

Es ist einfach mein persönlicher Startpunkt: zwei Tage Wegovy als Tablette, 1,5 mg am Morgen, bislang kaum Nebenwirkungen und heute zum ersten Mal das Gefühl, dass mein Hunger etwas weniger geworden ist.

Mehr kann ich im Moment noch nicht sagen. Aber irgendwo muss dieses kleine Wegovy-Tagebuch ja anfangen.


JP Performance, Jean Piere Krämer

JP Performance vor dem Aus: Was bei Jean Pierre Kraemer gerade wirklich passiert

Es gibt Geschichten, bei denen man schon nach einem Tag merkt, dass sie größer werden als ein einzelner Social-Media-Skandal. Genau so fühlt sich die Situation rund um Jean Pierre „JP“ Kraemer gerade an. Innerhalb weniger Tage ist aus einem öffentlich gewordenen privaten Konflikt eine Krise geworden, die inzwischen seine Ehe, strafrechtliche Ermittlungen, Geschäftspartner, Mitarbeiter und letztlich das komplette Firmenkonstrukt von JP Performance betrifft. Am 1. September 2026 hat Kraemer schließlich selbst die weitreichendste Konsequenz angekündigt: Er will JP Performance nicht weiterführen und nach eigener Aussage seine Unternehmen schließen. Das ist insofern bemerkenswert, weil JP Performance längst nicht mehr einfach nur eine Tuning-Werkstatt ist. Hinter der Marke steht ein ganzes Ökosystem aus YouTube, Kleidung, Autopflege, Gastronomie, Museum, Fahrzeugprojekten und verschiedenen weiteren Firmen.

JP Performance, Jean Piere Krämer
Am Anfang stehen schwere Vorwürfe aus der Ehe

Ende August wurden schwere Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen Jean Pierre Kraemer öffentlich. Seine Noch-Ehefrau Julia Meck schilderte gegenüber Medien, es habe in der Beziehung wiederholt körperliche und psychische Übergriffe gegeben. Kraemer reagierte am 28. August mit zwei Videos auf seinem YouTube-Kanal und bestätigte dabei selbst zumindest einzelne körperliche Übergriffe. Unter anderem räumte er ein, seine Frau mit der flachen Hand geschlagen und ihr bei einem Streit eine Kette vom Hals gerissen zu haben. WDR und andere Medien berichten zudem über Videoaufnahmen einer Auseinandersetzung, die öffentlich geworden sind. Kraemer stellte den Konflikt in seinen ersten Stellungnahmen allerdings teilweise als gegenseitige Eskalation dar und erklärte, auch er sei körperlich angegriffen worden. Julia Meck widerspricht dieser Darstellung in wesentlichen Punkten und erhebt deutlich weitergehende Vorwürfe. Genau an dieser Stelle ist eine klare Trennung wichtig: Dass Kraemer selbst körperliche Gewalt eingeräumt hat, ist bestätigt. Andere konkrete Vorwürfe aus der Beziehung sind bislang Vorwürfe und nicht abschließend gerichtlich geklärt.

Nach Angaben des WDR bestätigte die Polizei außerdem einen Einsatz am 26. Juli 2026 in Kraemers Dortmunder Wohnhaus. Im Zusammenhang mit einem heftigen Streit wurden Ermittlungen wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. Die Noch-Ehefrau hat inzwischen über ihren Anwalt einen Strafantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft Dortmund prüft den Fall beziehungsweise das weitere strafrechtliche Vorgehen. Das ist ein wichtiger Unterschied zur öffentlichen Debatte: Social Media fällt Urteile innerhalb von Stunden. Strafrechtlich ist das Verfahren aber noch nicht abgeschlossen.

Auszeit und Therapie waren zunächst der Plan

Nach den ersten Statements kündigte Kraemer zunächst an, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Er erklärte, eine Auszeit nehmen und sich therapeutische Hilfe suchen zu wollen. Medien berichteten, er wolle sich zunächst zu seinem Vater zurückziehen. Zu diesem Zeitpunkt sah es noch so aus, als sollten die Unternehmen zumindest weitgehend weiterlaufen. Noch am 31. August wurde berichtet, dass mehrere Dortmunder Betriebe trotz Kraemers persönlicher Auszeit geöffnet bleiben sollten. Nur einen Tag später änderte sich diese Situation komplett.

Am 1. September veröffentlichte JP Kraemer ein weiteres Video auf seinem YouTube-Kanal. Diesmal ging es nicht mehr nur um eine persönliche Auszeit. Kraemer erklärte darin: „Ich möchte euch mitteilen, dass ich die Firma JP Performance nicht weiterführen werde.“ Im weiteren Verlauf spricht er davon, alle seine Unternehmen schließen zu wollen. Das Video bezeichnet er selbst sinngemäß als möglicherweise sein letztes. Er entschuldigt sich darin erneut bei Julia Meck und seiner Community und sagt unter anderem, er sei „kein böser Mensch“, habe sich aber offenbar nicht immer unter Kontrolle. Damit hat die Krise eine komplett neue Dimension erreicht.

Was bedeutet das für JP Performance?

JP Performance ist über Jahre zu einer der größten Personenmarken der deutschen Auto-Szene geworden. Der YouTube-Kanal zählt rund 2,7 Millionen Abonnenten. Aus der 2012 gegründeten Tuningfirma entstand ein weit verzweigtes Geschäftsmodell. Business Insider beschreibt ein Geflecht aus mindestens 14 Firmen. Kraemer selbst hatte einen Gesamtumsatz in der Größenordnung von knapp 100 Millionen Euro im Jahr 2025 als ungefähr zutreffend bezeichnet. Besonders interessant: Die klassische Tuning-Werkstatt soll inzwischen nur noch rund vier Prozent des gesamten Umsatzes ausmachen. Das eigentliche Geschäft liegt längst viel breiter. Dazu gehören unter anderem Merchandise und Kleidung, Autopflegeprodukte, Gastronomie, Events, Medien und das PACE Automuseum in Dortmund.

WDR spricht von rund 80 Mitarbeitern in Kraemers Unternehmen. Andere Berichte nennen in der gesamten Unternehmensgruppe höhere Zahlen. Wenn Kraemer seine Ankündigung tatsächlich vollständig umsetzt, betrifft seine Entscheidung deshalb nicht nur ihn persönlich. Es geht um zahlreiche Arbeitsplätze, Mietverträge, Fahrzeuge, Immobilien, Warenbestände, Kooperationen und bestehende Gesellschaften. Ein Unternehmen dieser Größenordnung lässt sich natürlich nicht innerhalb eines Nachmittags einfach „abschalten“. Was Kraemers Aussage juristisch und wirtschaftlich konkret bedeutet, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Partner reagieren bereits

Noch bevor Kraemer die komplette Schließung ankündigte, begannen Geschäftspartner, sich von ihm zu distanzieren. Besonders öffentlich war der Schritt von GÖNRGY, der Energy-Drink-Marke rund um MontanaBlack. Das Unternehmen erklärte aus gegebenem Anlass die Zusammenarbeit mit Jean Pierre Kraemer zu beenden und distanzierte sich ausdrücklich von Gewalt gegen Frauen sowie Gewalt generell. Kraemer war seit 2025 Markenbotschafter und hatte 2026 sogar eine eigene Artist Edition mit der Marke veröffentlicht. Auch Borussia Dortmund reagierte. Erst im Frühjahr 2026 war eine gemeinsame BVB-x-JP-Performance-Kollektion erschienen. Der Verein bestätigte anschließend, dass die Kollektion nicht mehr Bestandteil des Sortiments sei und nicht mehr über die BVB-Webseite verkauft werde. Darüber hinaus berichteten mehrere Medien, dass auch weitere Marken und Plattformen Inhalte oder Kooperationen überprüft beziehungsweise entfernt haben. Unter anderem wurden ältere „PS Profis“-Folgen bei Joyn entfernt. Auch ein Porsche-Archivbeitrag mit Kraemer soll offline genommen worden sein.

Hier sieht man ziemlich deutlich, wie stark ein Unternehmen wie JP Performance an der Person JP Kraemer hängt. JP Performance ist keine klassische Firma, bei der ein Geschäftsführer problemlos ausgetauscht werden kann und die Marke danach unverändert weiterläuft. JP ist die Marke. Sein Gesicht, seine Stimme, seine Art Autos zu erklären, seine Sprüche und seine Persönlichkeit sind seit mehr als einem Jahrzehnt praktisch untrennbar mit dem Unternehmen verbunden. Das war jahrelang die größte Stärke des Geschäftsmodells. In einer Krise wird es zur größten Schwäche.

Drohung gegen das PACE Museum und gespaltene Community

Die Situation ist inzwischen außerdem über die eigentlichen Vorwürfe hinaus eskaliert. Am Freitag nach Bekanntwerden der Vorwürfe erhielt das PACE Automuseum in Dortmund eine anonyme Drohung. Laut Medienberichten kündigten Anrufer an, das Gebäude werde „auseinandergenommen“. Daraufhin rückte die Polizei an. Das Museum und weitere Kraemer-Betriebe wurden vorsorglich geschlossen beziehungsweise geräumt. Ganz wichtig: Eine solche Drohung ist natürlich durch nichts zu rechtfertigen. Kritik, die strafrechtliche Aufarbeitung möglicher Gewalt und die geschäftlichen Konsequenzen sind eine Sache. Drohungen gegen Mitarbeiter, Gebäude oder unbeteiligte Menschen sind etwas völlig anderes.

Wer sich Kommentare und Diskussionen rund um JP Performance anschaut, sieht aktuell praktisch das gesamte Spektrum. Ein Teil der Community reagiert enttäuscht und wendet sich klar von Kraemer ab. Andere Fans akzeptieren seine Entschuldigungen oder betonen, dass die juristische Aufarbeitung abgewartet werden müsse. Wieder andere kritisieren die Form seiner ersten Statements. Besonders kontrovers wurde diskutiert, dass Kraemer zunächst auch eigenes Opferverhalten beziehungsweise gegenseitige Gewalt thematisierte, während öffentlich bereits Aufnahmen kursierten und Julia Meck deutlich weitergehende Vorwürfe erhob. Auch der Satz aus seinem letzten Video, er sei „kein böser Mensch“, wird sehr unterschiedlich aufgenommen. Manche sehen darin einen Menschen, der tatsächlich verstanden hat, dass er Hilfe braucht. Andere empfinden den Fokus auf seine eigene emotionale Situation angesichts der Gewaltvorwürfe als problematisch.

Kann JP Performance wirklich komplett verschwinden?

Das ist momentan eine der interessantesten offenen Fragen. Kraemer sagt klar, dass er JP Performance nicht weiterführen und alle Unternehmungen schließen will. Aber zwischen einer emotionalen Ankündigung in einem YouTube-Video und einer tatsächlichen Liquidation zahlreicher Gesellschaften liegt ein großer Unterschied. Es gibt Mitarbeiter, Geschäftsführer, Mitgesellschafter, Gläubiger, Vermögenswerte, Verträge und möglicherweise langfristige Verpflichtungen. Denkbar wäre deshalb vieles. Einzelne Unternehmen könnten tatsächlich geschlossen werden. Andere könnten verkauft werden. Geschäftspartner oder Mitgesellschafter könnten Teile übernehmen. Markenrechte könnten weiterverkauft werden. PACE könnte theoretisch unter anderer Führung weiterexistieren. Aktuell gibt es dazu aber noch keine belastbaren Details. Deshalb wäre jede Behauptung, JP Performance sei bereits endgültig „weg“, verfrüht. Bestätigt ist bislang vor allem Kraemers Ankündigung, sich zurückzuziehen und die Unternehmen schließen zu wollen.

Am Ende geht es nicht um Autos

Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick wie der Absturz eines großen Auto-YouTubers. Eigentlich geht es aber um etwas anderes. Jean Pierre Kraemer hat selbst eingeräumt, gegenüber seiner Frau körperliche Gewalt angewendet zu haben. Gleichzeitig stehen weitere schwere Vorwürfe im Raum, die strafrechtlich und juristisch geklärt werden müssen. Dass daraus Konsequenzen entstehen, ist deshalb keine überraschende Entwicklung. Was die Situation so außergewöhnlich macht, ist die Größe des Unternehmens, das an seiner Person hängt.

JP Performance hat über mehr als ein Jahrzehnt gezeigt, wie weit man eine persönliche Internetmarke ausbauen kann: von YouTube über Werkstätten und Kleidung bis zum Museum. Jetzt sehen wir die andere Seite dieses Modells. Wenn die Person im Zentrum einer Marke in eine existenzielle Krise gerät, gibt es kaum eine Trennung zwischen Privatperson, Influencer und Unternehmen. Innerhalb weniger Tage wurden aus einem privaten Konflikt Polizeiermittlungen, eine öffentliche Debatte, verlorene Kooperationen und schließlich die angekündigte Schließung eines Firmenimperiums. Wie diese Geschichte endet, ist am 1. September 2026 noch völlig offen. Klar ist nur: Für JP Kraemer, Julia Meck, die Mitarbeiter von JP Performance und die gesamte deutsche Auto- und YouTube-Szene dürfte es einer der einschneidendsten Fälle der vergangenen Jahre sein.

Quellen und weiterführende Berichte: WDR, Tagesschau, Business Insider, t-online, RTL, Auto Bild. Offizielle Anlaufstelle JP Performance: https://jp-performance.de/


LANKELEISI KETT-8

Lankeleisi KETT-8: Dieses E-Bike ist halb Citybike, halb SUV und irgendwie ziemlich interessant

Es gibt Fahrräder, bei denen man nach drei Sekunden weiß, in welche Schublade sie gehören. Rennrad? Klar. Gravelbike? Ebenfalls. Beim Lankeleisi KETT-8 ist das deutlich schwieriger. Das Ding sieht aus, als hätte jemand ein bequemes Citybike, ein SUV-E-Bike und ein kleines Alltags-Lastentier zusammengeworfen und anschließend gesagt: passt schon, bauen wir so.

LANKELEISI KETT-8Genau das macht es aber interessant. Das KETT-8 richtet sich nicht an Leute, die ihr Rad nach möglichst wenig Gewicht auswählen oder jedes Gramm am Flaschenhalter diskutieren. Es will komfortabel sein, robust wirken und im Alltag möglichst viele Situationen abdecken.

Bequem statt sportlich

Der tiefe Einstieg, der Gepäckträger und die entspannte Sitzposition schreien ziemlich eindeutig Alltag. Gleichzeitig stehen da breite 26-Zoll-Reifen, Vollfederung und eine deutlich massivere Bauweise, als man sie von einem typischen Citybike kennt. Dadurch wirkt das KETT-8 fast wie ein kleines SUV auf zwei Rädern. Das ist natürlich kein Zufall. Viele E-Bike-Käufer wollen heute eben nicht mehr nur ein klassisches Trekkingrad, sondern ein Rad, das bequem über schlechte Radwege rollt, Kopfsteinpflaster wegsteckt und auch mal einen Feldweg mitnimmt, ohne direkt nach Abenteuerurlaub auszusehen. Genau dort setzt das KETT-8 an. Es will nicht besonders elegant oder minimalistisch sein. Es will funktionieren.

Warum solche Räder gerade so gut funktionieren

Ich glaube, der Erfolg solcher Modelle hat viel damit zu tun, dass E-Bikes inzwischen nicht mehr nur als Sportgerät oder Seniorenrad gesehen werden. Für viele Menschen ersetzt ein E-Bike inzwischen kurze Autofahrten. Einkaufen, zur Arbeit, Freunde besuchen, kleine Touren am Wochenende – genau dafür braucht man nicht zwangsläufig ein ultraleichtes High-End-Bike. Ein stabiler Gepäckträger, breite Reifen, Federung und ein Motor sind im Alltag oft mehr wert als ein paar Kilo weniger Gewicht. Gerade wenn man nicht jedes Schlagloch umfahren möchte, merkt man schnell, warum komfortorientierte E-Bikes so beliebt sind. Natürlich hat die massive Bauweise auch Nachteile. So ein Rad trägt man nicht mal eben entspannt in den dritten Stock. Wer oft Zug fährt oder sein Bike regelmäßig auf einen Fahrradträger hebt, wird sich über jedes zusätzliche Kilo ärgern. Aber wer es überwiegend fährt und nicht trägt, sieht die Sache wahrscheinlich entspannter.

Kein Bike für Puristen

Das KETT-8 ist ganz klar kein Fahrrad für Menschen, die Radfahren möglichst puristisch sehen. Es ist groß, schwer und technisch ziemlich vollgepackt. Genau das könnte für andere Nutzer aber der Reiz sein. Die Kombination aus tiefem Einstieg und robuster Optik wirkt ein bisschen ungewöhnlich, ist im Alltag aber ziemlich logisch. Ein tiefer Rahmen macht Auf- und Absteigen leichter, während breite Reifen und Federung für Komfort sorgen. Wer Taschen, Einkäufe oder anderes Zeug transportiert, dürfte den Gepäckträger ebenfalls schnell zu schätzen wissen. Ich finde solche Konzepte inzwischen ehrlicherweise spannender als den hundertsten Versuch, ein E-Bike möglichst futuristisch aussehen zu lassen. Ein Fahrrad darf ruhig einfach praktisch sein.

Der eigentliche Punkt ist Vielseitigkeit

Man sollte das KETT-8 nicht mit einem echten Mountainbike verwechseln. Breite Reifen und Federung machen aus einem Alltagsrad noch lange kein Trail-Bike. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch. Die Stärke liegt eher darin, dass man nicht ständig darüber nachdenken muss, ob der Weg jetzt noch zum Rad passt. Asphalt, schlechter Radweg, Schotter, Feldweg – genau diese Mischung begegnet vielen Menschen im Alltag sowieso ständig. Und da wirkt das KETT-8 ziemlich schlüssig. Es versucht gar nicht erst, in einer Disziplin perfekt zu sein, sondern möchte möglichst viele Dinge ordentlich können.

Für mich ist das am Ende auch die spannendste Seite an dem Rad. Es ist kein E-Bike, das man wegen einer einzelnen technischen Zahl kauft. Es ist eher so ein Modell, bei dem man nach ein paar Tagen merkt, dass man es ständig nimmt, weil es bequem und unkompliziert ist. Genau das ist bei einem Alltagsrad wahrscheinlich wichtiger als irgendein Datenblatt-Rekord.

Offizielle Produkt- und Bildquelle: https://lankeleisi.com/


GTA 6 Grand Theft Auto VI Netflix

GTA 6 auf Netflix: 26 Minuten Vice City und viel Atmosphäre

Rockstar hat geliefert. Nicht mit einem klassischen Fünf-Minuten-Gameplay-Trailer, sondern mit einem 26 Minuten langen „Extended Look“ zu GTA 6, der am 27. August zuerst exklusiv auf Netflix lief.

Das Interessante ist aber gar nicht nur, wie viel Rockstar gezeigt hat, sondern wie bewusst wenig erklärt wurde. Es gab keine Sprecherstimme, die uns jedes neue Feature verkauft. Keine eingeblendeten Entwickler-Statements. Keine lange Liste mit Mechaniken. Stattdessen bekam man eine Art atmosphärischen Rundgang durch Vice City und die Welt von GTA 6 – komplett mit In-Game-Material, aufgenommen auf einer normalen PlayStation 5. Und genau dieser letzte Punkt sorgt bei vielen Fans gerade fast für noch mehr Begeisterung als das eigentliche Gameplay.

 

GTA 6 Grand Theft Auto VI Netflix

Alles lief auf einer normalen PS5

Rockstar beziehungsweise Netflix bestätigten, dass das gesamte gezeigte Material direkt aus der PS5-Version stammt. Nicht aus einer High-End-PC-Fassung, nicht aus irgendeinem Render-Setup und auch nicht von einer PS5 Pro. Genau deshalb war die Reaktion vieler Zuschauer so deutlich: Wenn GTA 6 auf einer normalen PS5 tatsächlich so aussieht, ist das technisch ziemlich beeindruckend. Vor allem Beleuchtung, Animationen, Verkehr, Menschenmengen und die allgemeine Dichte der Welt fallen sofort auf. Vice City wirkt nicht wie eine hübsche Kulisse, die nur dann lebt, wenn eine Mission startet. Überall passiert etwas. Leute stehen herum, reden miteinander, treiben Sport, fahren Boot oder verschwinden irgendwo im Nachtleben. Fahrzeuge wirken schwerer und detaillierter, Innenräume dichter und die Beleuchtung ist teilweise fast absurd gut. Natürlich sollte man nicht vergessen, dass Rockstar hier 26 Minuten Material ausgewählt und geschnitten hat, das das Spiel möglichst gut aussehen lässt. Trotzdem: Dass all das auf einer Standard-PS5 läuft, ist ein starkes Statement.

Was gab es konkret zu sehen?

Das Special beginnt relativ ruhig. Jason und Lucia bewegen sich durch ein Apartmentgebäude beziehungsweise ein ziemlich heruntergekommenes Umfeld auf der Suche nach einem Kontakt. Schon hier sieht man kleinere Interaktionen, etwa dass Jason einen Hund streicheln kann oder an Türen klopft. Danach wird es schnell typischer GTA. Es gibt einen Drogendeal, der nicht ganz nach Plan läuft, Schießereien mit Polizei, Fluchtsequenzen, Autodiebstähle und Verfolgungsjagden. Jason hängt während einer Flucht aus einem fahrenden Auto und feuert auf Polizeifahrzeuge. An anderer Stelle sieht man Deckungssystem, Rollen und schnelle Bewegungen zwischen einzelnen Positionen.

Interessant ist auch, dass das Fahndungssystem offenbar wieder bis zu sechs Sterne reicht. GTA 5 hatte maximal fünf. Das klingt nach einer Kleinigkeit, dürfte aber viele Fans freuen, weil sechs Sterne in früheren Teilen für maximale Eskalation standen. Dazu kamen viele ruhigere Szenen. Jason spielt Basketball, Lucia trainiert, es wird geschwommen, getaucht, Kajak gefahren, Airboat gefahren und Fallschirm gesprungen. Man sieht Nachtclubs, Straßenrennen, verschiedene Outfits und deutlich mehr Alltag als in einem typischen Action-Trailer. Genau dadurch entsteht der Eindruck, dass Rockstar diesmal noch stärker darauf setzt, die Welt zwischen den Missionen interessant zu machen.

Lucia und Jason funktionieren überraschend gut zusammen

Ein großer Teil des Specials konzentriert sich auf die beiden Hauptfiguren Lucia Caminos und Jason Duval. Rockstar hatte ihre Beziehung schon in früheren Trailern angedeutet, jetzt bekommt man deutlich mehr davon zu sehen. Es gibt Szenen, in denen die beiden gemeinsam unterwegs sind, sich schreiben und offenbar auch in unterschiedlichen Missionen und Lebenssituationen landen. Besonders interessant: Das Wechseln zwischen den beiden Figuren ist sichtbar im Interface integriert. In einer Szene springt Lucia mit dem Fallschirm von einem Hochhaus, danach erscheint eine R1-Einblendung zum Wechsel auf Jason.

Das erinnert natürlich an GTA 5 mit Michael, Franklin und Trevor. Hier wirkt es aber deutlich persönlicher, weil die beiden Figuren als Paar beziehungsweise als sehr eng verbundenes Duo angelegt sind. Ob Rockstar diese Beziehung emotional wirklich tragen kann, wird am Ende entscheidend sein. Technisch kann das Spiel noch so spektakulär aussehen – GTA 6 wird langfristig auch daran gemessen werden, ob Jason und Lucia als Figuren funktionieren.

Die Welt könnte das eigentliche Highlight werden

Was nach 26 Minuten am stärksten hängen bleibt, ist für mich gar nicht eine bestimmte Mission oder ein einzelnes neues Feature. Es ist die Welt selbst. Vice City sieht nicht einfach nur größer aus. Es wirkt dichter. Autos, Menschen, Geschäfte, Boote, Clubs, Strände, Rennstrecken, Apartments, Nebenaktivitäten – alles wirkt so, als wolle Rockstar den Spieler ständig mit kleinen Ablenkungen beschäftigen.

Genau das passt zu einigen der Reaktionen nach dem Special. Viele Zuschauer sprechen weniger über neue Gameplay-Systeme und mehr darüber, wie lebendig die Stadt wirkt. Ein Redakteur von Tom's Guide fasste es sinngemäß so zusammen: Die Atmosphäre springt direkt aus dem Bildschirm, und es wirkt, als gäbe es zwischen Missionen deutlich mehr zu tun. Auch die Fahrzeugkultur fällt auf. Rockstar zeigt Tuning, Straßenrennen, verschiedene Fahrzeugtypen und Szenen, die fast wie ein eigener kleiner „GTA trifft Forza“-Bereich wirken. Für eine Serie, bei der Autos schon immer zentral waren, scheint GTA 6 dieses Thema noch stärker auszubauen.

Die Reaktionen: Begeisterung, aber nicht nur

Die Stimmung nach dem Netflix-Special ist insgesamt sehr positiv. GameStar fasste die ersten Reaktionen ziemlich treffend zusammen: Viele Leute können kaum glauben, wie gut das Spiel aussieht – vor allem mit Blick auf die Standard-PS5 als Plattform. Im Netz tauchten Kommentare auf, die den Extended Look als eines der beeindruckendsten Gaming-Reveals überhaupt bezeichneten. Andere schreiben sinngemäß, sie würden nach Release wahrscheinlich monatelang nichts anderes spielen. Aber es gibt auch Kritik. Einige Zuschauer erwarteten nach der langen Wartezeit einen klassischeren Gameplay-Deep-Dive mit klar erklärten Systemen. Also etwa: Wie funktioniert das Inventar genau? Wie frei sind Missionen? Wie komplex ist die Polizei-KI? Welche Rollenspiel-Elemente gibt es? Wie stark unterscheiden sich Jason und Lucia spielerisch? Davon zeigte Rockstar nur kleine Ausschnitte. Esquire kritisiert genau diesen Punkt: Optisch sei das Material beeindruckend, spielerisch sehe man aber vor allem bekannte GTA-Bausteine – Fahren, Schießen, offene Welt, Minispiele. Wer auf die große Revolution gehofft hatte, bekam noch keine eindeutige Antwort.

Auch einige Fans fanden das gezeigte Movement stellenweise relativ langsam oder etwas steif. Jason bewegt sich in manchen Szenen sehr schwerfällig. Andere kritisierten seine Stimme beziehungsweise Charakterisierung als eher flach. Das ist nach 26 Minuten natürlich schwer endgültig zu beurteilen, zeigt aber, dass nicht jeder komplett im Hype versinkt.

Vielleicht war genau das Rockstars Plan

Rockstar hätte problemlos jede neue Mechanik erklären können. Stattdessen zeigt das Studio gerade genug, damit Fans monatelang jedes einzelne Bild analysieren können. Das ist wahrscheinlich Absicht. GTA 6 braucht keine klassische Marketing-Präsentation mehr. Jeder kleine Ausschnitt wird ohnehin zerlegt, vergrößert und auf Reddit, TikTok, YouTube und X hundertfach diskutiert.

Ein Interface-Icon reicht, um zehn Theorien zum Inventarsystem zu starten. Eine kurze Szene auf einer Rennstrecke wird sofort als Hinweis auf ein komplettes Motorsport-System interpretiert. Rockstar muss nicht alles sagen. Das Internet erledigt den Rest freiwillig. Insofern war der Netflix-Deal ziemlich clever. Das Special fühlte sich eher wie eine exklusive TV-Premiere an als wie ein normaler Games-Trailer. Für Netflix bringt es Aufmerksamkeit von einem Publikum, das vielleicht gar nicht wegen Serien oder Filmen eingeschaltet hätte. Für Rockstar macht es aus einem Gameplay-Video ein Event.

Mein Eindruck: 26 Minuten und trotzdem fühlt es sich nach zu wenig an

Das Verrückte an diesem Special ist eigentlich: Rockstar zeigt uns fast eine halbe Stunde GTA 6 – und danach hat man trotzdem das Gefühl, kaum etwas gesehen zu haben. Das meine ich positiv. Die Welt wirkt riesig, die Details sind teilweise absurd und fast jede Szene wirft neue Fragen auf. Gleichzeitig verstehe ich die Leute, die sich mehr echtes, ungeschnittenes Gameplay gewünscht hätten. Ein paar Minuten am Stück, in denen jemand einfach eine Mission spielt, fährt, aussteigt, improvisiert und mit der Welt interagiert, hätten wahrscheinlich noch besser gezeigt, wie GTA 6 sich wirklich anfühlt. Aber vielleicht kommt genau das noch.

GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Eine PC-Version ist weiterhin nicht offiziell terminiert. Bis dahin dürfte Rockstar noch genug Material zurückhalten, um den Hype weiter hochzuhalten. Und nach diesem Netflix-Special ist klar: Die Erwartungen sind nicht kleiner geworden. Eher das Gegenteil.

Offizielle Spiel- und Bildquelle: https://www.rockstargames.com/VI
Extended Look / offizieller Rockstar-Kanal: https://www.youtube.com/@RockstarGames


Apple Mac mini M6

Mac mini bestellt? Apple schenkt manchen Kunden einfach den M6

Lange Lieferzeiten nerven normalerweise. Bei einigen Mac-mini-Käufern verwandelt sich die Wartezeit gerade allerdings in einen ziemlich guten Deal. Apple stellt offenbar offene Bestellungen des bisherigen Mac mini teilweise automatisch auf die neue Generation um.

Neuer Mac zum alten Preis

Wer einen M4 bestellt hatte, bekommt dadurch einen M6. Aus einem M4 Pro wird ein M5 Pro. Einen Aufpreis verlangt Apple dafür nicht. Besonders interessant ist das wegen der kräftigen Preiserhöhung der neuen Generation: Der neue Mac mini mit M6 startet offiziell bei 1.049 Euro, die M5-Pro-Version bei 1.999 Euro. Apple informiert betroffene Kunden per E-Mail. Technisch gibt es ebenfalls einiges dazu: mehr CPU- und Grafikleistung sowie WLAN 7, Bluetooth 6 und 2,5-Gigabit-Ethernet.


Apple Mac mini M6
Quelle:Apple

Das Geschenk kann einen Haken haben

Bei manchen Käufern verkürzt sich durch das Upgrade sogar die Lieferzeit. Andere berichten vom Gegenteil. Dort verschiebt sich der erwartete Termin durch den Wechsel auf die neue Generation um mehrere Wochen. Eine Möglichkeit, das automatische Upgrade abzulehnen, scheint Apple teilweise nicht anzubieten.

Meine Einschätzung

Wenn ich einen M4 bestellt hätte und plötzlich ohne Aufpreis einen M6 bekomme, würde ich mich definitiv nicht beschweren. Leider ist meine letzte Bestellung des M4 Mac mini. einfach schon zu lange gerade. Gerade weil Apple den Einstiegspreis auf über 1.000 Euro angehoben hat, ist das für manche Käufer ein richtig gutes Upgrade.

Fazit

Wer noch auf einen bestellten M4-Mac-mini wartet, sollte einen Blick ins Postfach und in den Apple-Bestellstatus werfen. Mit etwas Glück steht dort inzwischen ein deutlich neuerer und teurerer Rechner, ohne dass Apple einen Cent mehr verlangt.


TERREX FREEHIKER SL GORE-TEX

adidas Terrex Freehiker SL Gore-Tex: Wanderschuh? Think again!

Es gibt Schuhe, die kauft man, weil man gerade welche braucht. Und dann gibt es Modelle, bei denen man schon beim ersten Bild weiß: Den will ich haben.

Beim adidas TERREX FREEHIKER SL GORE-TEX war es bei mir ziemlich eindeutig die zweite Kategorie. Ich habe ihn heute gekauft – und zwar nicht, weil plötzlich eine Alpenüberquerung ansteht, sondern weil TERREX für mich schon lange mehr ist als nur die Outdoor-Abteilung von adidas.

Meine Begeisterung für die Linie begann mit dem Skychaser GTX. Seitdem finde ich spannend, wie adidas technische Wanderschuhe entwickelt, die auf dem Trail funktionieren, aber auch im Alltag nicht wie klassische Hiking-Boots wirken.

Vom Skychaser zum FREEHIKER SL

Der Skychaser war für mich damals der Einstieg in die TERREX-Welt: stabil, wetterfest, griffig und deutlich dynamischer als viele traditionelle Wanderschuhe. Der FREEHIKER SL führt diese Idee in eine noch alltagstauglichere Richtung weiter.

Das „SL“ passt dabei ziemlich gut zum Charakter des Schuhs. Er wirkt schlanker und weniger massiv als andere Modelle aus der Freehiker-Familie. Trotzdem sieht er nicht aus wie ein normaler Sneaker, dem adidas nachträglich eine Outdoor-Sohle verpasst hat. Die technischen Details sind klar erkennbar, ohne das Design zu überladen.

Gerade die weiße Version trifft für mich den richtigen Punkt zwischen Outdoor und Streetwear. Sie wirkt modern und technisch, lässt sich aber problemlos zu Jeans, Cargo oder einer weiteren Stoffhose tragen. Mehr muss man über die Farbe eigentlich gar nicht sagen – der Schuh funktioniert am Fuß.

TERREX FREEHIKER SL GORE-TEX

Ein Wanderschuh mit Sneaker-Gefühl

Das Interessante am FREEHIKER SL ist der Spagat zwischen Komfort und Funktion. adidas positioniert ihn sowohl für Wanderwege als auch für längere Strecken in der Stadt. Genau das merkt man beim ersten Anziehen.

Die DREAMSTRIKE-Zwischensohle fühlt sich angenehm weich an, bietet aber genug Stabilität, damit der Schuh nicht schwammig wirkt. Das ist wichtig, denn reine Weichheit ist auf unebenem Untergrund kein Vorteil. Der Fuß braucht Halt und die Dämpfung muss kontrolliert bleiben.

Mein erster Eindruck ist deshalb ziemlich eindeutig: Der FREEHIKER SL ist unglaublich bequem. Nicht nur bequem für einen Wanderschuh, sondern grundsätzlich komfortabel. Die Dämpfung nimmt Härte aus jedem Schritt, während der Fuß trotzdem sicher im Schuh sitzt. Gerade an langen Tagen ist das eine echte Wohltat für die Füße.

Die Technik ist sinnvoll gewählt

Beim Obermaterial setzt adidas auf Textil, je nach Ausführung ergänzt um widerstandsfähiges Ripstop und synthetische Verstärkungen. Dazu kommt eine Schnellschnürung, mit der sich der Schuh zügig und gleichmäßig fixieren lässt.

Die GORE-TEX-Membran schützt vor Nässe. Das ist nicht nur beim Wandern praktisch, sondern vor allem dann, wenn man den Schuh im Herbst und Winter täglich trägt. Regen, nasse Wege oder eine Pfütze verlieren damit einen großen Teil ihres Schreckens.

Unter dem Schuh sitzt eine Continental-Gummiaußensohle. Sie gehört für mich seit Jahren zu den überzeugendsten Argumenten für TERREX. Das Profil bietet deutlich mehr Reserven als eine normale Sneaker-Sohle und sorgt auf wechselndem Untergrund für zuverlässigen Grip.

adidas gibt für die aktuelle deutsche Herrenvariante ein Gewicht von 335 Gramm und eine Sprengung von 10 Millimetern an. Das ist leicht genug, damit der FREEHIKER SL im Alltag nicht unnötig schwer wirkt, und zugleich solide genug für einen Schuh mit echtem Outdoor-Anspruch.

Genau der richtige Spagat

Der FREEHIKER SL ist kein Lifestyle-Sneaker, der nur nach Outdoor aussieht. GORE-TEX, Continental-Sohle, DREAMSTRIKE-Dämpfung und das funktionale Obermaterial ergeben ein Paket, das auch abseits der Stadt ernst genommen werden kann.

Gleichzeitig muss man mit ihm nicht so aussehen, als wäre man auf dem Weg zum Eiger. Er passt zu einem normalen Alltags-Outfit und bietet dabei mehr Schutz, Halt und Traktion als die meisten klassischen Sneaker.

Genau diese Mischung macht TERREX für mich so interessant. Die Funktion ist nicht bloß Dekoration, bestimmt aber auch nicht komplett den Look.

Mein erster Eindruck

Ich habe den FREEHIKER SL GORE-TEX heute erst gekauft. Deshalb wäre es Quatsch, jetzt schon einen Langzeittest daraus zu machen. Über Haltbarkeit, Verhalten auf längeren Touren und Komfort nach vielen Kilometern kann ich erst später seriös urteilen.

Der erste Eindruck überzeugt mich aber. Der Schuh sitzt stabil, lässt sich mit der Schnellschnürung unkompliziert anpassen und fühlt sich vom ersten Schritt an bemerkenswert komfortabel an. Vor allem die Kombination aus weicher Dämpfung und sicherem Stand gefällt mir.

Für mich wirkt der FREEHIKER SL weniger wie ein klassischer Wanderschuh und mehr wie ein sehr bequemer, wetterfester Sneaker mit ernst zu nehmender Outdoor-Technik. Genau deshalb dürfte er bei mir wahrscheinlich deutlich mehr Zeit in der Stadt als auf dem Wanderweg verbringen.

TERREX bleibt für mich eine der spannendsten adidas-Linien

Seit meinem ersten Skychaser GTX hat sich bei TERREX einiges verändert. Die Modelle sind modischer und vielseitiger geworden, ohne ihre eigentliche Funktion zu verlieren.

Der FREEHIKER SL GORE-TEX ist dafür ein gutes Beispiel. Er versucht nicht, der extremste Wanderschuh im Sortiment zu sein. Stattdessen konzentriert er sich auf das, was viele Menschen tatsächlich brauchen: Komfort, Wetterschutz, Grip und ein Design, das auch im Alltag funktioniert.

Ob er meinen alten Skychaser irgendwann als persönlichen TERREX-Favoriten ablöst, muss sich noch zeigen. Beim Tragekomfort hat er sich auf Anhieb ziemlich weit nach vorne geschoben.


Samsung Galaxy S26 E

Samsung Galaxy S26 FE: Viel S26, weniger Flagship - und 50 Dollar teurer

Samsung hat das Galaxy S26 FE offiziell vorgestellt. Die FE-Reihe ist seit Jahren so etwas wie Samsungs Mittelweg für alle, die möglichst viel Galaxy-S-Feeling wollen, aber nicht den vollen Flagship-Preis bezahlen möchten. Beim neuen S26 FE bleibt dieses Prinzip erhalten, nur wird der Abstand nach oben langsam etwas komplizierter. In den USA startet das Smartphone bei 699,99 Dollar und damit rund 50 Dollar über dem Vorgänger. Dafür gibt es ein 6,7-Zoll-Display mit 120 Hz, einen Exynos-2500-Prozessor, eine Dreifachkamera, 4.900 mAh Akku und direkt Android 17 mit One UI 9.

6,7 Zoll und 120 Hz

Das Display misst 6,7 Zoll, löst in FHD+ auf und arbeitet mit bis zu 120 Hz. Samsung gibt eine maximale Helligkeit von 1.900 Nits an. Das ist ordentlich, auch wenn aktuelle Topmodelle inzwischen noch deutlich höhere Spitzenwerte erreichen.

Genau hier zeigt sich das typische FE-Konzept. Samsung spart nicht an den Dingen, die man im Alltag sofort bemerkt. Ein großes, schnelles OLED-Display gehört dazu. Bei Prozessor, Kameras und einigen Details liegt das Gerät dagegen unterhalb der regulären S26-Modelle.

Im Inneren steckt Samsungs Exynos 2500. Dazu kommen mindestens 8 GB RAM. Bei den Speichergrößen sind je nach Markt 128 und 256 GB vorgesehen, in Europa soll zusätzlich eine Variante mit 512 GB angeboten werden.

Drei Kameras und mehr Software-Tricks

Auf der Rückseite sitzt eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung. Ergänzt wird sie von einer 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und einem 8-Megapixel-Tele mit dreifachem optischen Zoom. Digital geht es bis 30-fach. Auf dem Papier klingt das nicht nach einer Revolution. Samsung versucht deshalb, vor allem über Software Mehrwert zu schaffen. Die ProVisual Engine aus den Galaxy-S-Modellen kommt erstmals auch in einem FE-Gerät zum Einsatz. Dazu gibt es Funktionen wie Horizon Lock für stabilere Videos, FanCam und diverse KI-Werkzeuge zur Bildbearbeitung.

Galaxy AI spielt erwartungsgemäß ebenfalls eine große Rolle. Samsung integriert unter anderem Googles Gemini-Funktionen und bewirbt Features zum Bearbeiten, Suchen und Organisieren von Inhalten. Das ist inzwischen fast schon Pflichtprogramm bei neuen Android-Smartphones.

Samsung Galaxy S26 E
Quelle: Samsung

4.900 mAh und schnelleres Laden

Der Akku besitzt eine Kapazität von 4.900 mAh. Kabelgebunden lädt das S26 FE mit bis zu 45 Watt. Laut Samsung sollen damit ungefähr 69 Prozent in 30 Minuten möglich sein. Kabellos sind 15 Watt drin. Das Gerät ist außerdem nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Damit fehlen im Alltag zumindest keine der typischen Komfortfunktionen, die man von einem Smartphone dieser Preisklasse erwartet.

Das eigentliche Problem ist der Preis

Spannend wird es bei 699,99 Dollar. Die FE-Serie war ursprünglich besonders attraktiv, weil sie viele Flagship-Funktionen deutlich günstiger angeboten hat. Je näher sich der Preis aber an reguläre Premium-Smartphones heranschiebt, desto schwieriger wird die Rechnung. Vor allem ältere Topmodelle werden schnell zum Konkurrenten. Ein Galaxy S25 oder ein anderes Premium-Smartphone aus dem Vorjahr kann im Angebot ähnlich viel kosten und teilweise die bessere Hardware bieten. Genau deshalb würde ich beim S26 FE nicht sofort zum Marktstart zuschlagen. Samsung-Smartphones sind bekannt dafür, relativ schnell in Aktionen, Bundles und Cashback-Angeboten aufzutauchen. Der offizielle Preis ist deshalb oft nur der Anfang. Sobald das S26 FE hundert Euro günstiger wird oder zusammen mit Buds, Watch oder Tarif angeboten wird, sieht die Sache schon wieder anders aus.

FE bleibt eine gute Idee

Grundsätzlich mag ich Samsungs FE-Konzept. Nicht jeder braucht das teuerste Ultra-Modell, und viele Nutzer wollen einfach ein gutes Display, vernünftige Kameras, lange Software-Unterstützung und die wichtigsten Funktionen der S-Serie. Das S26 FE scheint genau das zu liefern. Nur der Preis muss dazu passen. Für 700 Dollar beziehungsweise einen vermutlich ähnlich ambitionierten europäischen Preis ist die Konkurrenz groß. Ein paar Monate später könnte das Gerät dagegen einer der interessanteren Samsung-Deals werden. Wer also nicht unbedingt am ersten Tag ein neues Smartphone braucht, sollte vermutlich warten. Technisch sieht das S26 FE solide aus. Der spannendste Wert wird am Ende aber nicht die Displayhelligkeit oder die Anzahl der KI-Funktionen sein, sondern der tatsächliche Straßenpreis.

Offizielle Presse- und Bildquelle: https://news.samsung.com/


Nike Ja 4 Halloween

Nike Ja 4 „Halloween“: Ja Morants neuer Signature-Sneaker wird richtig schön düster

Halloween-Sneaker sind inzwischen fast eine eigene kleine Disziplin. Sobald der Herbst näher kommt, werden Sohlen plötzlich glow-in-the-dark, Obermaterialien bekommen Monster-Grafiken und selbst Performance-Basketballschuhe sehen aus, als wären sie direkt aus einem Horrorfilm gefallen. Nike macht da natürlich mit und schickt offenbar auch Ja Morants neuen Ja 4 in eine Halloween-Version.

Der Nike Ja 4 „Halloween“ ist noch nicht offiziell mit einem konkreten Releasetermin angekündigt, erste Bilder und Details zeigen aber ziemlich deutlich, wohin die Reise geht. Und subtil ist diesmal wirklich gar nichts.

Zerrissen, rot und natürlich mit Glow-Sohle

Das Upper des Ja 4 bekommt eine Struktur beziehungsweise Grafik, die an alten, zerrissenen Denim erinnert. Das Ganze wirkt, als hätte irgendein ziemlich schlecht gelauntes Monster den Schuh bearbeitet. Dazu kommen rote Details, darunter der geformte Swoosh und ein kleines Zahn-Element im Bereich der Schnürung.

Richtig Halloween wird es auf der Innensohle. Dort ist Ja Morant in einer zombifizierten, schreienden Version zu sehen. Und weil ein Halloween-Sneaker ohne leuchtende Außensohle offenbar gegen irgendein ungeschriebenes Sneaker-Gesetz verstoßen würde, gibt es natürlich auch eine Glow-in-the-dark-Outsole.

Das Ergebnis ist ziemlich wild, aber genau deshalb funktioniert es. Seasonal Colorways dürfen meiner Meinung nach ruhig übertreiben. Einen Halloween-Schuh in Schwarz mit einem winzigen orangefarbenen Logo braucht wirklich niemand.

Nike Ja 4 Halloween
Quelle: @theplug_off

Der Ja 4 ist noch ganz frisch

Interessant ist, dass der Ja 4 selbst erst Anfang August richtig vorgestellt wurde. Nike baut Ja Morants Signature-Linie damit sehr schnell weiter aus. Nach Ja 1, Ja 2 und Ja 3 hat sich die Serie inzwischen als feste Größe im Basketball-Portfolio etabliert.

Technisch setzt der Ja 4 unter anderem auf Cushlon 3.0 und eine sogenannte SPRPWR-Sockliner-Konstruktion. Das Ziel bleibt klar: ein schneller, reaktionsfreudiger Basketballschuh für explosive Bewegungen und Richtungswechsel.

Bei solchen Sonderfarben spielt die Performance aber fast eine Nebenrolle. Viele Paare landen schließlich eher im Sneaker-Regal oder im Alltag als auf dem Court. Gerade die Halloween-Ausgaben entwickeln oft eine eigene Fangemeinde.

Ja Morant und Halloween passen inzwischen zusammen

Nike hat das Thema bei Morants Signature-Schuhen schon mehrfach gespielt. 2023 erschien der Ja 1 „Zombie“, 2024 folgte der Ja 2 „Nightmare“ und 2025 gab es den Ja 3 „Spooky“. Der Ja 4 setzt diese kleine Tradition konsequent fort.

Ich mag solche wiederkehrenden Themen. Sie geben einer Signature-Linie etwas Persönlichkeit. Statt jedes Jahr einfach irgendeinen orange-schwarzen Schuh zu veröffentlichen, entsteht langsam eine kleine Reihe, bei der Fans schon darauf warten können, wie Nike das Halloween-Thema diesmal interpretiert.

Beim Ja 4 wirkt das Design bisher am aggressivsten. Vor allem die Kombination aus dem zerstört wirkenden Upper und den roten Elementen passt gut zur kantigeren Form des Schuhs.

Release vermutlich im Oktober

Ein offizielles Datum gibt es aktuell noch nicht. Erwartet wird der Nike Ja 4 „Halloween“ irgendwann im Oktober 2026, was natürlich ziemlich naheliegend wäre. Der Style Code wird mit IO7939-300 angegeben.

Preis und genaue Verfügbarkeit sind ebenfalls noch offen. Wahrscheinlich dürfte der Schuh über Nike beziehungsweise SNKRS und ausgewählte Basketball- und Sneaker-Händler erscheinen.

Wie immer bei frühen Bildern gilt: Bis Nike den Release selbst komplett bestätigt, können sich Details noch ändern. Die bisher aufgetauchte Version sieht aber schon ziemlich final aus.

Einer der besseren Halloween-Sneaker?

Für mich funktioniert der Ja 4 „Halloween“ vor allem deshalb, weil er sich nicht zu ernst nimmt. Ein leuchtender Basketballschuh mit Zombie-Insole und Monster-Optik muss kein minimalistisches Designobjekt sein. Er darf laut sein.

Ob ich ihn im Alltag tragen würde? Wahrscheinlich nicht jeden Tag. Aber genau dafür sind solche Releases auch nicht gedacht. Als Sammlerstück oder saisonaler Sneaker macht das Ding ziemlich viel Spaß.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch der offizielle Release. Wenn Nike den Ja 4 rechtzeitig im Oktober bringt, dürfte er einer der auffälligeren Basketball-Drops rund um Halloween werden.

Bildquelle: @theplug_off


Air Jordan 41

Air Jordan 41: Jordan Brand schaut nach 40 Jahren endlich wieder konsequent nach vorne

40 Modelle lang kann man irgendwann anfangen, sich selbst zu zitieren. Genau das hat Jordan Brand beim Air Jordan 40 auch bewusst gemacht: Der Jubiläumsschuh griff Details und DNA aus der langen Geschichte der Signature-Reihe auf. Beim neuen Air Jordan 41 soll damit Schluss sein. Statt Nostalgie steht wieder Zukunft auf dem Plan. Jordan Brand hat den AJ41 jetzt offiziell vorgestellt. Der neue Performance-Basketballschuh bringt unter anderem ein 3D-gedrucktes NanoPrint-Upper, eine durchgehende ZoomX-Mittelsohle, Air Zoom Strobel, eine Carbonplatte im Mittelfuß und zusätzliche Zoom-Air-Dämpfung in der Ferse mit. Das klingt nach einer ziemlich vollgepackten Tech-Liste. Und genau das soll der Jordan 41 offenbar sein: kein Lifestyle-Retro, sondern zuerst einmal ein moderner Basketballschuh.

NanoPrint statt klassischem Leder

Der auffälligste technische Schritt steckt im Upper. Jordan Brand setzt beim Air Jordan 41 auf eine neue 3D-gedruckte NanoPrint-Technologie. Im Vergleich zum eher lederorientierten Air Jordan 40 soll das Material leichter und flexibler sein, ohne beim Halt große Kompromisse zu machen. Das passt zum grundsätzlichen Kurs moderner Basketballschuhe. Weniger schweres Leder, mehr technisch aufgebaute Textilien und gedruckte Strukturen. Performance steht über Nostalgie. Optisch wird das natürlich nicht jedem gefallen. Wer bei Air Jordan sofort an AJ1, AJ3, AJ4 oder AJ11 denkt, erwartet vielleicht eine deutlich ikonischere Lifestyle-Silhouette. Der 41er möchte aber gar nicht so tun, als wäre 1996 noch einmal zurück.

ZoomX plus Air Zoom plus Carbon

Unter dem Fuß fährt Jordan Brand ziemlich groß auf. Die Mittelsohle nutzt ZoomX über die volle Länge. Dazu kommt eine Air Zoom Strobel Unit, eine Carbonfaserplatte im Mittelfuß und ein zusätzliches Zoom-Air-Element im Fersenbereich. Die Kombination soll vor allem Reaktionsfreude, Stabilität und einen aktiveren Stand auf dem Vorderfuß ermöglichen. Basketballschuhe müssen heute extrem unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen: weich genug für harte Landungen, schnell genug für explosive Antritte und stabil genug für aggressive Richtungswechsel. Der AJ41 wirkt deshalb eher wie ein technisches Werkzeug als wie ein Sneaker, dessen wichtigste Aufgabe ein schönes Outfit auf Instagram ist. Das finde ich bei der Hauptlinie ehrlich gesagt ziemlich gut. Für Retro und Lifestyle besitzt Jordan Brand schließlich mehr als genug andere Modelle.

Die Colorways orientieren sich an Edelsteinen

Beim Design der kommenden Farbvarianten greift Jordan Brand auf Edelsteine und Mineralien zurück. Genannt werden unter anderem Rubin, Quarz, Tigerauge, Amethyst, Jade, Meteorit, Pink Diamond und Opal. Das bietet natürlich reichlich Spielraum für Farben, transparente Materialien und schimmernde Oberflächen. Gerade bei einem technisch modernen Schuh kann so eine Serie ziemlich gut funktionieren. Statt jeden Colorway mit Michael-Jordan-Nostalgie aufzuladen, bekommt der AJ41 damit eine eigene visuelle Sprache. Das ist nach vier Jahrzehnten wahrscheinlich genau der richtige Schritt.

Michael Jordan ist trotzdem noch beteiligt

Auch wenn der Schuh offensichtlich nicht mehr für Michael Jordan als aktiven Spieler entwickelt wird, ist MJ weiterhin Teil des Prozesses. Laut Jordan Brand dient er unter anderem als eine Art Kontrollinstanz dafür, ob das Team Innovation wirklich weit genug treibt. Das ist ein interessanter Spagat. Die Marke lebt wie kaum eine andere von ihrer Geschichte, darf aber nicht dauerhaft nur Vergangenheit verkaufen. Beim Air Jordan 41 scheint man genau diese Grenze bewusst zu ziehen.

Start zunächst in China

Der Air Jordan 41 soll am 28. August zunächst in limitierter Stückzahl in China erscheinen. Ein globaler Releasetermin wird später bekannt gegeben. Der US-Retailpreis liegt bei 205 Dollar und damit auf dem Niveau des Air Jordan 40. Für Europa fehlen aktuell noch die endgültigen Angaben zu Termin und Preis. Verkauft werden soll der Schuh über Jordan beziehungsweise Nike und ausgewählte Jordan-Brand-Händler.

Vielleicht genau der richtige Moment für einen Neustart

Ich finde den Ansatz ziemlich erfrischend. Jordan Brand könnte problemlos noch Jahrzehnte davon leben, alte Farbvarianten neu aufzulegen und die Vergangenheit immer wieder neu zu erzählen. Wirtschaftlich funktioniert das schließlich hervorragend. Aber die nummerierte Air-Jordan-Serie sollte meiner Meinung nach immer auch zeigen, was technisch gerade möglich ist. Der AJ41 wirkt wieder stärker wie ein Performance-Projekt und weniger wie ein Jubiläumsstück.

Ob daraus irgendwann ein Klassiker wird, kann heute niemand wissen. Das wusste 1989 beim Air Jordan 4 vermutlich auch niemand. Entscheidend ist erstmal, dass Jordan Brand versucht, einen eigenen neuen Schritt zu machen. Nach 40 Jahren Rückblick darf Nummer 41 ruhig wieder nach vorne schauen.

Offizielle Presse-, Produkt- und Bildquelle: https://www.nike.com/jordan


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