Air Jordan 41: Jordan Brand schaut nach 40 Jahren endlich wieder konsequent nach vorne
40 Modelle lang kann man irgendwann anfangen, sich selbst zu zitieren. Genau das hat Jordan Brand beim Air Jordan 40 auch bewusst gemacht: Der Jubiläumsschuh griff Details und DNA aus der langen Geschichte der Signature-Reihe auf. Beim neuen Air Jordan 41 soll damit Schluss sein. Statt Nostalgie steht wieder Zukunft auf dem Plan. Jordan Brand hat den AJ41 jetzt offiziell vorgestellt. Der neue Performance-Basketballschuh bringt unter anderem ein 3D-gedrucktes NanoPrint-Upper, eine durchgehende ZoomX-Mittelsohle, Air Zoom Strobel, eine Carbonplatte im Mittelfuß und zusätzliche Zoom-Air-Dämpfung in der Ferse mit. Das klingt nach einer ziemlich vollgepackten Tech-Liste. Und genau das soll der Jordan 41 offenbar sein: kein Lifestyle-Retro, sondern zuerst einmal ein moderner Basketballschuh.
NanoPrint statt klassischem Leder
Der auffälligste technische Schritt steckt im Upper. Jordan Brand setzt beim Air Jordan 41 auf eine neue 3D-gedruckte NanoPrint-Technologie. Im Vergleich zum eher lederorientierten Air Jordan 40 soll das Material leichter und flexibler sein, ohne beim Halt große Kompromisse zu machen. Das passt zum grundsätzlichen Kurs moderner Basketballschuhe. Weniger schweres Leder, mehr technisch aufgebaute Textilien und gedruckte Strukturen. Performance steht über Nostalgie. Optisch wird das natürlich nicht jedem gefallen. Wer bei Air Jordan sofort an AJ1, AJ3, AJ4 oder AJ11 denkt, erwartet vielleicht eine deutlich ikonischere Lifestyle-Silhouette. Der 41er möchte aber gar nicht so tun, als wäre 1996 noch einmal zurück.
ZoomX plus Air Zoom plus Carbon
Unter dem Fuß fährt Jordan Brand ziemlich groß auf. Die Mittelsohle nutzt ZoomX über die volle Länge. Dazu kommt eine Air Zoom Strobel Unit, eine Carbonfaserplatte im Mittelfuß und ein zusätzliches Zoom-Air-Element im Fersenbereich. Die Kombination soll vor allem Reaktionsfreude, Stabilität und einen aktiveren Stand auf dem Vorderfuß ermöglichen. Basketballschuhe müssen heute extrem unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen: weich genug für harte Landungen, schnell genug für explosive Antritte und stabil genug für aggressive Richtungswechsel. Der AJ41 wirkt deshalb eher wie ein technisches Werkzeug als wie ein Sneaker, dessen wichtigste Aufgabe ein schönes Outfit auf Instagram ist. Das finde ich bei der Hauptlinie ehrlich gesagt ziemlich gut. Für Retro und Lifestyle besitzt Jordan Brand schließlich mehr als genug andere Modelle.
Die Colorways orientieren sich an Edelsteinen
Beim Design der kommenden Farbvarianten greift Jordan Brand auf Edelsteine und Mineralien zurück. Genannt werden unter anderem Rubin, Quarz, Tigerauge, Amethyst, Jade, Meteorit, Pink Diamond und Opal. Das bietet natürlich reichlich Spielraum für Farben, transparente Materialien und schimmernde Oberflächen. Gerade bei einem technisch modernen Schuh kann so eine Serie ziemlich gut funktionieren. Statt jeden Colorway mit Michael-Jordan-Nostalgie aufzuladen, bekommt der AJ41 damit eine eigene visuelle Sprache. Das ist nach vier Jahrzehnten wahrscheinlich genau der richtige Schritt.
Michael Jordan ist trotzdem noch beteiligt
Auch wenn der Schuh offensichtlich nicht mehr für Michael Jordan als aktiven Spieler entwickelt wird, ist MJ weiterhin Teil des Prozesses. Laut Jordan Brand dient er unter anderem als eine Art Kontrollinstanz dafür, ob das Team Innovation wirklich weit genug treibt. Das ist ein interessanter Spagat. Die Marke lebt wie kaum eine andere von ihrer Geschichte, darf aber nicht dauerhaft nur Vergangenheit verkaufen. Beim Air Jordan 41 scheint man genau diese Grenze bewusst zu ziehen.
Start zunächst in China
Der Air Jordan 41 soll am 28. August zunächst in limitierter Stückzahl in China erscheinen. Ein globaler Releasetermin wird später bekannt gegeben. Der US-Retailpreis liegt bei 205 Dollar und damit auf dem Niveau des Air Jordan 40. Für Europa fehlen aktuell noch die endgültigen Angaben zu Termin und Preis. Verkauft werden soll der Schuh über Jordan beziehungsweise Nike und ausgewählte Jordan-Brand-Händler.
Vielleicht genau der richtige Moment für einen Neustart
Ich finde den Ansatz ziemlich erfrischend. Jordan Brand könnte problemlos noch Jahrzehnte davon leben, alte Farbvarianten neu aufzulegen und die Vergangenheit immer wieder neu zu erzählen. Wirtschaftlich funktioniert das schließlich hervorragend. Aber die nummerierte Air-Jordan-Serie sollte meiner Meinung nach immer auch zeigen, was technisch gerade möglich ist. Der AJ41 wirkt wieder stärker wie ein Performance-Projekt und weniger wie ein Jubiläumsstück.
Ob daraus irgendwann ein Klassiker wird, kann heute niemand wissen. Das wusste 1989 beim Air Jordan 4 vermutlich auch niemand. Entscheidend ist erstmal, dass Jordan Brand versucht, einen eigenen neuen Schritt zu machen. Nach 40 Jahren Rückblick darf Nummer 41 ruhig wieder nach vorne schauen.
Offizielle Presse-, Produkt- und Bildquelle: https://www.nike.com/jordan
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