Photoshop bekommt Markup: Adobe lässt uns KI-Edits jetzt einfach ins Bild zeichnen
Adobe baut Photoshop weiter um KI-Funktionen aus, aber diesmal geht es nicht nur um noch mehr Generieren per Textprompt. Mit dem neuen „Markup“ bekommt Photoshop eine Funktion, die eigentlich erstaunlich naheliegend ist: Statt der KI umständlich in Worten zu erklären, was genau im Bild verändert werden soll, kann man einfach direkt hineinzeichnen.

Ein Pfeil hier, eine grobe Skizze dort, ein markierter Bereich für eine neue Farbe – und Photoshop versucht anschließend, diese visuellen Hinweise zusammen mit dem Prompt zu verstehen. Gerade wer schon einmal zehnmal versucht hat, einer generativen Bildfunktion zu erklären, dass bitte wirklich nur das eine Objekt verändert werden soll, dürfte ziemlich schnell verstehen, warum das interessant ist.
Markup macht Prompts konkreter
Textprompts funktionieren gut, solange die Aufgabe eindeutig ist. „Mach den Himmel dramatischer“ versteht eine KI meistens problemlos. Schwieriger wird es, wenn mehrere ähnliche Objekte im Bild sind oder eine Änderung an einer ganz bestimmten Stelle passieren soll.
Mit Markup kann man genau dort ansetzen. Adobe nennt Beispiele wie Bereiche markieren, die umgefärbt werden sollen, Pfeile zeichnen, um Positionen vorzugeben, oder grobe Formen ins Bild malen, die anschließend durch neue Elemente ersetzt werden.
Das erinnert ein bisschen daran, wie man einem Kollegen eine Bildkorrektur erklären würde. Statt fünf Sätze zu schreiben, malt man schnell einen Kreis und sagt: „Hier bitte ändern.“ Für generative Bildbearbeitung ist das vermutlich eine der sinnvollsten Arten, KI weniger zufällig wirken zu lassen.
Instruct Edit mit Masken schützt den Rest des Bildes
Parallel dazu führt Adobe „Instruct Edit with Masks“ ein. Hier geht es darum, Änderungen per Prompt innerhalb einer definierten Maske vorzunehmen, während nicht markierte Bereiche unberührt bleiben sollen.
Das klingt banal, löst aber ein echtes Problem generativer Bildbearbeitung. Wer nur eine Mütze auf einem Kopf ergänzen möchte, will nicht plötzlich ein leicht anderes Gesicht, veränderte Logos oder neue Details im Hintergrund bekommen.
Adobe verspricht, dass Firefly Image 5 den gesamten Bildkontext berücksichtigt, aber die Bearbeitung trotzdem auf den ausgewählten Bereich beschränkt. Wenn das zuverlässig funktioniert, dürfte das für professionelle Workflows deutlich wichtiger sein als spektakuläre Komplett-Generierungen.
Gerade in Marketing, Produktfotografie oder Social Media muss ein Ergebnis schließlich nicht nur hübsch aussehen. Logos, Produkte, Gesichter und Markenfarben müssen exakt bleiben.
Der AI Assisted Editor wird eine eigene Arbeitsfläche
Adobe geht noch einen Schritt weiter und führt einen „AI Assisted Editor“ als Beta ein. Dabei handelt es sich um eine alternative Oberfläche innerhalb von Photoshop, die stärker auf natürliche Sprache und generative Werkzeuge ausgelegt ist.
Dort lassen sich Funktionen wie Hintergrund entfernen, Generative Expand, Generative Fill, Upscaling und verschiedene Bearbeitungen über Prompts anstoßen. Auch AI Markup gehört dazu.
Wichtig ist: Der klassische Photoshop-Workflow verschwindet dadurch nicht. Wer weiterhin mit Ebenen, Masken, Auswahlwerkzeugen und dem normalen Pro Editor arbeiten möchte, kann das tun. Adobe stellt die KI-Oberfläche eher als zusätzliche Option daneben.
Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich wichtig. Photoshop ist mächtig, weil man unglaublich präzise arbeiten kann. Wenn Adobe daraus einfach nur einen großen Prompt-Kasten machen würde, wäre das für viele Nutzer eher ein Rückschritt.
Auch der klassische Editor bekommt Prompt to Edit
Wer nicht in den neuen AI Assisted Editor wechseln möchte, bekommt „Prompt to Edit“ direkt in der Contextual Task Bar des normalen Editors. Damit lassen sich komplette Bildänderungen per natürlicher Sprache anstoßen.
Die Ergebnisse landen als generative Ebenen im Ebenenstapel. Das ist ein kleines Detail, aber ein gutes. Änderungen bleiben dadurch nachvollziehbar und zerstören nicht einfach das Originalbild.
Photoshop bleibt also zumindest in der Theorie das, was es immer war: ein nicht-destruktiver Werkzeugkasten. Die KI ist eine neue Ebene darin und nicht zwangsläufig der Ersatz für alles andere.
Neue Lichtkorrektur und Adobe Stock direkt in Photoshop
Neben den KI-Funktionen gibt es auch klassischere Neuerungen. Eine neue Light Adjustment Layer bringt unter anderem Belichtung, Kontrast, Highlights, Schatten, Weiß und Schwarz als nicht-destruktive Einstellungsebene direkt in den Photoshop-Workflow.
Wer häufig zwischen Photoshop und Camera Raw springt, dürfte das begrüßen. Außerdem integriert Adobe den Stock-Katalog stärker direkt in Photoshop. Laut Adobe stehen dort mehr als 900 Millionen Assets zur Suche und Vorschau bereit, ohne dass man ständig zwischen Browser und Anwendung wechseln muss.
Dynamic Text wird ebenfalls erweitert und kann sich künftig an eigene Formen und Pfade anpassen. Für Layouts, Poster und Social-Design ist das eine dieser kleinen Funktionen, die im Alltag schnell mehr Zeit sparen können als irgendeine große KI-Demo.
KI wird in Photoshop langsam zum normalen Werkzeug
Was mir an diesem Update gefällt: Adobe scheint langsam wegzukommen von der Phase, in der KI vor allem über beeindruckende „Schau mal, ich habe einen Elefanten in die Straße generiert“-Demos verkauft wurde.
Markup, Masken und generative Ebenen sind weniger spektakulär, aber viel näher an echter Arbeit. Es geht darum, schneller zu dem Ergebnis zu kommen, das man ohnehin im Kopf hat.
Genau dort wird KI in Kreativsoftware meiner Meinung nach wirklich nützlich. Nicht wenn sie die komplette Gestaltung übernimmt, sondern wenn sie lästige Zwischenschritte reduziert.
Natürlich bleibt die Qualität entscheidend. Wenn Markup nur in jeder zweiten Situation versteht, was gemeint ist, landet man wieder beim klassischen Freistellen und Maskieren. Aber die Richtung stimmt.
Für mich ist Markup wahrscheinlich die spannendste Neuerung des Pakets. Eine KI nicht nur mit Worten, sondern direkt visuell anweisen zu können, fühlt sich bei einem Programm wie Photoshop einfach logisch an.
Offizielle Presse- und Bildquelle: https://blog.adobe.com/en/publish/2026/08/27/new-photoshop-innovations-bring-you-more-choice-control-at-every-stage-of-your-creative-process
Plaud One: Diese KI-Earbuds wollen Gespräche nicht nur aufnehmen, sondern direkt verstehen
Plaud packt seine KI jetzt ins Ohr. Mit den Plaud One Explorer Edition bringt das Unternehmen neue Earbuds auf den Markt, die deutlich mehr können sollen als Musik abspielen und telefonieren. Die Idee: Gespräche aufnehmen, transkribieren, zusammenfassen und anschließend mit KI weiterverarbeiten – direkt aus einer Form, die sowieso längst selbstverständlich im Alltag angekommen ist.
Plaud kennt man bisher vor allem durch kleine KI-Recorder wie den Plaud Note. Mit den neuen Earbuds geht die Firma jetzt einen ziemlich logischen Schritt weiter. Statt noch ein zusätzliches Gerät in die Tasche zu stecken, soll die Aufnahmefunktion direkt in etwas landen, das viele Menschen ohnehin jeden Tag tragen.
Earbuds, Recorder und KI-Assistent in einem
Die Plaud One Explorer Edition besteht aus zwei Ohrhörern und einem ungewöhnlich gut ausgestatteten Ladecase. Jeder Earbud besitzt mehrere Mikrofone und kann Gespräche aus kurzer Distanz aufnehmen. Das Case selbst bringt ebenfalls Mikrofone mit und soll Gespräche aus mehreren Metern Entfernung erfassen können.
Interessant wird das Ganze vor allem deshalb, weil man die Earbuds nicht zwingend tragen muss. Für ein Meeting kann man beispielsweise einfach das Case auf den Tisch legen und darüber aufnehmen. Genau das macht das System flexibler als klassische Kopfhörer.
Plaud gibt für die Earbuds bis zu sechs Stunden kontinuierliche Aufnahmezeit an. Das Case soll deutlich länger durchhalten und insgesamt bis zu 36 Stunden Wiedergabe ermöglichen. Aufgeladen wird per USB-C.
4G direkt im Case
Der auffälligste Unterschied zu normalen Bluetooth-Earbuds sitzt im Case: Es besitzt eine eigene 4G-LTE-Verbindung mit eSIM. Dadurch kann Plaud One bestimmte Funktionen nutzen, ohne dauerhaft mit einem Smartphone oder WLAN verbunden zu sein.
Das ist ziemlich clever. Wer unterwegs eine Idee festhält oder ein Gespräch aufnimmt, ist nicht zwingend darauf angewiesen, dass das Smartphone gerade verbunden ist. Gerade für berufliche Nutzer, Journalisten, Vertrieb, Beratung oder Menschen, die viele Meetings haben, könnte das spannend sein.
Plaud positioniert das Produkt auch genau in diese Richtung. Es geht weniger um einen Lifestyle-Kopfhörer und mehr um ein tragbares Arbeitswerkzeug.
Die KI macht aus Audio direkt verwertbare Inhalte
Wie bei den bisherigen Plaud-Produkten liegt der eigentliche Mehrwert nicht nur in der Aufnahme. Plaud Intelligence übernimmt Transkription und Zusammenfassung und soll Informationen aus Gesprächen strukturieren.
Aus einem Meeting können so beispielsweise Aufgaben, Zusammenfassungen oder Notizen entstehen. Plaud bewirbt außerdem sogenannte Agent-Funktionen, über die aus Gesprächen weitere Aktionen angestoßen werden sollen.
Genau hier wird der Ansatz interessant. Ein normaler Recorder speichert eine Audiodatei. Plaud möchte, dass nach dem Gespräch möglichst wenig Nacharbeit übrig bleibt.
Wer schon einmal eine Stunde Meeting aufgenommen und danach versucht hat, aus der Datei die drei wirklich wichtigen Punkte herauszusuchen, versteht ziemlich schnell, warum solche Funktionen attraktiv sind.
Auch als normale Earbuds brauchbar
Plaud One ist trotzdem kein reines Aufnahmegerät. Die Earbuds unterstützen aktive Geräuschunterdrückung mit bis zu 40 dB, einen Transparenzmodus und LDAC für höherwertige Audioübertragung. Verbaut sind 12-mm-Treiber.
Mit ausgeschaltetem ANC sollen bis zu sechs Stunden Wiedergabe möglich sein, mit aktivierter Geräuschunterdrückung etwa viereinhalb Stunden. Multipoint und Apple Find My sollen ebenfalls unterstützt werden, wobei einige Funktionen laut Plaud erst mit späteren Firmware-Updates aktiviert werden.
Das Design erinnert bewusst eher an klassische Half-in-Ear-Kopfhörer als an ein typisches KI-Gadget. Genau das dürfte Absicht sein. Ein Gerät, das den ganzen Tag genutzt werden soll, darf nicht jedes Mal aussehen wie ein Prototyp aus einem Forschungslabor.
249,90 Euro und zunächst nur 2.000 Stück
Die Explorer Edition kostet in Deutschland 249,90 Euro. Laut Plaud ist die erste Serie weltweit auf 2.000 Einheiten begrenzt. Der Verkauf läuft als Vorbestellung beziehungsweise Wartelistenmodell, je nach Verfügbarkeit.
Im Lieferumfang ist ein Starter-Plan für Plaud Intelligence enthalten. Darüber hinaus verkauft Plaud kostenpflichtige Abos für zusätzliche beziehungsweise unbegrenzte Transkriptionsminuten. Das sollte man beim Preis unbedingt mitdenken.
Das eigentliche Geschäftsmodell ist also nicht nur Hardware. Wie bei vielen KI-Produkten hängt langfristig ein Teil des Nutzens an einem Software-Abo.
Datenschutz bleibt das große Thema
So praktisch die Idee ist, sie bringt natürlich auch Fragen mit sich. Earbuds, die jederzeit Gespräche aufnehmen können, sind datenschutzrechtlich deutlich sensibler als normale Kopfhörer.
In Deutschland darf man Gespräche nicht einfach heimlich mitschneiden. Wer Plaud One nutzt, muss also sehr bewusst damit umgehen und Beteiligte informieren. Das ist kein kleines Detail, sondern wahrscheinlich die wichtigste Regel rund um das Gerät.
Technisch kann Plaud noch so viele Sicherheitsstandards nennen: Die Verantwortung dafür, wann aufgenommen wird, bleibt am Ende beim Nutzer.
KI-Hardware wird endlich etwas konkreter
Viele sogenannte AI-Gadgets der letzten Jahre fühlten sich wie Lösungen auf der Suche nach einem Problem an. Plaud geht einen etwas anderen Weg. Aufzeichnen, transkribieren und Meetings zusammenfassen ist ein klarer Anwendungsfall, den Menschen schon heute nutzen.
Die Earbuds machen daraus einfach eine bequemere Form.
Ich finde das deutlich interessanter als den nächsten KI-Anhänger, den man sich extra um den Hals hängen soll. Kopfhörer tragen wir sowieso. Wenn die Software wirklich zuverlässig arbeitet, könnte genau das der entscheidende Unterschied sein.
Ob ich dafür dauerhaft ein weiteres Abo bezahlen möchte, ist eine andere Frage. Aber als Produktidee wirkt Plaud One erstaunlich schlüssig.
Offizielle Produkt- und Bildquelle: https://de.plaud.ai/products/plaud-one
Sonos läuft auf dem Mac jetzt nativ auf Apple Silicon
Sonos hat seiner Mac-App ein Update spendiert, das auf dem Papier ziemlich unspektakulär klingt, für Nutzer moderner Macs aber längst überfällig war: Die Sonos-App für macOS unterstützt Apple Silicon jetzt nativ und ist nicht mehr auf Rosetta angewiesen. Das bestätigt Sonos in den aktuellen Release Notes vom 25. August 2026.
Wer einen Mac mit M1, M2, M3, M4, M5 oder inzwischen M6 nutzt, kennt Rosetta wahrscheinlich eher als unsichtbaren Übersetzer im Hintergrund. Genau dafür ist Apples Kompatibilitätsschicht gedacht: ältere Intel-Programme laufen damit auch auf den neuen ARM-basierten Macs. In vielen Fällen merkt man davon kaum etwas. Trotzdem ist native Software auf Dauer immer die sauberere Lösung.
Sonos zieht bei Apple Silicon endlich nach
Apple hat den ersten M1-Mac bereits Ende 2020 vorgestellt. Seitdem hatten Entwickler ziemlich viel Zeit, ihre Programme auf Apple Silicon umzustellen. Viele große Apps waren entsprechend früh angepasst, andere brauchten länger. Sonos gehörte bei der Desktop-Anwendung eindeutig zur zweiten Gruppe.
Mit dem aktuellen Update ist das Thema nun erledigt. Die Sonos-App läuft direkt auf Apples eigener Prozessorarchitektur. Rosetta muss die Intel-Version also nicht mehr übersetzen. Das spart theoretisch etwas Overhead, reduziert Abhängigkeiten und macht die App zukunftssicherer.
Im Alltag sollte man allerdings keine Wunder erwarten. Wer gehofft hat, dass seine Sonos-Lautsprecher plötzlich doppelt so schnell reagieren, wird vermutlich enttäuscht. Der eigentliche Vorteil liegt eher darin, dass die Software technisch endlich dort angekommen ist, wo aktuelle Macs seit Jahren stehen.

Warum native Apps trotzdem wichtig sind
Rosetta 2 ist beeindruckend gut. Viele Intel-Programme laufen auf Apple-Silicon-Macs so unauffällig, dass Nutzer überhaupt nicht wissen, dass eine Übersetzungsschicht aktiv ist. Genau das ist gleichzeitig der Grund, warum manche Entwickler den Umstieg offenbar nicht besonders dringend fanden.
Langfristig möchte man sich auf so eine Zwischenlösung aber nicht verlassen. Apple hat das ursprüngliche Rosetta nach dem PowerPC-zu-Intel-Wechsel irgendwann ebenfalls eingestellt. Wann dasselbe mit Rosetta 2 passiert, wissen wir nicht. Klar ist nur: Apple wird die Kompatibilitätsschicht nicht für immer pflegen wollen.
Für Sonos ist die native Version deshalb weniger ein spektakuläres neues Feature als notwendige Wartungsarbeit. Und ehrlich gesagt finde ich genau solche Updates ziemlich sympathisch. Nicht jedes Software-Update braucht fünf neue KI-Funktionen, eine komplett neue Oberfläche und drei animierte Menüs. Manchmal reicht es vollkommen, wenn eine App technisch sauberer wird.
Sonos arbeitet weiter an seiner App
Die Sonos-App hat in den vergangenen Jahren bekanntlich eine etwas turbulente Geschichte hinter sich. Der große App-Neustart 2024 sorgte bei vielen Nutzern für Frust, weil Funktionen fehlten oder Systeme nicht zuverlässig reagierten. Seitdem arbeitet Sonos Schritt für Schritt daran, die Software wieder zu stabilisieren und Funktionen zurückzubringen.
Auch 2026 folgen regelmäßig kleinere und größere Verbesserungen. Im August hatte Sonos unter anderem die Live Activity auf iOS wieder stärker integriert, sodass sich die Wiedergabe vom Sperrbildschirm und über die Dynamic Island steuern lässt. Auf dem iPad wurde die Bedienung für größere Displays angepasst.
Dass nun auch die Mac-App modernisiert wird, passt in dieses Bild. Es ist kein Feature, das Sonos auf einer großen Bühne präsentieren muss, aber eines, das zeigt, dass die Desktop-Anwendung nicht einfach vergessen wurde.
Für Nutzer moderner Macs ändert sich vor allem unter der Haube etwas
Wer die Sonos-App regelmäßig am Mac nutzt, muss nichts Besonderes tun. Das Update wird wie gewohnt verteilt. Sonos weist darauf hin, dass neue Versionen und Funktionen über mehrere Tage ausgerollt werden können. Es kann also sein, dass die aktuelle Fassung nicht auf jedem System exakt gleichzeitig auftaucht.
Spannend dürfte das Update vor allem für Nutzer sein, die möglichst wenig Intel-Altlasten auf ihrem Mac haben möchten. Über die Aktivitätsanzeige beziehungsweise Systeminformationen lässt sich bei vielen Apps schnell erkennen, ob sie nativ oder über Rosetta laufen. Sonos sollte dort künftig als Apple-Silicon-Anwendung auftauchen.
Für mich ist das so ein typisches „endlich“-Update. Kein Grund, deswegen einen neuen Sonos-Lautsprecher zu kaufen und auch kein revolutionäres Feature. Aber wenn man heute mehrere Tausend Euro für einen modernen Mac ausgibt, ist es einfach gut, wenn die Programme darauf auch wirklich nativ laufen.
Und vielleicht ist das die angenehmste Art von Update: installieren, nichts neu lernen müssen und wissen, dass im Hintergrund ein Stück alte Technik verschwunden ist.
Offizielle Quelle und Bildquelle: https://support.sonos.com/en/article/release-notes-sonos-app-updates
adidas Terrex Freehiker SL Gore-Tex: Wanderschuh? Think again!
Es gibt Schuhe, die kauft man, weil man gerade welche braucht. Und dann gibt es Modelle, bei denen man schon beim ersten Bild weiß: Den will ich haben.
Beim adidas TERREX FREEHIKER SL GORE-TEX war es bei mir ziemlich eindeutig die zweite Kategorie. Ich habe ihn heute gekauft – und zwar nicht, weil plötzlich eine Alpenüberquerung ansteht, sondern weil TERREX für mich schon lange mehr ist als nur die Outdoor-Abteilung von adidas.
Meine Begeisterung für die Linie begann mit dem Skychaser GTX. Seitdem finde ich spannend, wie adidas technische Wanderschuhe entwickelt, die auf dem Trail funktionieren, aber auch im Alltag nicht wie klassische Hiking-Boots wirken.
Vom Skychaser zum FREEHIKER SL
Der Skychaser war für mich damals der Einstieg in die TERREX-Welt: stabil, wetterfest, griffig und deutlich dynamischer als viele traditionelle Wanderschuhe. Der FREEHIKER SL führt diese Idee in eine noch alltagstauglichere Richtung weiter.
Das „SL“ passt dabei ziemlich gut zum Charakter des Schuhs. Er wirkt schlanker und weniger massiv als andere Modelle aus der Freehiker-Familie. Trotzdem sieht er nicht aus wie ein normaler Sneaker, dem adidas nachträglich eine Outdoor-Sohle verpasst hat. Die technischen Details sind klar erkennbar, ohne das Design zu überladen.
Gerade die weiße Version trifft für mich den richtigen Punkt zwischen Outdoor und Streetwear. Sie wirkt modern und technisch, lässt sich aber problemlos zu Jeans, Cargo oder einer weiteren Stoffhose tragen. Mehr muss man über die Farbe eigentlich gar nicht sagen – der Schuh funktioniert am Fuß.
Ein Wanderschuh mit Sneaker-Gefühl
Das Interessante am FREEHIKER SL ist der Spagat zwischen Komfort und Funktion. adidas positioniert ihn sowohl für Wanderwege als auch für längere Strecken in der Stadt. Genau das merkt man beim ersten Anziehen.
Die DREAMSTRIKE-Zwischensohle fühlt sich angenehm weich an, bietet aber genug Stabilität, damit der Schuh nicht schwammig wirkt. Das ist wichtig, denn reine Weichheit ist auf unebenem Untergrund kein Vorteil. Der Fuß braucht Halt und die Dämpfung muss kontrolliert bleiben.
Mein erster Eindruck ist deshalb ziemlich eindeutig: Der FREEHIKER SL ist unglaublich bequem. Nicht nur bequem für einen Wanderschuh, sondern grundsätzlich komfortabel. Die Dämpfung nimmt Härte aus jedem Schritt, während der Fuß trotzdem sicher im Schuh sitzt. Gerade an langen Tagen ist das eine echte Wohltat für die Füße.
Die Technik ist sinnvoll gewählt
Beim Obermaterial setzt adidas auf Textil, je nach Ausführung ergänzt um widerstandsfähiges Ripstop und synthetische Verstärkungen. Dazu kommt eine Schnellschnürung, mit der sich der Schuh zügig und gleichmäßig fixieren lässt.
Die GORE-TEX-Membran schützt vor Nässe. Das ist nicht nur beim Wandern praktisch, sondern vor allem dann, wenn man den Schuh im Herbst und Winter täglich trägt. Regen, nasse Wege oder eine Pfütze verlieren damit einen großen Teil ihres Schreckens.
Unter dem Schuh sitzt eine Continental-Gummiaußensohle. Sie gehört für mich seit Jahren zu den überzeugendsten Argumenten für TERREX. Das Profil bietet deutlich mehr Reserven als eine normale Sneaker-Sohle und sorgt auf wechselndem Untergrund für zuverlässigen Grip.
adidas gibt für die aktuelle deutsche Herrenvariante ein Gewicht von 335 Gramm und eine Sprengung von 10 Millimetern an. Das ist leicht genug, damit der FREEHIKER SL im Alltag nicht unnötig schwer wirkt, und zugleich solide genug für einen Schuh mit echtem Outdoor-Anspruch.
Genau der richtige Spagat
Der FREEHIKER SL ist kein Lifestyle-Sneaker, der nur nach Outdoor aussieht. GORE-TEX, Continental-Sohle, DREAMSTRIKE-Dämpfung und das funktionale Obermaterial ergeben ein Paket, das auch abseits der Stadt ernst genommen werden kann.
Gleichzeitig muss man mit ihm nicht so aussehen, als wäre man auf dem Weg zum Eiger. Er passt zu einem normalen Alltags-Outfit und bietet dabei mehr Schutz, Halt und Traktion als die meisten klassischen Sneaker.
Genau diese Mischung macht TERREX für mich so interessant. Die Funktion ist nicht bloß Dekoration, bestimmt aber auch nicht komplett den Look.
Mein erster Eindruck
Ich habe den FREEHIKER SL GORE-TEX heute erst gekauft. Deshalb wäre es Quatsch, jetzt schon einen Langzeittest daraus zu machen. Über Haltbarkeit, Verhalten auf längeren Touren und Komfort nach vielen Kilometern kann ich erst später seriös urteilen.
Der erste Eindruck überzeugt mich aber. Der Schuh sitzt stabil, lässt sich mit der Schnellschnürung unkompliziert anpassen und fühlt sich vom ersten Schritt an bemerkenswert komfortabel an. Vor allem die Kombination aus weicher Dämpfung und sicherem Stand gefällt mir.
Für mich wirkt der FREEHIKER SL weniger wie ein klassischer Wanderschuh und mehr wie ein sehr bequemer, wetterfester Sneaker mit ernst zu nehmender Outdoor-Technik. Genau deshalb dürfte er bei mir wahrscheinlich deutlich mehr Zeit in der Stadt als auf dem Wanderweg verbringen.
TERREX bleibt für mich eine der spannendsten adidas-Linien
Seit meinem ersten Skychaser GTX hat sich bei TERREX einiges verändert. Die Modelle sind modischer und vielseitiger geworden, ohne ihre eigentliche Funktion zu verlieren.
Der FREEHIKER SL GORE-TEX ist dafür ein gutes Beispiel. Er versucht nicht, der extremste Wanderschuh im Sortiment zu sein. Stattdessen konzentriert er sich auf das, was viele Menschen tatsächlich brauchen: Komfort, Wetterschutz, Grip und ein Design, das auch im Alltag funktioniert.
Ob er meinen alten Skychaser irgendwann als persönlichen TERREX-Favoriten ablöst, muss sich noch zeigen. Beim Tragekomfort hat er sich auf Anhieb ziemlich weit nach vorne geschoben.
Samsung Galaxy S26 FE: Viel S26, weniger Flagship - und 50 Dollar teurer
Samsung hat das Galaxy S26 FE offiziell vorgestellt. Die FE-Reihe ist seit Jahren so etwas wie Samsungs Mittelweg für alle, die möglichst viel Galaxy-S-Feeling wollen, aber nicht den vollen Flagship-Preis bezahlen möchten. Beim neuen S26 FE bleibt dieses Prinzip erhalten, nur wird der Abstand nach oben langsam etwas komplizierter. In den USA startet das Smartphone bei 699,99 Dollar und damit rund 50 Dollar über dem Vorgänger. Dafür gibt es ein 6,7-Zoll-Display mit 120 Hz, einen Exynos-2500-Prozessor, eine Dreifachkamera, 4.900 mAh Akku und direkt Android 17 mit One UI 9.
6,7 Zoll und 120 Hz
Das Display misst 6,7 Zoll, löst in FHD+ auf und arbeitet mit bis zu 120 Hz. Samsung gibt eine maximale Helligkeit von 1.900 Nits an. Das ist ordentlich, auch wenn aktuelle Topmodelle inzwischen noch deutlich höhere Spitzenwerte erreichen.
Genau hier zeigt sich das typische FE-Konzept. Samsung spart nicht an den Dingen, die man im Alltag sofort bemerkt. Ein großes, schnelles OLED-Display gehört dazu. Bei Prozessor, Kameras und einigen Details liegt das Gerät dagegen unterhalb der regulären S26-Modelle.
Im Inneren steckt Samsungs Exynos 2500. Dazu kommen mindestens 8 GB RAM. Bei den Speichergrößen sind je nach Markt 128 und 256 GB vorgesehen, in Europa soll zusätzlich eine Variante mit 512 GB angeboten werden.
Drei Kameras und mehr Software-Tricks
Auf der Rückseite sitzt eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung. Ergänzt wird sie von einer 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und einem 8-Megapixel-Tele mit dreifachem optischen Zoom. Digital geht es bis 30-fach. Auf dem Papier klingt das nicht nach einer Revolution. Samsung versucht deshalb, vor allem über Software Mehrwert zu schaffen. Die ProVisual Engine aus den Galaxy-S-Modellen kommt erstmals auch in einem FE-Gerät zum Einsatz. Dazu gibt es Funktionen wie Horizon Lock für stabilere Videos, FanCam und diverse KI-Werkzeuge zur Bildbearbeitung.
Galaxy AI spielt erwartungsgemäß ebenfalls eine große Rolle. Samsung integriert unter anderem Googles Gemini-Funktionen und bewirbt Features zum Bearbeiten, Suchen und Organisieren von Inhalten. Das ist inzwischen fast schon Pflichtprogramm bei neuen Android-Smartphones.

4.900 mAh und schnelleres Laden
Der Akku besitzt eine Kapazität von 4.900 mAh. Kabelgebunden lädt das S26 FE mit bis zu 45 Watt. Laut Samsung sollen damit ungefähr 69 Prozent in 30 Minuten möglich sein. Kabellos sind 15 Watt drin. Das Gerät ist außerdem nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Damit fehlen im Alltag zumindest keine der typischen Komfortfunktionen, die man von einem Smartphone dieser Preisklasse erwartet.
Das eigentliche Problem ist der Preis
Spannend wird es bei 699,99 Dollar. Die FE-Serie war ursprünglich besonders attraktiv, weil sie viele Flagship-Funktionen deutlich günstiger angeboten hat. Je näher sich der Preis aber an reguläre Premium-Smartphones heranschiebt, desto schwieriger wird die Rechnung. Vor allem ältere Topmodelle werden schnell zum Konkurrenten. Ein Galaxy S25 oder ein anderes Premium-Smartphone aus dem Vorjahr kann im Angebot ähnlich viel kosten und teilweise die bessere Hardware bieten. Genau deshalb würde ich beim S26 FE nicht sofort zum Marktstart zuschlagen. Samsung-Smartphones sind bekannt dafür, relativ schnell in Aktionen, Bundles und Cashback-Angeboten aufzutauchen. Der offizielle Preis ist deshalb oft nur der Anfang. Sobald das S26 FE hundert Euro günstiger wird oder zusammen mit Buds, Watch oder Tarif angeboten wird, sieht die Sache schon wieder anders aus.
FE bleibt eine gute Idee
Grundsätzlich mag ich Samsungs FE-Konzept. Nicht jeder braucht das teuerste Ultra-Modell, und viele Nutzer wollen einfach ein gutes Display, vernünftige Kameras, lange Software-Unterstützung und die wichtigsten Funktionen der S-Serie. Das S26 FE scheint genau das zu liefern. Nur der Preis muss dazu passen. Für 700 Dollar beziehungsweise einen vermutlich ähnlich ambitionierten europäischen Preis ist die Konkurrenz groß. Ein paar Monate später könnte das Gerät dagegen einer der interessanteren Samsung-Deals werden. Wer also nicht unbedingt am ersten Tag ein neues Smartphone braucht, sollte vermutlich warten. Technisch sieht das S26 FE solide aus. Der spannendste Wert wird am Ende aber nicht die Displayhelligkeit oder die Anzahl der KI-Funktionen sein, sondern der tatsächliche Straßenpreis.
Offizielle Presse- und Bildquelle: https://news.samsung.com/
Nike Ja 4 „Halloween“: Ja Morants neuer Signature-Sneaker wird richtig schön düster
Halloween-Sneaker sind inzwischen fast eine eigene kleine Disziplin. Sobald der Herbst näher kommt, werden Sohlen plötzlich glow-in-the-dark, Obermaterialien bekommen Monster-Grafiken und selbst Performance-Basketballschuhe sehen aus, als wären sie direkt aus einem Horrorfilm gefallen. Nike macht da natürlich mit und schickt offenbar auch Ja Morants neuen Ja 4 in eine Halloween-Version.
Der Nike Ja 4 „Halloween“ ist noch nicht offiziell mit einem konkreten Releasetermin angekündigt, erste Bilder und Details zeigen aber ziemlich deutlich, wohin die Reise geht. Und subtil ist diesmal wirklich gar nichts.
Zerrissen, rot und natürlich mit Glow-Sohle
Das Upper des Ja 4 bekommt eine Struktur beziehungsweise Grafik, die an alten, zerrissenen Denim erinnert. Das Ganze wirkt, als hätte irgendein ziemlich schlecht gelauntes Monster den Schuh bearbeitet. Dazu kommen rote Details, darunter der geformte Swoosh und ein kleines Zahn-Element im Bereich der Schnürung.
Richtig Halloween wird es auf der Innensohle. Dort ist Ja Morant in einer zombifizierten, schreienden Version zu sehen. Und weil ein Halloween-Sneaker ohne leuchtende Außensohle offenbar gegen irgendein ungeschriebenes Sneaker-Gesetz verstoßen würde, gibt es natürlich auch eine Glow-in-the-dark-Outsole.
Das Ergebnis ist ziemlich wild, aber genau deshalb funktioniert es. Seasonal Colorways dürfen meiner Meinung nach ruhig übertreiben. Einen Halloween-Schuh in Schwarz mit einem winzigen orangefarbenen Logo braucht wirklich niemand.

Der Ja 4 ist noch ganz frisch
Interessant ist, dass der Ja 4 selbst erst Anfang August richtig vorgestellt wurde. Nike baut Ja Morants Signature-Linie damit sehr schnell weiter aus. Nach Ja 1, Ja 2 und Ja 3 hat sich die Serie inzwischen als feste Größe im Basketball-Portfolio etabliert.
Technisch setzt der Ja 4 unter anderem auf Cushlon 3.0 und eine sogenannte SPRPWR-Sockliner-Konstruktion. Das Ziel bleibt klar: ein schneller, reaktionsfreudiger Basketballschuh für explosive Bewegungen und Richtungswechsel.
Bei solchen Sonderfarben spielt die Performance aber fast eine Nebenrolle. Viele Paare landen schließlich eher im Sneaker-Regal oder im Alltag als auf dem Court. Gerade die Halloween-Ausgaben entwickeln oft eine eigene Fangemeinde.
Ja Morant und Halloween passen inzwischen zusammen
Nike hat das Thema bei Morants Signature-Schuhen schon mehrfach gespielt. 2023 erschien der Ja 1 „Zombie“, 2024 folgte der Ja 2 „Nightmare“ und 2025 gab es den Ja 3 „Spooky“. Der Ja 4 setzt diese kleine Tradition konsequent fort.
Ich mag solche wiederkehrenden Themen. Sie geben einer Signature-Linie etwas Persönlichkeit. Statt jedes Jahr einfach irgendeinen orange-schwarzen Schuh zu veröffentlichen, entsteht langsam eine kleine Reihe, bei der Fans schon darauf warten können, wie Nike das Halloween-Thema diesmal interpretiert.
Beim Ja 4 wirkt das Design bisher am aggressivsten. Vor allem die Kombination aus dem zerstört wirkenden Upper und den roten Elementen passt gut zur kantigeren Form des Schuhs.
Release vermutlich im Oktober
Ein offizielles Datum gibt es aktuell noch nicht. Erwartet wird der Nike Ja 4 „Halloween“ irgendwann im Oktober 2026, was natürlich ziemlich naheliegend wäre. Der Style Code wird mit IO7939-300 angegeben.
Preis und genaue Verfügbarkeit sind ebenfalls noch offen. Wahrscheinlich dürfte der Schuh über Nike beziehungsweise SNKRS und ausgewählte Basketball- und Sneaker-Händler erscheinen.
Wie immer bei frühen Bildern gilt: Bis Nike den Release selbst komplett bestätigt, können sich Details noch ändern. Die bisher aufgetauchte Version sieht aber schon ziemlich final aus.
Einer der besseren Halloween-Sneaker?
Für mich funktioniert der Ja 4 „Halloween“ vor allem deshalb, weil er sich nicht zu ernst nimmt. Ein leuchtender Basketballschuh mit Zombie-Insole und Monster-Optik muss kein minimalistisches Designobjekt sein. Er darf laut sein.
Ob ich ihn im Alltag tragen würde? Wahrscheinlich nicht jeden Tag. Aber genau dafür sind solche Releases auch nicht gedacht. Als Sammlerstück oder saisonaler Sneaker macht das Ding ziemlich viel Spaß.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch der offizielle Release. Wenn Nike den Ja 4 rechtzeitig im Oktober bringt, dürfte er einer der auffälligeren Basketball-Drops rund um Halloween werden.
Bildquelle: @theplug_off
Der Air Jordan 1 „Royal“ kommt zurück
Es gibt Sneaker, bei denen Jordan Brand eigentlich nicht viel erklären muss. Der Air Jordan 1 „Royal“ gehört definitiv dazu. Schwarz, Royal Blue, weißer Midsole-Streifen und eine Silhouette, die seit 1985 praktisch jeder Sneakerhead kennt. Jetzt steht der nächste Retro des Klassikers an. Nach verschiedenen Neuinterpretationen soll der „Royal“ am 10. Oktober 2026 wieder in die Regale kommen. Besonders interessant: Die neue Version orientiert sich wieder stärker am ursprünglichen Look und erscheint auf Basis des Air Jordan 1 High ’85.
Zurück zu Schwarz und Royal Blue
Der „Royal“ gehört neben „Chicago“, „Bred“ und „Black Toe“ zu den Colorways, die die Geschichte des Air Jordan 1 geprägt haben. Das Farbschema ist eigentlich simpel: schwarzes Leder bildet die Basis, kräftiges Royal Blue sitzt unter anderem an Toe Box, Swoosh und Fersenbereich. Genau diese Einfachheit macht den Schuh bis heute so gut. Es gibt keine wilde Collab-Geschichte, keine zehn verschiedenen Materialien und keine künstlich gealterte Farbpalette, die erst auf drei Seiten erklärt werden muss. Es ist einfach ein Air Jordan 1 in einer der besten OG-Farbkombinationen. In den vergangenen Jahren hat Jordan Brand viele Klassiker neu interpretiert. Mal mit Vintage-Mittelsohle, mal mit Wildleder, mal mit veränderten Proportionen. Das kann Spaß machen, aber irgendwann möchte man einen Klassiker eben auch wieder möglichst klassisch haben.
High ’85 macht den Unterschied
Die High-’85-Version des Air Jordan 1 versucht, Form und Proportionen des Originals aus den Achtzigern genauer zu treffen. Dazu gehören unter anderem ein anderer Shape, eine höhere Konstruktion und Details, die näher an frühen Paaren liegen sollen. Für normale Käufer klingt das vielleicht nach Sneaker-Nerd-Kram. Für Fans macht es aber einen Unterschied. Gerade beim Jordan 1 wird seit Jahren über Toe Box, Kragenhöhe, Leder und Form diskutiert. Je näher ein Retro an die alten Paare kommt, desto interessanter wird er für Sammler. Der neue „Royal“ dürfte deshalb deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als manche der zahllosen neuen AJ1-Farbvarianten, die in den vergangenen Jahren erschienen sind.
Der Jordan 1 hatte schon bessere Zeiten
Man muss trotzdem sagen: Der Hype um den Air Jordan 1 ist nicht mehr auf dem Niveau von 2020 oder 2021. Damals war gefühlt jeder halbwegs interessante Colorway sofort ausverkauft und Resell-Preise schossen nach oben. Inzwischen ist der Markt entspannter geworden. Das finde ich ehrlich gesagt gar nicht schlecht. Sneaker sollten wieder etwas häufiger gekauft werden, weil man sie tragen möchte, und nicht weil irgendeine App einem erzählt, dass der Wiederverkaufswert steigen könnte. Für Jordan Brand bedeutet das allerdings, dass selbst OG-Farben nicht automatisch dieselbe Hysterie erzeugen wie vor einigen Jahren. Ein „Royal“ hat aber einen Vorteil: Er braucht keinen kurzfristigen Trend. Der Colorway ist seit Jahrzehnten relevant.
Release am 10. Oktober 2026
Aktuell wird der 10. Oktober 2026 als Releasetermin genannt. Der Style Code lautet IQ5495-005. Wie breit die Verfügbarkeit in Deutschland ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Zu erwarten sind Nike SNKRS sowie ausgewählte Jordan-Brand-Händler. Bei einem OG-nahen Jordan 1 würde ich außerdem damit rechnen, dass die Nachfrage deutlich höher ist als bei vielen aktuellen General Releases. Ob daraus wieder ein schwieriger Release wird, hängt am Ende stark von den Stückzahlen ab.
Ein Retro, der Sinn ergibt
Jordan Brand bringt sehr viele Retros zurück. Manchmal hat man das Gefühl, dass zwischen zwei Neuauflagen kaum genug Zeit liegt, um den letzten Release überhaupt einzulaufen. Beim „Royal“ kann ich mit einer erneuten Veröffentlichung trotzdem gut leben. Der Schuh ist ein Klassiker, und eine High-’85-Version ist für Fans deutlich interessanter als die nächste experimentelle Abwandlung. Wer bisher keinen „Royal“ besitzt oder sein altes Paar aus 2017 inzwischen komplett heruntergetragen hat, bekommt im Oktober eine neue Chance. Und vielleicht ist genau die etwas ruhigere Sneaker-Zeit perfekt dafür. Weniger Resell-Wahnsinn, weniger künstliche Verknappung und hoffentlich mehr Paare an den Füßen. So darf ein Jordan-Retro gerne laufen.
Offizielle Produkt- und Bildquelle: https://www.nike.com/jordan
Air Jordan 41: Jordan Brand schaut nach 40 Jahren endlich wieder konsequent nach vorne
40 Modelle lang kann man irgendwann anfangen, sich selbst zu zitieren. Genau das hat Jordan Brand beim Air Jordan 40 auch bewusst gemacht: Der Jubiläumsschuh griff Details und DNA aus der langen Geschichte der Signature-Reihe auf. Beim neuen Air Jordan 41 soll damit Schluss sein. Statt Nostalgie steht wieder Zukunft auf dem Plan. Jordan Brand hat den AJ41 jetzt offiziell vorgestellt. Der neue Performance-Basketballschuh bringt unter anderem ein 3D-gedrucktes NanoPrint-Upper, eine durchgehende ZoomX-Mittelsohle, Air Zoom Strobel, eine Carbonplatte im Mittelfuß und zusätzliche Zoom-Air-Dämpfung in der Ferse mit. Das klingt nach einer ziemlich vollgepackten Tech-Liste. Und genau das soll der Jordan 41 offenbar sein: kein Lifestyle-Retro, sondern zuerst einmal ein moderner Basketballschuh.
NanoPrint statt klassischem Leder
Der auffälligste technische Schritt steckt im Upper. Jordan Brand setzt beim Air Jordan 41 auf eine neue 3D-gedruckte NanoPrint-Technologie. Im Vergleich zum eher lederorientierten Air Jordan 40 soll das Material leichter und flexibler sein, ohne beim Halt große Kompromisse zu machen. Das passt zum grundsätzlichen Kurs moderner Basketballschuhe. Weniger schweres Leder, mehr technisch aufgebaute Textilien und gedruckte Strukturen. Performance steht über Nostalgie. Optisch wird das natürlich nicht jedem gefallen. Wer bei Air Jordan sofort an AJ1, AJ3, AJ4 oder AJ11 denkt, erwartet vielleicht eine deutlich ikonischere Lifestyle-Silhouette. Der 41er möchte aber gar nicht so tun, als wäre 1996 noch einmal zurück.
ZoomX plus Air Zoom plus Carbon
Unter dem Fuß fährt Jordan Brand ziemlich groß auf. Die Mittelsohle nutzt ZoomX über die volle Länge. Dazu kommt eine Air Zoom Strobel Unit, eine Carbonfaserplatte im Mittelfuß und ein zusätzliches Zoom-Air-Element im Fersenbereich. Die Kombination soll vor allem Reaktionsfreude, Stabilität und einen aktiveren Stand auf dem Vorderfuß ermöglichen. Basketballschuhe müssen heute extrem unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen: weich genug für harte Landungen, schnell genug für explosive Antritte und stabil genug für aggressive Richtungswechsel. Der AJ41 wirkt deshalb eher wie ein technisches Werkzeug als wie ein Sneaker, dessen wichtigste Aufgabe ein schönes Outfit auf Instagram ist. Das finde ich bei der Hauptlinie ehrlich gesagt ziemlich gut. Für Retro und Lifestyle besitzt Jordan Brand schließlich mehr als genug andere Modelle.
Die Colorways orientieren sich an Edelsteinen
Beim Design der kommenden Farbvarianten greift Jordan Brand auf Edelsteine und Mineralien zurück. Genannt werden unter anderem Rubin, Quarz, Tigerauge, Amethyst, Jade, Meteorit, Pink Diamond und Opal. Das bietet natürlich reichlich Spielraum für Farben, transparente Materialien und schimmernde Oberflächen. Gerade bei einem technisch modernen Schuh kann so eine Serie ziemlich gut funktionieren. Statt jeden Colorway mit Michael-Jordan-Nostalgie aufzuladen, bekommt der AJ41 damit eine eigene visuelle Sprache. Das ist nach vier Jahrzehnten wahrscheinlich genau der richtige Schritt.
Michael Jordan ist trotzdem noch beteiligt
Auch wenn der Schuh offensichtlich nicht mehr für Michael Jordan als aktiven Spieler entwickelt wird, ist MJ weiterhin Teil des Prozesses. Laut Jordan Brand dient er unter anderem als eine Art Kontrollinstanz dafür, ob das Team Innovation wirklich weit genug treibt. Das ist ein interessanter Spagat. Die Marke lebt wie kaum eine andere von ihrer Geschichte, darf aber nicht dauerhaft nur Vergangenheit verkaufen. Beim Air Jordan 41 scheint man genau diese Grenze bewusst zu ziehen.
Start zunächst in China
Der Air Jordan 41 soll am 28. August zunächst in limitierter Stückzahl in China erscheinen. Ein globaler Releasetermin wird später bekannt gegeben. Der US-Retailpreis liegt bei 205 Dollar und damit auf dem Niveau des Air Jordan 40. Für Europa fehlen aktuell noch die endgültigen Angaben zu Termin und Preis. Verkauft werden soll der Schuh über Jordan beziehungsweise Nike und ausgewählte Jordan-Brand-Händler.
Vielleicht genau der richtige Moment für einen Neustart
Ich finde den Ansatz ziemlich erfrischend. Jordan Brand könnte problemlos noch Jahrzehnte davon leben, alte Farbvarianten neu aufzulegen und die Vergangenheit immer wieder neu zu erzählen. Wirtschaftlich funktioniert das schließlich hervorragend. Aber die nummerierte Air-Jordan-Serie sollte meiner Meinung nach immer auch zeigen, was technisch gerade möglich ist. Der AJ41 wirkt wieder stärker wie ein Performance-Projekt und weniger wie ein Jubiläumsstück.
Ob daraus irgendwann ein Klassiker wird, kann heute niemand wissen. Das wusste 1989 beim Air Jordan 4 vermutlich auch niemand. Entscheidend ist erstmal, dass Jordan Brand versucht, einen eigenen neuen Schritt zu machen. Nach 40 Jahren Rückblick darf Nummer 41 ruhig wieder nach vorne schauen.
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Microduck: Dieser 399-Dollar-KI-Roboter ist eine kleine Ente mit erstaunlich viel Technik
Roboter müssen offenbar nicht immer aussehen wie Menschen. Hugging Face und Pollen Robotics zeigen mit dem Microduck gerade ziemlich charmant, dass ein kleiner watschelnder Vogel vielleicht sogar der sympathischere Weg ist. Der neue Open-Source-Roboter ist rund 25 Zentimeter groß, wiegt weniger als 800 Gramm und kann ab sofort für 399 Dollar vorbestellt werden.
Das klingt zunächst nach einem ziemlich teuren Spielzeug. Microduck richtet sich aber vor allem an Entwickler, Robotik-Fans und Menschen, die mit KI und Reinforcement Learning experimentieren möchten. Und ganz nebenbei sieht das Ding eben aus wie eine kleine Roboterente.
15 Motoren in einer 25 Zentimeter großen Ente
Im Microduck stecken insgesamt 15 Motoren. Sie bewegen Beine, Kopf, Hals und den kleinen Schnabel. Dadurch kann der Roboter laufen, sitzen, in die Hocke gehen und sich nach vielen typischen Stürzen selbst wieder aufrichten. Laut Hersteller kann er sogar Rollschuh fahren.
Dazu kommen eine Kamera, ein kleiner LiDAR-Sensor und zwei IMUs zur Erfassung von Bewegung und Lage. Der bewegliche Schnabel ist nicht nur Deko: Microduck kann damit kleine Gegenstände aufnehmen.
Das Konzept erinnert ein bisschen an die Roboterhunde, die seit Jahren durch Tech-Demos laufen, nur in deutlich kleiner, günstiger und weniger einschüchternd. Genau das ist Absicht. Wenn ein großer humanoider Roboter beim Training ständig umfällt, kann das teuer und gefährlich werden. Bei einer 800-Gramm-Ente hält sich das Drama in Grenzen.

Open Source statt abgeschottetem Gadget
Der eigentlich interessante Punkt ist die Software. Hugging Face und Pollen Robotics stellen den Software-Stack offen zur Verfügung. Es gibt ein SDK, die Roboter-Software und Werkzeuge für Reinforcement Learning. Entwickler können also eigene Bewegungen, Experimente und Verhaltensweisen programmieren.
Einige Dinge funktionieren schon direkt nach dem Auspacken. Microduck lässt sich beispielsweise per Gamepad steuern oder kann einem Laserpunkt folgen. Vorgefertigte Bewegungsmuster sorgen dafür, dass er auf seine Umgebung reagieren kann, ohne dass man zuerst wochenlang Code schreiben muss.
Damit liegt der Roboter irgendwo zwischen Lernplattform, Entwickler-Kit und absurd niedlichem Desktop-Gadget. Gerade diese Mischung könnte funktionieren. Robotik ist ein Bereich, der für Einsteiger schnell teuer und kompliziert wird. Ein fertiges System für 399 Dollar ist zwar kein Impulskauf, aber verglichen mit vielen professionellen Robotik-Plattformen erstaunlich zugänglich.
Keine sprechende KI-Assistentin
Wer jetzt auf eine Art ChatGPT-Ente hofft, die durch die Wohnung läuft und Fragen beantwortet, bekommt zunächst etwas anderes. Microduck soll bewusst nicht wie ein klassischer Sprachassistent auftreten. Er besitzt zwar Mikrofon und Lautsprecher, kommuniziert aber über Geräusche.
Nach der Einrichtung bekommt jeder Roboter sogar eine dauerhafte eigene „Audio-Identität“. Die Entwickler wollen offenbar eher das Gefühl eines kleinen digitalen Wesens erzeugen als das eines Alexa-Lautsprechers auf Beinen.
Ich mag diesen Ansatz. Gerade bei Consumer-Robotern versucht die Branche seit Jahren, Maschinen möglichst menschlich wirken zu lassen. Vielleicht muss ein Roboter aber gar kein künstlicher Mensch sein. Eine Ente, die watschelt, Dinge aufhebt und beim Umfallen wieder aufsteht, hat wahrscheinlich schon genug Persönlichkeit.
Eine Stunde Akku und vier Farben
Technisch ist Microduck erwartungsgemäß kein Hochleistungscomputer. An Bord sind 32 GB Speicher und 1 GB RAM. WLAN und Bluetooth sind ebenfalls dabei. Der 2.600-mAh-Akku soll ungefähr eine Stunde Dauerbetrieb ermöglichen.
Zum Start gibt es vier Farbvarianten: Cream, Graphite, Lavender und Sky. Die ersten Geräte sollen in den USA noch vor Weihnachten verschickt werden. Wie schnell und zu welchem Preis Microduck offiziell nach Europa kommt, ist noch offen.
Robotik wird langsam zum Hobby
Das Spannende an Microduck ist für mich weniger die einzelne Ente als das, was dahintersteht. KI-Software ist in den vergangenen Jahren extrem zugänglich geworden. Lokale Sprachmodelle kann man inzwischen auf normalen Rechnern ausprobieren. Der nächste Schritt könnte sein, dass auch Robotik aus Universitätslaboren und Industriehallen langsam auf den Schreibtisch wandert.
Wenn offene Hardware, günstige Sensoren und Open-Source-KI zusammenkommen, entsteht eine ganz neue Bastler-Szene. Raspberry Pi hat etwas Ähnliches beim Computing geschafft. Vielleicht werden kleine Roboter irgendwann genauso selbstverständlich für Experimente genutzt.
Und wenn dieser Weg mit einer 25 Zentimeter großen Ente beginnt, die Fußball spielen und Rollschuh fahren kann, bin ich ehrlich gesagt völlig fein damit.
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Vier Mac Studios als KI-Superrechner: Apple macht Thunderbolt 5 plötzlich richtig spannend
Der neue Mac Studio ist ohnehin ein ziemlich absurdes Stück Hardware. Mit M5 Max oder M5 Ultra, enorm viel gemeinsamem Arbeitsspeicher und reichlich Rechenleistung richtet sich der kleine Aluminiumkasten längst nicht mehr nur an Video-Editoren und Musikstudios. Apple positioniert ihn zunehmend als Maschine für lokale KI. Und genau da wird eine Funktion interessant, die auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt: Mehrere Mac Studios lassen sich über Thunderbolt 5 zu einem Verbund zusammenschalten. Vier Geräte sollen bei bestimmten KI-Workloads laut Apple bis zu dreimal schneller arbeiten als ein einzelner Mac Studio. Das ist kein Feature, das der normale Mac-Nutzer morgen auf seinem Schreibtisch braucht. Es zeigt aber ziemlich deutlich, wohin Apple mit seinen Desktop-Rechnern will.

Thunderbolt 5 wird mehr als nur ein schneller Anschluss
Thunderbolt kennen die meisten als Anschluss für Displays, SSDs, Docks oder Capture-Hardware. Beim neuen Mac Studio kommt noch eine andere Ebene dazu. Über Thunderbolt 5 und RDMA können mehrere Rechner Daten untereinander austauschen, ohne dass die CPU jeden einzelnen Transfer aufwendig verwalten muss.
RDMA steht für Remote Direct Memory Access. Vereinfacht gesagt können die Systeme deutlich direkter auf Daten zugreifen, die zwischen den beteiligten Rechnern verschoben werden. Gerade bei großen KI-Modellen ist das interessant, weil dort nicht nur rohe Rechenleistung zählt. Speicher und die Geschwindigkeit, mit der riesige Datenmengen bewegt werden können, sind mindestens genauso wichtig. Apple demonstriert einen Verbund aus vier Mac Studios. Statt einen gigantischen einzelnen Rechner zu bauen, kann man mehrere kompakte Systeme miteinander koppeln und einen großen KI-Job verteilen.
Bis zu 512 GB Unified Memory pro Mac Studio
Richtig interessant wird das Ganze zusammen mit der Speicherausstattung des neuen Mac Studio. Das Spitzenmodell mit M5 Ultra lässt sich mit bis zu 512 GB Unified Memory konfigurieren. Das ist eine Größenordnung, die man bei einem Desktop-Rechner dieser Größe vor wenigen Jahren kaum ernsthaft erwartet hätte. Unified Memory ist gerade für lokale KI ein Vorteil, weil CPU und GPU auf denselben Speicherpool zugreifen können. Große Sprachmodelle benötigen teilweise enorme Mengen an Speicher. Während bei klassischen PCs der Grafikspeicher schnell zum Flaschenhals wird, kann ein entsprechend ausgestatteter Mac Studio hier deutlich größere Modelle lokal halten.
Vier solcher Rechner ergeben natürlich keine magischen zwei Terabyte gemeinsamen Arbeitsspeicher, den jede Anwendung automatisch wie einen einzigen Pool behandelt. Die Möglichkeit, Workloads über mehrere Systeme zu verteilen, eröffnet Entwicklern aber trotzdem ziemlich spannende Szenarien.
Apple entdeckt lokale KI als Verkaufsargument
Interessant ist, wie offensiv Apple seine neuen Macs inzwischen mit lokalen KI-Anwendungen verbindet. Noch vor ein paar Jahren wären beim Mac Studio vor allem Final Cut, Logic, 3D-Rendering und professionelle Fotobearbeitung genannt worden. Diese Dinge spielen weiterhin eine Rolle, aber KI ist inzwischen ganz vorne dabei. Das passt auch zum neuen Mac mini mit M6, über den wir bereits berichtet haben: https://hypesrus.com/mac-mini-m6-apple-ki/
Der kleine Mac wird ebenfalls deutlich stärker in Richtung lokale KI positioniert. Beim Mac Studio wird aus dieser Idee nun die professionelle Variante. Wer Modelle lokal betreiben, sensible Daten nicht in eine Cloud schicken oder eigene KI-Anwendungen entwickeln möchte, bekommt eine Plattform, die vergleichsweise kompakt und energieeffizient ist.
Billig ist der Spaß natürlich nicht
Man sollte bei all der Begeisterung allerdings nicht vergessen, was vier voll ausgestattete Mac Studios kosten. Schon das M5-Ultra-Modell startet in Deutschland bei mehreren Tausend Euro, und große RAM- und SSD-Konfigurationen treiben den Preis massiv nach oben. Ein Vierer-Cluster ist also eher etwas für Forschung, Unternehmen, Studios oder Entwicklerteams als für das Homelab unter dem Schreibtisch. Trotzdem finde ich die Entwicklung spannend. Vor allem, weil Apple damit eine Alternative zu klassischen GPU-Servern schafft. Nvidia dominiert den KI-Markt weiterhin deutlich, aber nicht jeder braucht ein Rechenzentrum voller Hochleistungs-GPUs. Für bestimmte lokale Workflows kann ein Cluster aus Macs durchaus attraktiv sein.
Der Mac Studio wird zum modularen Pro-Mac
Nach dem Ende beziehungsweise der zunehmenden Bedeutungslosigkeit des klassischen Mac Pro war lange die Frage, wie Apple professionelle Nutzer bedienen will, die mehr als einen einzelnen Rechner benötigen. Die Antwort scheint immer stärker zu lauten: mehrere kompakte Macs statt eines riesigen Towers. Das ist irgendwie typisch Apple. Statt Erweiterungskarten und einem gewaltigen Gehäuse setzt man auf kleine, geschlossene Systeme und verbindet sie extern. Ob das für jeden professionellen Workflow die bessere Lösung ist, darf man diskutieren. Technisch ist es aber ziemlich elegant.
Für mich ist vor allem interessant, dass Thunderbolt damit eine neue Rolle bekommt. Der Anschluss ist plötzlich nicht mehr nur die Stelle, an der die schnelle SSD hängt, sondern kann Teil einer kleinen lokalen Compute-Infrastruktur werden. Und genau solche Funktionen machen die neuen Desktop-Macs spannender als ein simples jährliches Chip-Upgrade.
Offizielle Presse- und Bildquelle: https://www.apple.com/newsroom/







