Lankeleisi KETT-8: Dieses E-Bike ist halb Citybike, halb SUV und irgendwie ziemlich interessant

Es gibt Fahrräder, bei denen man nach drei Sekunden weiß, in welche Schublade sie gehören. Rennrad? Klar. Gravelbike? Ebenfalls. Beim Lankeleisi KETT-8 ist das deutlich schwieriger. Das Ding sieht aus, als hätte jemand ein bequemes Citybike, ein SUV-E-Bike und ein kleines Alltags-Lastentier zusammengeworfen und anschließend gesagt: passt schon, bauen wir so.

LANKELEISI KETT-8Genau das macht es aber interessant. Das KETT-8 richtet sich nicht an Leute, die ihr Rad nach möglichst wenig Gewicht auswählen oder jedes Gramm am Flaschenhalter diskutieren. Es will komfortabel sein, robust wirken und im Alltag möglichst viele Situationen abdecken.

Bequem statt sportlich

Der tiefe Einstieg, der Gepäckträger und die entspannte Sitzposition schreien ziemlich eindeutig Alltag. Gleichzeitig stehen da breite 26-Zoll-Reifen, Vollfederung und eine deutlich massivere Bauweise, als man sie von einem typischen Citybike kennt. Dadurch wirkt das KETT-8 fast wie ein kleines SUV auf zwei Rädern. Das ist natürlich kein Zufall. Viele E-Bike-Käufer wollen heute eben nicht mehr nur ein klassisches Trekkingrad, sondern ein Rad, das bequem über schlechte Radwege rollt, Kopfsteinpflaster wegsteckt und auch mal einen Feldweg mitnimmt, ohne direkt nach Abenteuerurlaub auszusehen. Genau dort setzt das KETT-8 an. Es will nicht besonders elegant oder minimalistisch sein. Es will funktionieren.

Warum solche Räder gerade so gut funktionieren

Ich glaube, der Erfolg solcher Modelle hat viel damit zu tun, dass E-Bikes inzwischen nicht mehr nur als Sportgerät oder Seniorenrad gesehen werden. Für viele Menschen ersetzt ein E-Bike inzwischen kurze Autofahrten. Einkaufen, zur Arbeit, Freunde besuchen, kleine Touren am Wochenende – genau dafür braucht man nicht zwangsläufig ein ultraleichtes High-End-Bike. Ein stabiler Gepäckträger, breite Reifen, Federung und ein Motor sind im Alltag oft mehr wert als ein paar Kilo weniger Gewicht. Gerade wenn man nicht jedes Schlagloch umfahren möchte, merkt man schnell, warum komfortorientierte E-Bikes so beliebt sind. Natürlich hat die massive Bauweise auch Nachteile. So ein Rad trägt man nicht mal eben entspannt in den dritten Stock. Wer oft Zug fährt oder sein Bike regelmäßig auf einen Fahrradträger hebt, wird sich über jedes zusätzliche Kilo ärgern. Aber wer es überwiegend fährt und nicht trägt, sieht die Sache wahrscheinlich entspannter.

Kein Bike für Puristen

Das KETT-8 ist ganz klar kein Fahrrad für Menschen, die Radfahren möglichst puristisch sehen. Es ist groß, schwer und technisch ziemlich vollgepackt. Genau das könnte für andere Nutzer aber der Reiz sein. Die Kombination aus tiefem Einstieg und robuster Optik wirkt ein bisschen ungewöhnlich, ist im Alltag aber ziemlich logisch. Ein tiefer Rahmen macht Auf- und Absteigen leichter, während breite Reifen und Federung für Komfort sorgen. Wer Taschen, Einkäufe oder anderes Zeug transportiert, dürfte den Gepäckträger ebenfalls schnell zu schätzen wissen. Ich finde solche Konzepte inzwischen ehrlicherweise spannender als den hundertsten Versuch, ein E-Bike möglichst futuristisch aussehen zu lassen. Ein Fahrrad darf ruhig einfach praktisch sein.

Der eigentliche Punkt ist Vielseitigkeit

Man sollte das KETT-8 nicht mit einem echten Mountainbike verwechseln. Breite Reifen und Federung machen aus einem Alltagsrad noch lange kein Trail-Bike. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch. Die Stärke liegt eher darin, dass man nicht ständig darüber nachdenken muss, ob der Weg jetzt noch zum Rad passt. Asphalt, schlechter Radweg, Schotter, Feldweg – genau diese Mischung begegnet vielen Menschen im Alltag sowieso ständig. Und da wirkt das KETT-8 ziemlich schlüssig. Es versucht gar nicht erst, in einer Disziplin perfekt zu sein, sondern möchte möglichst viele Dinge ordentlich können.

Für mich ist das am Ende auch die spannendste Seite an dem Rad. Es ist kein E-Bike, das man wegen einer einzelnen technischen Zahl kauft. Es ist eher so ein Modell, bei dem man nach ein paar Tagen merkt, dass man es ständig nimmt, weil es bequem und unkompliziert ist. Genau das ist bei einem Alltagsrad wahrscheinlich wichtiger als irgendein Datenblatt-Rekord.

Offizielle Produkt- und Bildquelle: https://lankeleisi.com/

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