Tough Mudder x hypesRus.com – Trainingstipps vom Profi

Unser Trainer nennt uns Tipps & Tricks um den Tough Mudder Süddeutschland zu überstehen.

Tough_Mudder_4

Wie Ihr sicher mitbekommen habt, werden wir auch dieses Jahr wieder beim Tough Mudder in Süddeutschland starten. Damit wir diesmal aber richtig vorbereitet den Kampf gegen Schlamm, Matsch und Nässe antreten, haben wir uns vorab mit einem Profi zusammengesetzt. Er gibt uns und Euch Tipps für den ultimativen Härtetest.

Unser Trainer ist Tom, Dipl. Sportwissenschaftler aus München, welcher sich hauptberuflich den Schwerpunkten Leistungsdiagnostik, Trainingsplanung und Trainingssteuerung widmet. Ich persönliche trainiere mit Tom nun seit knapp 1,5 Jahren. Wenn er mich nicht gerade im Fitnessstudio quält (und meine wirklich quält), dann nimmt er sich die Zeit um Euch Tipps und Tricks für den Tough Mudder zu verraten:

Fangen wir mal allgemein bei den sog. Obstacle Runs an. Was hälst du allgemein von solchen Events?

Alle Events, die Leute animieren sich mehr zu bewegen oder sportlich aktiv zu werden, möchte ich als eine sehr positive Erscheinung bewerten. Die Obstacle Runs sind fordernd in verschiedenen Bereichen: Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer, Geschicklichkeit / Koordination – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Für den Einen oder Anderen gehört auch eine Portion Mut dazu, die einzelnen Hindernisse anzugehen und zu überwinden. Aufgrund dessen, dass diese Runs unterschiedliche Anforderungen an den Körper stellen und sehr vielseitig sind, finde ich sie wirklich gut.

Wie kannst du dir persönlich den Hype erklären, der gerade in den letzten 1-2 Jahren in Europa, aber auch vor allem hier in Deutschland um diese Läufe entstanden ist?

Ich denke, dass der hohe Aufforderungscharakter dieser Events hier eine große Rolle spielt. Für viele Athleten besteht auch der Reiz darin, die körperlichen Grenzen auf eine „spielerische“ Art und Weise auszuloten.

Viele Interessenten lassen sich entweder von der Distanz (>18km) oder den Wasser-/Schlammhindernissen bereits im Vorfeld abschrecken. Aber was würdest du sagen – kann jeder solch einen Lauf schaffen?

Ich denke schon, dass grundsätzlich kann jeder den Lauf schaffen. Auf die leichte Schulter sollte man ihn trotzdem nicht nehmen, da der Umfang eines solchen Laufs die Feierabend-Jogging-Runde eines manchen deutlich übertrifft. Daher ist eine zielgerichtete Vorbereitung dringend zu empfehlen. Wer seinen Gesundheitsstand nicht genau kennt, sollte sich auch im Vorhinein einmal vom Arzt durchchecken lassen.

Tough_Mudder_2

Nehmen wir mal an ich würde 2 mal die Woche Laufen gehen und sonst ein relativ „normales“ Leben führen. Wie lange müsste ich mich vorbereiten um den Tough Mudder zu schaffen?

Pauschale Antworten sind hier schwierig, da ja nicht jeder das gleiche Fitnesslevel hat und das gleiche „normale“ Leben führt, wie du es nett formuliert hast. Ein absoluter „Starter“ sollte mit Sicherheit ein halbes Jahr Vorbereitung einplanen, um den Umfang von >18 km mit Hindernissen zu schaffen. Wenn ihr euch selbst nicht einschätzen könnt, nehmt euch für ein paar Stunden einen guten Trainer zur Seite, der mit euch die Trainingsausrichtung bespricht. Das Geld ist mit Sicherheit gut investiert! Für alle Anderen, je früher ihr mit dem Training auf das Event anfangt, desto mehr Spaß und Luft werdet ihr beim Run haben!

Worauf würdest du im Training besonders wert legen – und warum?

Wie oben schon einmal erwähnt sind die Obstacle Runs vielschichtig und in verschiedenen Bereichen fordernd, daher empfehle ich euch möglichst vielseitig zu trainieren und nicht nur Laufen zu gehen. Schaut euch im Vorhinein auf der Tough Mudder Homepage mal die Hindernisse an, dann seht ihr, was euch ungefähr erwartet. Der vielseitige Athlet ist hier ganz klar im Vorteil!

Als kleiner Tipp, sucht euch in eurer Umgebung sogenannte Trimm-Dich-Pfade und seid selbst kreativ die unterschiedlichen Hindernisse/Übungen dort zu bewältigen. Diese Pfade sind immer auch ein Mix aus Laufen, Kraft und Geschicklichkeit und daher als Vorbereitung ideal geeignet.

Tough_Mudder_5

Würdest du Frauen und Männern unterschiedliche Trainingspläne empfehlen oder sind die Anforderungen beim Tough Mudder im Endeffekt für alle gleich?

Grundsätzlich sind die Hindernisse für alle gleich. Die Männer tun sich an manchen Stellen, wo etwas mehr Kraft gefragt ist, eventuell etwas leichter. Frauen kompensieren dies auf der anderen Seite oft mit etwas mehr Geschicklichkeit. Ansonsten sollte auch für jeden, egal ob Mann oder Frau, eine helfende Hand an den Hindernissen bereitstehen.

Wenige Wochen vor dem Event steigt natürlich die Anspannung. Welche Tipps hast du für Teilnehmer, die gerade in dieser Phase immer nervöser werden?

Trainiert in der Gruppe mit euren Mitstreitern und tauscht euch aus. Wandelt die Nervosität in Vorfreude um und überlegt euch, wie ihr euren Triumph gemeinsam feiern werdet.

Tough_Mudder_3

Kurz vor dem Lauf stellt man sich dann immer die Frage nach dem perfekten Outfit. Du hast selber schon Erfahrungen mit Obstacle Runs. Was empfiehlst du für Schuhwerk und als Outfit?

Von der Kleidung her solltet ihr nach Möglichkeit auf Funktionskleidung zurückgreifen, die Flüssigkeit gut transportiert und enger am Körper anliegt. Denkt an die Wasserhindernisse! Schuhe sollten stabile Runningschuhe mit einem guten Profil sein, die euch die nötige Stabilität und den nötigen Grip geben.

Auf der Strecke kommt dann meist alles noch härter als man es sich vorstellen – wir beide kennen das. Was sind deine Tipps, wenn man mitten im Event steckt und plötzlich merkt, wie die Kräfte schwinden?

Nicht in Panik geraten und denken: „Oh je jetzt schaff ich es nicht mehr“. Es ist keine Schande das Tempo ein wenig rauszunehmen oder auch einfach mal zu gehen oder sich etwas länger an den Versorgungsstellen aufzuhalten. Versucht wieder einen erträglichen Rhythmus für euch zu finden und lasst euch von eurem Willen antreiben.
Neben sportlichen Fähigkeiten ist auch der Wille unabdingbar. Was denkst du kann man mit dem unbedingten Willen noch rausholen?

Der Kopf steuert alles! Der Wille trägt dich in den entscheidenden Momenten weiter und lässt dich Leistungen abrufen, die du eventuell nicht für möglich gehalten hast.

Tough_Mudder_1

Teamwork ist auf der Strecke unabdingbar. Gerade beim Tough Mudder wird immer wieder auf den Zusammenhalt aller Teilnehmer hingewiesen. Kann das Wir-Gefühl einem Teilnehmer auch nochmal einen extra Kick Motivation geben?

Absolut! Diese Events transportieren ganz stark die Botschaft, jeder ist ein Sieger, der den Parcours hinter sich gebracht hat. Man muss wissen, manche Stationen sind alleine gar nicht zu schaffen. Sich gegenseitig über ein Hindernis zu helfen stärkt ganz klar das Wir-Gefühl und die Motivation!

Wenn du dir ein Lieblingshindernis beim Tough Mudder aussuchen könntest – welches ist das?

Ganz klar, The Dead Ringer oder Hangin‘ Tough!

Und auf welches Hindernis könntest du gern verzichten?

Möchte ganz ehrlich auf Keines verzichten und hoffe, dass die Kreativität der Organisatoren bei der Entwicklung neuer Hindernisse keine Grenzen kennt.

Last but not least. Was sind deine letzten Worte für alle unsere Leser sowie die zahlreichen Teilnehmer da draußen?

Wünsche euch allen viel Erfolg bei der Vorbereitung und an eurem großen Tag ganz viel Spaß mit eurem Team. Bleibt gesund!

Danke und bis bald auf der Strecke beim Tough Mudder Süddeutschland 2015.