Neue Musik zum Wochenende

Manche sind bereits im langen Wochenende, für manche ist es nur noch eine Frage von Stunden – und wie jeden Freitag so ist auch heute wieder einiges an neuer Musik erschienen. Hier ein kleiner Überblick.

Flume bringt sein neues Album „Skin“ raus, den Nachfolger zum nach ihm selbst benannten Debüt. Wie der Vorgänger finden sich auch hier wieder die bekannten Pop-Hymnen (Never be like you, Lose it) aber insgesamt klingt „Skin“ deutlich dreckiger als sein Vorgänger, was nicht zuletzt an den Produktionen liegt, die sich schlicht weniger an Pop- und mehr an kontemporärer Rap- und Grimemusikproduktion orientieren.

Die erste Single ist für den Verfasser dieser Zeilen (Achtung: subjektiv!) DER Tune des Frühjahrs/Sommers bislang, heute folgt das Album 7/27. Und ohne das jetzt negativ zu meinen (ernsthaft!) klingt das Album genau nach dem was die Single versprochen hat: Unverbindlicher aber eingängiger, gut produzierter Girl Group Pop/RnB. Hier ein bisschen kredibile Featuregäste (Missy Elliot, Ty Dolla $ign, Fetty Wap), dort ein wenig „schlüpfriges“ dazu ein bisschen Gefluche. Aber manchmal ist das auch voll in Ordnung, zum Beispiel in diesem Fall.

Heute erscheint auch „M.O.O.P.topia“ von der Urban Brass Formation Moop Mama. Die 10 Münchner haben einen beachtlichen Weg hinter sich, als Projekt zur „Zurückeroberung des öffentlichen Raums“ (Wikipedia) gestartet gibt sich auf dem mittlerweile dritten Album Deutschlands Rap-Prominenz die Klinke in die Hand. Megaloh, Blumentopf (mit einem ihrer seltenen Features), Flomega und sogar der Delay Lama (Jan Delay) gibt sich die Ehre. Musikalisch schaffen es Moop Mama eine Bandbreite an Stilen von straightem Rap, Popsongs bis zu Ausflügen in Richtung Trap aufzufahren und gleichzeitig eine eigene Identität zu bewahren. Das liegt auch an Rapper Keno, der in Sachen Rap-Skills der wahrscheinlich unterschätzteste MC in Deutschland ist und auch auf M.O.O.P.topia scheinbar spielend den Spagat zwischen viel, richtiger und guter Message auf der einen und teilweise absurd dopen Flowabfahrten schafft. Definitiv das Highlight (Achtung: subjektiv!) dieser Woche.

Last but not least erscheint heute „High & Hungrig 2“ der Hamburger GZUZ und BONEZ aus der 187 Straßenbande. Das zur Zeit wohl heißeste Camp im deutschen Straßenrap zeigt ein mal mehr warum dies so ist: Die Releases der 187ers durchlaufen scheinbar immer eine strenge QA (Quality Assurance – Qualitätssicherung), denn egal in welcher Konstellation und welchem Format –  die Hamburger wissen um ihre Stärken und spielen diese immer auf hohem Niveau aus. Kompromisslose Beats und Raps, keine großen Schnörkel und Flow-Experimente… einfach nur straighter und ehrlicher Rap. Und daran war noch nie etwas falsch.

Diese Woche ist einiges an guter Musik für verschiedene Geschmäcker dabei, wir wünschen allen viel Spaß mit neuem Sound – im Idealfall natürlich bei bestem Wetter.