Wie Kinos von der neuen Technik profitieren können

Das Kino, wie man es heute kennt, sah nicht immer so aus. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es einige Vorläufer des Kinos in Form von Schaubuden auf Jahrmärkten.

Dort gab es noch keine richtigen Filme, jedoch wurden viele Kuriositäten und optische Täuschungen zum Gefallen der Zuschauer präsentiert. Zudem wurden die ersten Stummfilme produziert, die man sich anschauen konnte, wenn man Eintritt bezahlt hatte. Das erste deutsche Kino wurde übrigens in Berlin im Jahr 1896 eröffnet.

Im frühen 20. Jahrhundert hat sich das Kino weiterentwickelt und wurde zu einer Kunst- und Kultureinrichtung. Zum einen gab es Säle, die lediglich des Zeigens von Filmen dienten. Zum anderen war es aber auch möglich, dass Filme in Restaurants gezeigt wurden.

Filmvorführungen waren deutlich kürzer als heute. Viele Filme dauerten nicht einmal 20 Minuten. Nach 1910 wurden die Filme dann immer komplexer und auch länger und entwickelten sich Schritt für Schritt zum Unterhaltungsprogramm, das wir heute kennen. Aus Stummfilmen wurden Filme mit Ton, Filmmusik wurde geschrieben und verwendet, um die Stimmung im Film besser darstellen zu können und aus schwarz-weiß Filmen wurden Farbfilme.

Durch die Einführung von Fernsehapparaten, die für mehr und mehr Menschen erschwinglich wurden, sanken die Besucherzahlen in den Kinos vor allem ab den späten 1950er Jahren. Um dennoch Zuschauer in die Kinos zu locken, mussten sich die Filmemacher besonders ins Zeug legen und Filme immer wieder neu erfinden. Zwei Entwicklungen sind hier besonders erwähnenswert und haben die Kinowelt verändert:

3D-Filme und warum der große Erfolg ausblieb

Von 3D-Filmen hat man in den letzten 10 Jahren viel gehört und auch viel gesehen. Sie sollten DIE Innovation der letzten Jahre sein. Unwirkliches sollte wirklich erscheinen und die Zuschauer sollten sich so fühlen, als wären sie Teil des Geschehens. 3D sollte „normal“ werden und so gut wie jeder Film sollte in 3D angeboten und gezeigt werden.

Allerdings entspricht dies nicht ganz der Realität. Da die Technik sehr aufwendig ist und immer noch nicht zu hundert Prozent von jedem Regisseur beherrscht wird, ist 3D nur eine Zusatzoption und man kann sich längst nicht jeden Film in 3D anschauen. Nichtsdestotrotz fühlen sich viele Regisseure verpflichtet ihre Filme in 3D zu produzieren, obwohl sie nicht viel damit anfangen können. Somit liegt der Fokus oftmals auf der Technik und nicht auf der eigentlichen Geschichte, was dazu führt, dass die Filme an Substanz verlieren.

Die Zahl der 3D-Produktionen ist generell leider eher rückläufig. Das liegt vor allem daran, dass 2D-Filme in 3D-Filme konvertiert werden, allerdings von Filmkennern nicht als richtige 3D-Filme angesehen werden. Die Technik ist also nicht gut eingesetzt. Im Jahr 2016, beispielsweise, wurden insgesamt nur 3 „richtige“ 3D-Filme in Hollywood produziert. Daher wird auch kritisiert, dass Hollywood die Innovationen nicht richtig vorantreibt, sondern eher imitiert, was dazu führt, dass man bei der Qualität der 3D-Filme Kompromisse eingeht.

Nicht nur die Qualität leidet, sondern auch der ein oder andere Zuschauer. Auch wenn der Unterschied zwischen einem echten und einem konvertierten Film gar nicht so groß ist und die Charaktere grundsätzlich noch echter aussehen, wenn man sich einen 3D-Film anschaut, sei er konvertiert oder echt, so gibt es immer wieder Menschen, vor allem Kinder, denen es schwerfällt, solch einen Film zu schauen und denen sogar flau im Magen wird. Auch Kopfschmerzen sind nicht selten, da 3D-Effekte nicht dem natürlichen Sehen entsprechen. Allerdings kann es laut Experten helfen, wenn man sich einen Platz in der Mitte des Kinosaals aussucht. Sollten Kopfschmerzen auftreten, kann ein Auge zugemacht werden, dadurch wird das Gehirn entlastet.

Virtuelle Realität

Zu den neuesten Trends zählt wohl der Einsatz von virtueller Realität. Virtuelle Realität macht es möglich, dass man sich nicht nur einen Film auf einer Leinwand anschaut, sondern, dass man auch Gerüche, Vibrationen und Bewegungen wahrnimmt und man sich so als Teil des Geschehens fühlt. Die virtuelle Filmwelt wird somit für den Zuschauer zur Realität. Dafür benötigt man lediglich eine VR-Brille und ein Headset.

Noch scheint die Technik nicht so weit zu sein, um die Filme tatsächlich mithilfe von virtueller Realität zu zeigen, allerdings wurden die ersten Versuche bereits durchgeführt, beispielsweise in einem Kino in Berlin.

Doch nicht nur in der Filmindustrie scheint virtuelle Realität kurz vor dem Durchbruch zu stehen. Auch die Glücksspielindustrie kann von dem neuen Zukunftstrend der virtuellen Realität profitieren. Casinos können beispielsweise eine VR-Lounge einführen, wo Spielbegeisterte an Automaten, die es in der Realität gar nicht gibt, ihr Glück versuchen können. Auch für Online Casinos könnte virtuelle Realität die Zukunft sein. Wie toll wäre es, wenn man eigentlich zu Hause am Küchentisch sitzt und sich dieser mit der VR-Brille in einen Poker- oder Roulettetisch verwandelt? Die eigenen Chips können gesetzt werden und es wäre vielleicht sogar möglich, sich mit anderen Casinobesucher zu unterhalten. Der virtuellen Realität sind kaum Grenzen gesetzt und die Technik ist auf dem Vormarsch.

Die Filmindustrie hat sich in den letzten hundert Jahren stark verändert. Die Filme wurden länger und zunehmend komplexer. Die Filmemacher lassen sich immer wieder neue Sachen einfallen, um die Zuschauer ins Kino zu locken. Auch wenn oft kritisiert wird, dass die Technik nicht richtig eingesetzt wird, so ist das Kino dennoch oft der Ort, wo das erste oder zweite Date stattfindet und wo Kinder ihre Geburtstage feiern. Um die leider rückläufigen Besucherzahlen zu verhindern und wieder mehr Menschen in die Kinosäle zu locken, sollte die Filmindustrie nicht vor neuen Technologien und Innovationen zurückschrecken und die Qualität oben halten. Das Kinoerlebnis sollte ein Besonderes sein, sodass man wieder gerne ins Kino geht und nicht vor den nicht ganz so billigen Ticketpreise zurückschreckt.