Von 4K auf 6K: Warum ich meinen LG UltraFine Ergo gegen den neuen UltraFine evo 6K getauscht habe
Es gibt Technik, die man kauft, eine Zeit lang benutzt und irgendwann einfach gegen etwas Neues austauscht. Und dann gibt es Geräte, bei denen man bestimmte Dinge so schätzen lernt, dass man sie beim nächsten Upgrade auf keinen Fall mehr missen möchte.
Bei meinem Monitor war es eine Mischung aus beidem. In den vergangenen Jahren stand auf meinem Schreibtisch der LG UltraFine Ergo 32UN880K-B. Ein 31,5 Zoll großer 4K-Monitor mit IPS-Panel, HDR10 und USB-C. Vor allem aber mit einem Feature, das für mich irgendwann fast wichtiger wurde als viele technische Daten auf dem Papier: dem LG Ergo-Standfuß. Jetzt habe ich den 32UN880K-B durch den neuen LG UltraFine evo 32U990A-S ersetzt. Wieder 32 Zoll, aber diesmal mit 6K-Auflösung, Nano IPS Black, DisplayHDR 600 und Thunderbolt 5. Und nach den ersten Stunden mit dem neuen Display kann ich bereits sagen: 6K auf 32 Zoll ist ziemlich beeindruckend.
Der alte LG war eigentlich immer noch richtig gut
Vielleicht muss man direkt eines vorwegnehmen: Ich habe den 32UN880K-B nicht ersetzt, weil ich mit ihm unzufrieden gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Mit 3.840 × 2.160 Pixeln auf knapp 32 Zoll bietet der UltraFine Ergo auch heute noch eine sehr gute Arbeitsfläche. Das IPS-Panel, USB-C und vor allem das gesamte Ergo-Konzept haben für mich über lange Zeit sehr gut funktioniert. Für meinen Alltag am Mac war das eine ziemlich gute Kombination.
Vor allem aber hat mich LG mit dem Ergo-Konzept überzeugt. Statt eines klassischen Standfußes wird der Monitor über eine Schreibtischhalterung befestigt. Der Bildschirm lässt sich nach vorne und hinten ziehen, in der Höhe verstellen, neigen, drehen und zur Seite schwenken. Gleichzeitig steht kein riesiger Monitorfuß mitten auf dem Schreibtisch. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist der Wechsel zurück zu einem normalen Monitorständer erstaunlich schwer. Genau deshalb durfte der Ergo-Fuß auch bleiben.

Neuer Monitor, alter Ergo-Fuß
Der neue LG UltraFine evo 32U990A-S wird eigentlich mit einem eigenen Standfuß geliefert. Der ist optisch durchaus passend zum neuen silbernen Design des Monitors. Trotzdem war für mich ziemlich schnell klar, dass ich meinen bisherigen Ergo-Fuß weiterverwenden möchte. Also hängt der neue 6K-UltraFine bei mir jetzt am Ergo-Arm meines bisherigen 32UN880K-B. Das verbindet für mich das Beste aus beiden Generationen: das neue Display mit seiner deutlich höheren Auflösung und modernen Anschlüssen mit der Schreibtischhalterung, die ich über die vergangenen Jahre wirklich schätzen gelernt habe. Gerade auf einem Schreibtisch finde ich diese Lösung deutlich angenehmer. Ich kann den Monitor näher zu mir ziehen, ihn bei Bedarf zurückschieben, die Höhe verändern oder ihn seitlich drehen. Und wenn ich den Platz unter dem Display brauche, ist dort eben kein großer Standfuß im Weg. Manchmal sind es genau solche Dinge, die auf keinem Datenblatt besonders spektakulär aussehen, im Alltag aber einen riesigen Unterschied machen.
Der eigentliche Grund für das Upgrade: 6K
Natürlich kauft man einen solchen Monitor am Ende aber nicht wegen seines Standfußes. Der spannendste Unterschied steckt im Panel. Der LG UltraFine evo 32U990A-S löst mit 6.144 × 3.456 Pixeln auf. Das sind rund 21,2 Millionen Pixel. Zum Vergleich: Ein klassischer 4K-Monitor mit 3.840 × 2.160 Pixeln kommt auf rund 8,3 Millionen Pixel. Damit stellt das 6K-Panel etwa zweieinhalbmal so viele Pixel dar wie ein 4K-Display.
Und ja: Man sieht es.
Ich habe über die Jahre verschiedene 4K- und auch 5K-Monitore besessen oder benutzt. Deshalb war ich durchaus gespannt, ob 6K auf 32 Zoll wirklich noch einmal einen Unterschied macht oder ob wir inzwischen in einem Bereich angekommen sind, in dem die Zahlen auf dem Datenblatt beeindruckender sind als das tatsächliche Ergebnis. Für mich ist der Unterschied klar sichtbar. Vor allem Schrift sieht extrem sauber aus. Kleine Texte, die Benutzeroberfläche von macOS, Icons, Browserinhalte und feine grafische Elemente wirken noch einmal schärfer und ruhiger. Es ist weniger dieser klassische „Wow, da sind mehr Pixel“-Effekt, sondern vielmehr das Gefühl, dass die Darstellung insgesamt unglaublich fein und präzise geworden ist.
6K und macOS sind eine verdammt gute Kombination
Ich nutze den neuen UltraFine evo an meinem MacBook Pro M5. Gerade hier ergibt die hohe Pixeldichte für mich besonders viel Sinn. macOS profitiert meiner Meinung nach enorm von hochauflösenden Displays. Texte, Menüs und Bedienelemente sehen bei entsprechendem Scaling einfach sehr sauber aus. Mit 6K auf 32 Zoll erreicht der LG eine Pixeldichte von ungefähr 224 Pixeln pro Zoll. Beim bisherigen 32-Zoll-4K-Modell sind es rund 140 ppi.
Das klingt zunächst nach einer Zahl für Datenblatt-Nerds, macht im direkten Vergleich aber tatsächlich einen Unterschied. Natürlich war 4K auf 32 Zoll nie schlecht. Im Gegenteil: Ich habe damit lange sehr gerne gearbeitet. Aber wenn man einmal direkt vor einem 32-Zoll-Display mit 6K sitzt, merkt man ziemlich schnell, dass da noch Luft nach oben war. Auch gegenüber den 5K-Displays, die ich bisher gesehen und benutzt habe, empfinde ich das Bild des LG als noch einmal sichtbar feiner. Hat man sich ein paar Tage an diese Schärfe gewöhnt, wirken Displays mit geringerer Pixeldichte wahrscheinlich plötzlich deutlich älter, als sie eigentlich sind.
Die Tests im Netz haben mich erst einmal skeptisch gemacht
Natürlich habe ich den LG nicht einfach blind gekauft. Bevor ich so viel Geld für einen Monitor ausgebe, lese ich Tests, schaue Videos und versuche herauszufinden, wo der Haken liegt. Und über den UltraFine evo 6K findet man durchaus Kritik. Interessant fand ich allerdings, worauf sich ein großer Teil davon konzentriert. Bemängelt wurden beispielsweise die Materialwahl, Kunststoff am Gehäuse, das externe Netzteil oder die Tatsache, dass sich ein Monitor dieser Preisklasse bei der Materialanmutung nicht ganz auf dem Niveau eines Apple-Displays bewegt.
Was dabei für mich auffällig war: Die Kritik bezog sich kaum auf die eigentliche Bildqualität oder die technische Ausstattung. Gerade die hohe Pixeldichte, Farbdarstellung und Thunderbolt 5 sind schließlich genau die Punkte, wegen denen dieser Monitor überhaupt interessant ist.
Und genau hier muss man für mich zwischen zwei Dingen unterscheiden: Materialanmutung und tatsächliche Displayqualität. Natürlich fühlt sich ein Aluminiumgehäuse hochwertiger an als Kunststoff. Keine Frage. Ich sitze allerdings nicht acht Stunden am Tag vor der Rückseite meines Monitors und streiche über das Gehäuse. Ich schaue auf das Panel. Und genau dort liefert der LG für mich das, weshalb ich ihn gekauft habe.
Der Preis verändert die gesamte Diskussion
Noch wichtiger ist für mich aber ein anderer Punkt: der Preis.
Als der UltraFine evo 32U990A-S vorgestellt wurde, lag die offizielle UVP bei 1.999 Euro. Und genau mit dieser Zahl im Hinterkopf entstanden viele der frühen Tests und Videos. 2.000 Euro für einen Monitor sind eine Ansage. Bei diesem Preis schaut man automatisch kritischer auf Materialien, Standfuß, Netzteil und jedes kleine Detail. Ich habe meinen LG allerdings nicht für 1.999 Euro gekauft. Ich habe rund 800 Euro weniger bezahlt. Und plötzlich sieht die Rechnung für mich ganz anders aus. Für ungefähr 1.200 Euro bekomme ich ein 32-Zoll-Display mit 6.144 × 3.456 Pixeln, rund 224 ppi, Nano IPS Black, DisplayHDR 600, sehr großer Farbraumabdeckung, echten 10 Bit, Thunderbolt 5 und bis zu 96 Watt Power Delivery. Das ist natürlich immer noch viel Geld für einen Monitor. Aber wir sprechen eben auch nicht über irgendeinen 32-Zoll-4K-Bildschirm. Für mich ist das zu diesem Preis ein verdammt gutes Paket.
Und dann schaut man zu Apple …
Besonders interessant wird es, wenn man den LG nicht mit günstigen 4K-Monitoren vergleicht, sondern mit Displays, die technisch und hinsichtlich ihrer Zielgruppe näher an ihm liegen. Apple bietet mit dem Studio Display XDR ein 27 Zoll großes 5K Retina XDR Display mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Technisch ist das ohne Frage ein beeindruckendes Display und in einigen Bereichen, etwa HDR und Hintergrundbeleuchtung, aufwendiger als der LG. Es kostet allerdings ab 3.499 Euro.
Mein LG hat mich ungefähr ein Drittel davon gekostet. Natürlich wäre es deshalb falsch zu behaupten, der LG sei technisch einfach das bessere Studio Display XDR. Dafür unterscheiden sich die Panels und ihre Stärken zu deutlich. Aber aus meiner persönlichen Perspektive ist die entscheidende Frage eine andere: Was bekomme ich für mein Geld? Und da wird der LG für mich extrem interessant. Ich bekomme 32 statt 27 Zoll und 6K statt 5K. Apple bietet dafür die erheblich aufwendigere Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und weitere High-End-Eigenschaften. Aber brauche ich diese zusätzlichen Eigenschaften persönlich so dringend, dass sie für mich einen Aufpreis von mehr als 2.000 Euro rechtfertigen? Für meinen Schreibtisch lautet die Antwort ziemlich eindeutig: nein.
Und das alte Pro Display XDR?
Noch extremer wird der Vergleich mit dem Apple Pro Display XDR. Das war ebenfalls ein 32-Zoll-Display mit 6K-Auflösung und über Jahre praktisch die Referenz, wenn man einen großen hochauflösenden Monitor perfekt in ein Mac-Setup integrieren wollte. Allerdings war es von Anfang an ein Produkt für professionelle Anwender und entsprechend bepreist.
Das Pro Display XDR war nie als normaler Consumer-Monitor gedacht. Das muss man fairerweise dazu sagen. Es wurde für professionelle Farb-, Video- und Produktionsworkflows entwickelt.
Trotzdem ist es faszinierend, wie stark sich der Markt inzwischen bewegt hat. Eine 6K-Auflösung auf 32 Zoll war bei Apple lange etwas, das man mit einem Display für mehrere Tausend Euro verbunden hat. Heute steht bei mir ein 32-Zoll-LG mit 6.144 × 3.456 Pixeln, Thunderbolt 5 und 96 Watt Power Delivery für rund 1.200 Euro auf dem Schreibtisch.
Nein, das macht den LG nicht automatisch zum Pro Display XDR für ein Viertel des Geldes. Das wäre technisch zu einfach gedacht. Aber es zeigt ziemlich gut, wie viel High-End-Display man inzwischen für deutlich weniger Geld bekommen kann. Für einen normalen privaten Nutzer bewegen wir uns bei den Preisen des Pro Display XDR schlicht in Regionen, die mit einem gewöhnlichen Monitor-Kauf kaum noch etwas zu tun haben.
Nano IPS Black statt klassischem IPS
Die Auflösung ist allerdings nicht die einzige Verbesserung. LG setzt beim 32U990A-S auf ein Nano-IPS-Black-Panel. Das Display erreicht ein typisches Kontrastverhältnis von 2.000:1, unterstützt echte 10-Bit-Farbtiefe und deckt 98 Prozent DCI-P3 sowie 99,5 Prozent Adobe RGB ab. Dazu kommt VESA DisplayHDR 600 bei einer typischen Helligkeit von 450 cd/m².
Der Monitor richtet sich damit ziemlich eindeutig an Nutzer, die nicht nur Excel und einen Browser auf dem Schreibtisch offen haben, sondern beispielsweise mit Fotos, Videos, Design oder anderen visuellen Inhalten arbeiten. Für mich ist aber auch im normalen Alltag entscheidend, dass ein Monitor einfach gut aussieht. Ich verbringe schließlich viele Stunden davor. Da darf das Bild ruhig etwas mehr können als nur „scharf genug“.
Thunderbolt 5 passt perfekt zum MacBook
Auch bei den Anschlüssen hat sich einiges getan. Der neue UltraFine evo besitzt zwei Thunderbolt-5-Anschlüsse, DisplayPort 2.1, HDMI 2.1 sowie weitere USB-C-Ports. Über Thunderbolt kann das angeschlossene Notebook außerdem mit bis zu 96 Watt geladen werden.
Für mein MacBook-Pro-M5-Setup ist das natürlich ziemlich praktisch. Ich mag Schreibtische, auf denen möglichst wenig Kabel herumliegen. Notebook anschließen, Bild übertragen, Peripherie nutzen und gleichzeitig das MacBook laden: Genau so sollte ein moderner Desktop-Arbeitsplatz für mich funktionieren.
Offenbar bleibe ich LG treu
Dass es wieder ein LG geworden ist, war übrigens kein Zufall. Ich habe die Marke über die vergangenen Jahre ziemlich schätzen gelernt. Das gilt nicht nur für die Monitore. Auch bei uns im Heimkino- beziehungsweise Fernsehzimmer hängt die aktuelle Generation der LG OLED-Fernseher.
Natürlich sind Monitor und Fernseher zwei völlig unterschiedliche Produktkategorien. Trotzdem mag ich, was LG im Display-Bereich macht. Gerade OLED bei Fernsehern und die UltraFine-Serie bei Monitoren treffen ziemlich genau das, was ich bei einem Display suche: gute Bildqualität, moderne Technik und ein Design, das sich relativ unauffällig in den Raum beziehungsweise auf den Schreibtisch integriert. Beim UltraFine Ergo kam dann noch diese ungewöhnlich gute Schreibtischhalterung hinzu. Dass ich jetzt ausgerechnet den alten Ergo-Arm mit dem neuen UltraFine evo kombiniere, passt deshalb eigentlich ziemlich gut.
Ist der Unterschied von 4K auf 6K wirklich notwendig?
Notwendig? Sicherlich nicht. Ein guter 4K-Monitor ist nicht plötzlich schlecht geworden, nur weil inzwischen 6K-Displays auf dem Schreibtisch stehen können. Mein bisheriger LG UltraFine Ergo ist dafür das beste Beispiel. 6K ist Luxus. Aber es ist eben ein Luxus, den man sehen kann. Und bei einem Kaufpreis von rund 1.200 statt der ursprünglichen 1.999 Euro UVP ist es für mich ein Luxus, bei dem Preis und Gegenwert inzwischen deutlich besser zusammenpassen.
Mein erstes Fazit zum LG UltraFine evo 6K
Mein Wechsel vom LG UltraFine Ergo 32UN880K-B zum LG UltraFine evo 32U990A-S war kein Upgrade, das unbedingt notwendig gewesen wäre. Der alte 4K-UltraFine hat seinen Job hervorragend gemacht.
Der neue 6K-UltraFine spielt bei der Bildschärfe aber schlicht in einer anderen Liga. 6.144 × 3.456 Pixel auf 32 Zoll sehen am MacBook Pro M5 fantastisch aus. Schrift ist extrem scharf, macOS wirkt unglaublich sauber und die gesamte Darstellung hat diese Feinheit, die ich bisher weder von meinen früheren 4K- noch von den 5K-Monitoren kannte, die ich benutzt habe. Ja, das Gehäuse könnte für eine ursprüngliche UVP von knapp 2.000 Euro vielleicht hochwertiger wirken. Ja, Apple zeigt, was mit Aluminium, Mini-LED und noch aufwendigerer Displaytechnik möglich ist.
Aber ich habe keine 2.000 Euro bezahlt. Ich habe rund 1.200 Euro bezahlt. Und wenn ich für diesen Preis ein 32-Zoll-6K-Display mit Nano IPS Black, Thunderbolt 5, 96 Watt Power Delivery und rund 224 ppi bekomme, fällt es mir ehrlich gesagt ziemlich schwer, mich darüber zu ärgern, dass sich die Rückseite nicht wie ein massiver Aluminiumblock anfühlt.
Dazu kommt für mich noch ein kleines Detail, das kein aktueller Test berücksichtigen kann: Mein neuer UltraFine hängt am Ergo-Fuß meines alten UltraFine. Damit habe ich genau die Kombination, die ich wollte. Den Ergo-Arm, den ich über Jahre lieben gelernt habe. Die LG-Bildqualität, wegen der ich der Marke ohnehin treu geblieben bin. Und davor 21 Millionen Pixel, die mir jedes Mal aufs Neue zeigen, dass zwischen „4K ist doch schon scharf“ und 6K auf 32 Zoll eben doch noch ein Unterschied liegt.
Für mich war das Upgrade deshalb genau richtig.


